PRO BAHN begrüßt Spatenstich am 30.06.2014 zur Reaktivierung der Bahnstrecke Korbach-Frankenberg

Am Montag den 30.06 gegen 09:30 Uhr fiel in Vöhl der „Startschuss mit Signalwirkung“ für die Reaktivierung der Strecke Korbach-Frankenberg.

Damit steht ein, insbesondere auch von PRO BAHN Hessen stark unterstütztes, Infrastruktur-Projekt vor der Umsetzung, welches große Teile des Landkreis Waldeck-Frankenberg mit dem Edersee und dem Kellerwald Nationalpark endlich auch wieder mit der Bahn erschließt. Damit verbunden sich auch positive Auswirkungen für das ganze nordhessische Netz !

2013 und 2014 nur Sonderfahrten im Sommerhalbjahr - Zug aus Marburg in Frankenberg zur Weiterfahrt nach Vöhl-Herzhausen.

2013 und 2014 nur Sonderfahrten im Sommerhalbjahr – Zug aus Marburg in Frankenberg zur Weiterfahrt nach Vöhl-Herzhausen.

Durch die neuen alten Verbindungen in die Metropolregionen Rhein/Ruhr und Rhein/Main sind besonders für den Fremdenverkehr positive Impulse zu erwarten. Aber auch Pendler und Schüler werden von der Bahn profitieren. Teil der Maßnahmen sind auch Park & Ride bzw. Bike & Ride – Anlagen an allen Haltepunkten. Die Stationen werden modernisiert und in Herzhausen sowie Thalitter näher an die Ortskerne verlegt. Neue Buswendeschleifen und abgestimmte Fahrpläne der Busse sollen für schnell und durchgehende Reiseketten sorgen. Nicht zuletzt sollen die Gleise auch wieder dem Güterverkehr dienen.

Bevor der amtierende Verkehrsminister Thaerk Al-Wazir die Förderbescheide übergab, wurden die Anwesenden Vertreter des Landtages, des Kreise, der Gemeinden, Verbände, Vereine und Bürger sowie Aufgabenträger, Leistungserbringer (Kurhessenbahn / NVV) und die Vertreter der beauftragten Bauunternehmen ganz herzlich vom Bürgermeister Vöhls Matthias Stappert begrüßt. In seinem Grußwort wiese er auch auf die kontroversen Diskussionen im Vorfeld des Projektes und auf die finanziellen Risiken hin. Für die Neubauten bekämen die Gemeinden Zuschüsse, für den Unterhalt der Parkplätze etc. dann nicht mehr. Dies wäre eine große Belastung für die Haushalte der Gemeinden. Viel enthusiastischer äußerste sich Landrat Reinhardt Kubat, seine kurze Ansprache war launig und engagiert – er sieht vor allem die Chance für den Nationalpark und die anliegenden Gebietskörperschaften. Interessant auch, dass die Bauarbeiten weitgehend von Firmen aus der Region umgesetzt werden und damit schon während der Umsetzung der örtlichen Wirtschaft positive Impulse gegebene werden.

Bisheriges Streckenende von Frankenberg kommend nördlich kurz hinter dem bisherigen Haltepunkt Herzhausen. Ab hier rückwärts blickend ist die Strecke bislang komplett stillgelegt und zugewachsen.

Bisheriges Streckenende von Frankenberg kommend nördlich kurz hinter dem bisherigen Haltepunkt Herzhausen. Ab hier rückwärts blickend ist die Strecke bislang komplett stillgelegt und zugewachsen.

Er freue sich auch persönlich ganz besonders, waren doch er und seine Gattin auf der Abschiedsfahrt vor der Stilllegung Mai 1987 dabei. Und in den letzten Jahren trat er als hartnäckiger Befürworter der Projektes hervor. Tarek al Wazir freute sich sichtlich die 3 Zuwendungsbescheid übergeben zu dürfen und merkte an , seinerzeit bereits mit dem ehemaligen Regierungschef Koch über die Reaktivierung debattiert zu haben. Dass er selbst irgendwann die Verantwortung als Minister für das Vorhaben tragen würde hätte er nicht erwartet.

Die gesamten Kosten der Reaktivierung belaufen sich auf ungefähr 18 Mio. €, darin sind bereits die gestiegenen Kosten für die Tunnelsanierungen enthalten. In Frankenberg wird der Bahnhof saniert, ein neuer Busbahnhof und B&R sowie P&R Anlagen für 10,2 Mio € errichtet. Die Förderung beläuft sich laut Zuwendungsbescheid auf 6 Millionen Euro. Die Kurhessenbahn errichtet bzw. saniert ebenfalls in Franken für 1,8 Mio (davon 1,1 Förderung) die Bahnsteige und für neue P&R / B&R Anlagen sowie neue Bushaltestellen erhält der Kreis zu den Kosten von 1,7 Millionen Euro ca. 0,9 Millionen Fördermittel. Die restlichen Mittel gehen in die Erneuerung von 12 km Gleis zwischen Herzhausen und Korbach, Brücken- und Tunnelsanierung, Signal- und Sicherungstechnik mit eigenem elektronischen Stellwerk und in die Überarbeitung von 8 Bahnübergängen.

Reste des Bahnübergangs und der Gleisanlage, im Hintergrund der Einlauf der Eder in den Edersee.

Reste des Bahnübergangs und der Gleisanlage, im Hintergrund der Einlauf der Eder in den Edersee.

Nach der Übergabe gab es bei einem „Powerfrühstück“ reichlich Gelegenheit sich auszutauschen. Dabei konnten Bürger auch Ihre Fragen direkt bei den Mandatsträger adressieren. Eine Bemerkung des Verkehrsministers war besonders erfreulich: er setzte sich dafür den vorgesehenen 2 Stunden-Takt alsbald in den Hauptverkehrszeiten zu verdichten. Technisch wäre zumindest ein Stundentakt machbar … und auch wünschenswert.
PRO BAHN HESSEN wünscht dem Projekt gutes Gelingen, stets gut besetzte Züge und damit nachhaltigen Erfolg.

Ein Zug der Kurhessenbahn am derzeitigen Streckenende in Korbach-Süd. Von hier aus soll es 2015, nach 28 Jahren, wieder weiter nach Frankenberg gehen.

Ein Zug der Kurhessenbahn am derzeitigen Streckenende in Korbach-Süd. Von hier aus soll es 2015, nach 28 Jahren, wieder weiter nach Frankenberg gehen.


Die Weichen sind gestellt – das Signal steht auf Hp 1.

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