Veränderungen im Zugfahrplan in der Region Starkenburg und wie sind diese zu werten?

Der PRO BAHN- Regionalverband Starkenburg nimmt zum neuen Fahrplan für den Raum Südhessen und die Verknüpfungen in die Nachbarregionen in Sachen Schienenpersonennah- und Fernverkehr Stellung, welcher am 13.12.2015 in Kraft tritt.Bild Bahnhofsschild Darmstadt

DARMSTADT, 13.11.2015 (PRO BAHN).
Am 13. Dezember 2015 tritt der neue Fahrplan im Fern- und Nahverkehr in Kraft.
Für die Rhein-Neckar-Region wartet er zum derzeitigen Stand mit folgenden Änderungen auf ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
Die Ausschreibung für das so genannte Dieselnetz Südwest tritt in Kraft. Dies betrifft unter anderem die Nibelungenbahn (Worms – Bensheim) und die Weschnitztalbahn (Weinheim – Fürth). Ab 19 Uhr werden Betreuer auf den Zügen eingesetzt. Neue Fahrzeuge des Typs LINT bringen mehr Komfort, auch wenn die Ausschreibung ansonsten eher dürftige Resultate hervorbrachte; sie läuft bis 2038 (!) und bringt nur geringfügige Verbesserungen. Zwischen Worms und Bensheim verkehren die Züge nunmehr auch am Wochenende von 8 bis 21 Uhr im Stundentakt. Zwischen Biblis und Worms gibt es sogar den Stundentakt von 8 bis 23 Uhr. Weiterer Vorteil: Durch die künftige 2 Minuten spätere Abfahrt in Bensheim (Abfahrt nunmehr zur Minute 14) bestehen bessere Chancen, die Bahn von den RE-Zügen aus Richtung Frankfurt sowie den IC/EC aus Richtung München/Karlsruhe zu erreichen (jeweils Ankunft in Bensheim zur Minute 08). Dies war eine Forderung von PRO BAHN. Auf der Weschnitztalbahn besteht von Montag bis Freitag ein Halbstundentakt zwischen 5:30 und 21:30 Uhr, am Wochenende ein Stundentakt zwischen 8:30 und 21:30 Uhr. Die versprochene Direktverbindung nach Mannheim beschränkt sich auf eine einzige Fahrt, Fürth ab um 6.35 Uhr.

Positiv auf der Main-Neckar-Bahn (Heidelberg / Mannheim – Darmstadt – Frankfurt): Es gibt einen zusätzlichen Zug (Taktlücken-Schließung) am Nachmittag (Mannheim ab 15:45) mit Wende in Heppenheim (an 16:24) statt in Bensheim, Rückfahrt um 16:35 ab Heppenheim. Eine ärgerliche Taktlücke um 10 Uhr morgens bleibt allerdings bestehen.

EIn ET 425 im Bahnhof Bensheim.

EIn ET 425 im Bahnhof Bensheim.

Ein morgens verkehrender RE 4960 (Mannheim ab bisher 6:02) könnte künftig beschleunigt werden, da der IC 2051 (Saarbrücken – Frankfurt) wegfallen wird, der den RE bislang in Darmstadt Hbf überholt hatte. Hierzu läuft auf Antrag von PRO BAHN eine Prüfung bei den beteiligten Stellen, dass der RE in Mannheim später abfährt.
Die Zugangsmöglichkeiten zum Nahverkehr werden sich erst einmal nicht verbessern; die Kommunen der hessischen Bergstraße haben sich nicht um weitere S-Bahnhöfe bemüht.

