PRO BAHN steht weiterhin voll hinter den Unterwegshalten zwischen Marburg und Gießen

(Gießen, 15.01.2014)
Seit nunmehr über 4 Jahren wird über die schlechte Vertaktung des Zugverkehrs auf der Main-Weser-Bahn Frankfurt-Gießen-Marburg-Kassel diskutiert. Der Fahrgastverband PRO BAHN bringt sich aktiv in die Sachdiskussion ein.

Der Regionalverband Mittelhessen des Fahrgastverbandes PRO BAHN spricht sich weiterhin deutlich gegen den Wegfall der Unterwegshalte der Züge der Hessischen Landesbahn zwischen Gießen und Marburg aus, so der Regionalsprecher Mittelhessen im Verband, Thomas Kraft. Die jüngste Versammlung des Regionalverbandes habe dies nochmals deutlich unterstrichen und entschieden, trotz gegenteiliger Beschlüsse, unter anderem in den Gremien des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV), in der Sache kampfstark und durchsetzungsfähig zu bleiben und neben Akteuren des „Bündnisses pro Halte Gießen-Marburg“ nach weiteren Mitstreitern zu suchen.

Der Bahnhof Lolar - hält hier künftig nur noch der Mittelhessenexpress und nicht mehr die Hessische Landesbahn? PRO BAHN hofft nicht.

Der Bahnhof Lolar – hält hier künftig nur noch der Mittelhessenexpress und nicht mehr die Hessische Landesbahn? PRO BAHN hofft nicht.

Neue weitere Aktionen müssten vorbereitet werden, um den Wegfall eines wesentlichen Teils Infrastruktur in den Orten zwischen Marburg und Gießen noch zu verhindern. Die Kommunen zwischen den beiden Universitätsstädten wiesen in den Statistiken der Bevölkerungsentwicklung, im Gegensatz zu anderen Regionen wie z.B. dem Lahn-Dill-Kreis, stagnierende bis steigende Einwohnerzahlen für den Zeitraum der nächsten 20 Jahre aus. Die Lage zwischen beiden Oberzentren biete den Menschen Wohnraum und Heimat, die sich die teuren Nebenkosten für Wohnungen in den Städten nicht leisten können. Die Bahnstationen Lollar und Niederwalgern hätten überdies eine sehr starke Anziehungskraft aus den Orten der umliegenden Region sowie im Fall Lollar den Zubringerdienst für Industrie- und Dienstleistungsarbeitsplätze, so Kraft.

Des Weiteren sei festzustellen, dass sich an den bestehenden Zughalten viele Unterrichtspläne von Mittel- und Oberstufenschulen orientierten und es somit zu einer wesentlichen Verschlechterung komme, die im Falle der Schülerbeförderung dann anders aufgefangen werden müsse.

PRO BAHN stellt sich in der Gesamtfrage völlig gegen die Positionierung anderer Vereinigungen, welche den Menschen etwas vormachten, die Züge der Hess. Landesbahn (HLB) würden in zeitlicher Gleichheit wie die Doppelstockzüge, welche im 2-Stunden-Takt fahren, in einem Stundentakt künftig Marburg mit Frankfurt verbinden. Dies könne schon nicht passen, da bei den HLB-Zügen eine Flügelung in Gießen wegen des anderen Zugteils von Siegen/Wetzlar mit erheblichem Zeitaufwand weiterhin erfolgen müsse, während die Doppelstockzüge nach kurzem Stopp weiterfahren.

Nicht nachvollziehbar sei außerdem, so Thomas Kraft weiter, dass die HLB-Züge nun über Marburg hinaus alle drei Orte, nämlich Kirchhain, Stadtallendorf und Neustadt anfahren sollen, während die Züge zuvor 30 km ohne Halt durchfahren. Man wolle die Wünsche den Orten im östlichen Landkreis Marburg-Biedenkopf nicht streitig machen. Nur das vorgelegte Konzept sei Begünstigung der einen zum erheblichen Nachteil der anderen, so könne der Kuchen der Daseinsvorsorge nicht aufgeteilt werden.

Wieder in die Kritik gerät dabei die von anderen Vereinigungen ins Leben gerufene Gruppierung „Main-Weser-Bahn im Takt“. Diese einzige Änderung als eine Gesamtlösung zu verkaufen und so zu tun, als seien die Probleme gelöst, da sei der Name „Main-Weser-Bahn im Takt“ sträflichst missbraucht worden, so PRO BAHN-Regionalsprecher Thomas Kraft.

Kraft bat im Rahmen der PRO BAHN-Regionalversammlung nochmals alle Akteurinnen und Akteure aus Verbänden und Institutionen, sich nochmals an einen Tisch zu setzen, um nach konsensualen Lösungen zu suchen. Hierzu biete PRO BAHN die Zusammenarbeit an, so Thomas Kraft abschließend.

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