Frankfurter Rundschau: Hessen Schlusslicht bei der Barrierefreiheit von Bahnstationen – PRO BAHN gibt auf Anfrage hierfür Statement ab.

Die Allianz pro Schiene hat das Ranking der Bundesländer in Bezug auf barrierefreie Bahnstationen herausgegeben.

Die S-Bahnen haben einen Einstieg von 96 cm, die Bahnsteige im Mischverkehr haben bei den ins Umland führenden Strecken nur eine Höhe von 76 cm (siehe Bild) oder gar nur 55 cm.

Die S-Bahnen haben einen Einstieg von 96 cm, die Bahnsteige im Mischverkehr haben bei den ins Umland führenden Strecken nur eine Höhe von 76 cm (siehe Bild) oder gar nur 55 cm.

Die genauen Zahlen können Sie hier nachlesen:
Bericht der Allianz pro Schiene zur Barrierefreiheit vom 05.08.2015

Dies hat die Frankfurter Rundschau aufgegriffen und den nachstehenden Bericht veröffentlicht. Hierzu ist zu sagen, dass die „12 cm“, welche im Abschnitt enthalten ist, indem unser Verband zu Wort kommt, falsch ist. An dieser Stelle müsste „20 cm“ stehen, denn es geht um die unterschiedlichen Höhen der Bahnsteige ab Schienenoberkante. In den Rechtsgrundlagen sind folgende Höhen festgelegt: 96 cm, 76 cm, 55 cm und 38 cm.

Das Land Hessen ist bei Barrierefreiheit fast das Schlusslicht. Die Landesregierung legt deshalb derzeit Wert auf den barrierefreien Ausbau. Vor allem an Bahnhöfen sieht die Landesregierung noch erheblichen Ausbaubedarf. (Frankfurter Rundschau vom 11.08.2015)

Beim stufenfreien Ausbau von Bahnhöfen hinkt Hessen hinterher. Allein im Saarland haben Reisende noch größere Probleme, mit Rollstuhl, Kinderwagen oder Fahrrad den Bahnsteig zu erreichen. Das geht aus einem Ranking des Bündnisses Allianz pro Schiene hervor. „Unbestritten haben wir hier in Hessen Nachholbedarf“, räumt Marco Kreuter ein, Sprecher von Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). Deshalb lege die Landesregierung derzeit einen „wesentlichen Schwerpunkt auf die Herstellung von Barrierefreiheit“.

Mit 48,2 Millionen Euro im aktuellen Haushalt stünden dafür zehn Millionen Euro mehr bereit als im Vorjahr. „Bei zahlreichen Stationen ist daher die Herstellung der Barrierefreiheit bereits angegangen oder befindet sich in einem konkreten Planungsstadium.“ Wobei zu beachten ist: Stufenfrei ist nicht identisch mit barrierefrei, sagt Petra Eckweiler vom Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV). „Stufenfrei heißt nur, dass ich ohne Treppen auf den Bahnsteig komme, nicht aber auch ins Fahrzeug.“ Und Letzteres, sagt Thomas Kraft vom Fahrgastverband Pro Bahn, sei in Hessen noch ein weitaus größeres Problem.

Beispiel Bahnhof Frankfurt-Höchst. Den baut die Deutsche Bahn derzeit aufwendig um. Die Hälfte der Kosten von 13 Millionen Euro tragen die Stadt und das Land. Die Erhöhung der Bahnsteige auf 76 Zentimeter ist nach Auffassung des Pro-Bahn-Sprechers Unsinn: Wer in die S-Bahn steigt, müsse trotzdem noch eine Stufe von zwölf Zentimetern überwinden. Ein weiteres „Paradebeispiel“ sei die Main-Weser-Bahn, sagt Kraft. Weil dort auch Regionalzüge unterwegs sind, seien die Bahnsteige nicht alle auf S-Bahn-Niveau. Auch deshalb sei der viergleisige Ausbau zwischen Frankfurt und Friedberg so wichtig.

In den S-Bahnen können Reisende beim Fahrer per Knopfdruck Rampen anfordern, sagt Eckweiler vom RMV. „Barrierefreiheit ist ein wichtiges Thema für uns.“ Sie verweist auf die Rahmenvereinbarung, die das Land im Jahr 2011 mit der Bahn und den hessischen Verkehrsverbünden geschlossen hat. Es umfasst 93 Bahnhöfe und hat einen Umfang von 258 Millionen Euro, sagt Ministeriumssprecher Kreuter. An fünf Stationen hätten die Modernisierungsarbeiten begonnen. Außerhalb der Vereinbarung seien weitere 13 Halts in Planung oder Bau. Eigentümerin der im Ranking benannten 430 Stationen sei eine Tochter der im Bundeseigentum stehenden DB. Gleichwohl wendeten Land und Kommunen erhebliche Mittel auf, um die Modernisierung voranzutreiben, so Kreuter: „Für ein attraktives Angebot auf der Schiene wird ein barrierefreier Zugang in Bahnhöfen immer wichtiger.“

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