Im Fernverkehr ist der Wegfall des bisher gut nachgefragten IC 2051 Saarbrücken– Mannheim-Weinheim-Darmstadt-Frankfurt zu beklagen, Abfahrt war in Weinheim bisher 6:36 sowie in Darmstadt 6:55 Uhr. Noch vor gut 15 Jahren gab es einen fast durchgehenden Zwei-Stunden-Takt von Mannheim über Darmstadt nach Frankfurt. Kurzen Prozess macht die Bahn auch mit anderen Zügen auf der Relation Frankfurt-Darmstadt-Mannheim-Saarbrücken: Der IC 2054 Ffm (15:54) mit Halt in Darmstadt (ab 16:13), Heppenheim (ab 16:26) und Mannheim (ab 16:49) entfällt, ebenso der IC 2258, der bisher an Freitagen um 14:46 in der Mainmetropole abfuhr und in Darmstadt hielt.
Hilfreich für Berufspendler: Der IC 2396 wird mit Fahrplanwechsel durchgehend mit Wagen der Österreichischen Bundesbahn ÖBB bestückt sein und somit wesentlich mehr Sitzplätze und mehr Komfort bieten. Er hält in Heidelberg (ab 6:58), Weinheim (ab 7:14), Heppenheim (ab 7:22), Bensheim (ab 7:28) und Darmstadt (ab 7:42) und kommt in Frankfurt um 7:58 an. Damit wird eine Forderung von PRO BAHN erfüllt.

Wiederum ein Nachteil: Das Zugpaar Frankfurt – Darmstadt – Bensheim – Weinheim – Heidelberg – Stuttgart – Zürich entfällt. Dieser Zug fuhr bisher montags bis freitags morgens um 5:56 in Frankfurt ab und kam in der Rückrichtung um 22:16 in der Mainmetropole an. Allerdings wird dieser zwischen Frankfurt und Stuttgart durch einen ICE ersetzt: Frankfurt ab 5:56, Darmstadt ab 6:13, Bensheim ab 6:25, Heidelberg ab 6:55, Ankunft Stuttgart 07:37. Dieser Zug wird vorerst nicht in Weinheim halten, da hierfür Hochbahnsteige erforderlich sind. Da der Weinheimer Bahnhof derzeit umgebaut wird, ist es jedoch wahrscheinlich, dass Weinheim ab Sommer 2016 bedient wird. In Gegenrichtung fährt der ICE 978 nur montags bis donnerstags in Stuttgart Hbf um 21:55 ab und kommt in Heidelberg 22:46, Bensheim 23:11, Darmstadt 23:25 sowie Frankfurt um 23:43 an. Diese späte Zeitlage schließt Lücken an der Bergstraße von Süden her. Allerdings entsteht in Weinheim zwischen 19 Uhr und 20:45 Uhr Ankunftszeit eine fast zweistündige Verbindungslücke.
Positiv für die Bergstraße: An Freitagen verkehren künftig zwei zusätzliche IC der Linie 26 Karlsruhe – Heidelberg – Frankfurt – Gießen – Hamburg: IC 2277 von Hamburg, Gießen und Frankfurt (ab 11:20 Uhr) neu weiter via Darmstadt (an 11:35 Uhr) nach Heidelberg (an 12:12 Uhr) bzw. in der Gegenrichtung IC 2372 neu von Karlsruhe (ab 11:10 Uhr) via Heidelberg (ab 11:46 Uhr) und Darmstadt (ab 12:24 Uhr) nach Frankfurt (an 12:40 Uhr) und von dort weiterhin nach Hamburg und Stralsund. Letzterer ersetzt einen bisher ab Karlsruhe nach Berlin über Erfurt und Leipzig verkehrenden IC-Zug. Hintergrund ist die Inbetriebnahme der Neubaustrecke Erfurt – Leipzig/Halle, welche ab Frankfurt künftig alle zwei Stunden ICE der neuen Linie 15 nach Berlin vorsieht. Die Fahrzeit verkürzt sich um rund 40 Minuten, nach Leipzig und Dresden um eine halbe Stunde. Darmstadt profitiert davon mit einem ICE montags bis freitags, der um 6:37 abfährt und um 11:01 am Berliner Hbf ankommt.
Ab Dezember 2015 fällt auch der ICE-Sprinteraufpreis weg.

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