Landkreis Bergstraße: Erfolge im ÖPNV? Eine schwarz-grüne Luftnummer

Pressemitteilung des PRO BAHN Regionalverbandes Starkenburg vom 13.04.2015

Der Fahrgastverband PRO BAHN Starkenburg hat einen Pressebericht im Bergsträßer Anzeiger vom 4. März 2015 zum Anlass genommen, zu den im Bericht gemachten, sehr vagen Aussagen bei den Fraktionsspitzen von CDU und Grünen im Kreis konkret nachzufragen.

Der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) in Bensheim.

Der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) in Bensheim.

In dem Pressebericht wurden Aussagen der Fraktionsvorsitzenden Haag (CDU) und Figaj (Grüne) wiedergegeben, wonach der ÖPNV im Kreis Bergstraße bei den Fahrgastzahlen immer besser abschneide und viele Menschen den ÖPNV zu vielfältigen Zwecken nutzten. Ebenfalls wurden Modernisierungen der Weschnitztalbahn sowie Ausbau der Nibelungenbahn angekündigt.

PRO BAHN stellte unter anderem folgende Fragen: In welchem Umfang steigen die Fahrgastzahlen an? Wie verteilen sich die Fahrgastzahlen auf die einzelnen Schienenstrecken, auf den sonstigen ÖPNV? Wie ist die Entwicklung seit 1999 und wie verhält es sich bei den Verbundkarten wie z. B. Karte ab 60, RheinNeckar-Ticket, Semester- oder Maxx-Ticket? Was ist mit der im Pressebericht erwähnten Modernisierung der Weschnitztalbahn und dem Ausbau der Nibelungenbahn gemeint?

Beide Fraktionen reagierten in einem gemeinsamen Schreiben, hoben darin die in den kommenden Jahren lobenswerte Ausweitung des Leistungsangebotes im Kreis hervor. Gefragt nach der konkreten Leistungsbilanz im Kreis, verwiesen sie auf die Deutsche Bahn AG und den Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN).
PRO BAHN führt hierzu aus: Das verbesserte Leistungsangebot wurde zu preislich teuren Konditionen „erkauft“ und bietet und auf Grund der langen Laufzeit von zwei Dekaden keinen Spielraum für Verbesserungen. Und: Der Kreis finanziert das Angebot auf der Schiene und Bus mit und sollte deshab selbst die genauen Zahlen kennen und öffentlich machen! Zumindest zum Busverkehr hat er sie vorliegen. Zum Schienenverkehr sollte er mindestens auf den VRN einwirken können, um sie zu bekommen. Wie soll eine gute Planung mit öffentlichen Geldern bzw. entsprechendes Leistungspaket mit Bus und Bahn geschnürt werden, wenn der Öffentlichkeit und den Auftraggebern nicht einmal klar ist, wie die Kundschaft das Angebot annimmt bzw. wo Potenziale erkennbar sind? Ähnliche Mängel hat PRO BAHN seinerzeit beim Nahverkehrsplan 2014-1018 des Kreises festgestellt. Auch hier wartet der Fahrgastverband noch heute auf eine Antwort der Verantwortlichen beim Kreis. Nach wie vor weist das Angebot im Nahverkehr Netzlücken, unabgestimmte Linienverläufe und insbesondere beim Busverkehr unzureichende Angebote in kleineren Ortschaften und in den Abendstunden auf.

Wie kann es sein, dass Andeutungen über den so erfolgreichen Nahverkehr im Kreis mit der vielfältigen Nutzerschar gemacht werden, diese sogar in der Presse ihren Niederschlag finden, jedoch nichts Konkretes hierzu erläutert werden kann? Mit solchen Aussagen und entsprechenden Presseberichten leistet die Politik einmal mehr der Verdrossenheit der Wählerschaft zu neuem Auftrieb, und die Presse sollte genauer nachfragen.
PRO BAHN erinnert dabei, dass zu Beginn der Koalitionsperiode ÖPNV-Gespräche mit beiden Fraktionen geführt wurden. Sowohl die CDU- als auch die Grünen-Fraktion stellten die Gespräche nach wenigen Terminen ein, bevor irgendein Ergebnis erzielt wurde. Aus den damaligen oft vollmundigen Ankündigungen im Koalitionsvertrag ist bisher so gut wie nichts Nachprüfbares passiert; und nächstes Jahr stehen Kommunalwahlen an. Diese Koalition empfiehlt sich nicht für eine zukunftsorientierte Verkehrspolitik.

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