Probleme von Fern- und Nahverkehrsverbindungen zwischen Fulda und Frankfurt treffen vor allem die Pendler

Die Fahrgäste auf der mit Nah-, Fernverkehrs- und Güterzügen stark überlasteten Kinzigtalbahn Fulda – Frankfurt treffen die Unzulänglichkeiten des hessischen Schienennetzes im ganz Besonderen. Verspätungen, Betriebsstörungen und sogar totale Zugausfälle sind auf dieser Strecke an der Tagesordnung. Mit etwas Glück erreichen die Pendler in drei von zehn Fällen pro Woche ihr Ziel pünktlich, in Extremfällen auch schon einmal mit einer Stunde Verspätung.

Bahnhof Fulda im Sommer 2015.

Bahnhof Fulda im Sommer 2015.

IC von Camberger Brücke fotografiertRichtig viel Freude kommt im Falle von Verspätungen bei dem nicht angekündigten Tausch von langsameren Regionalbahnen und schnelleren Regionalexpresszügen mit unterschiedlichen Unterwegshalten auf.

Jetzt hat der RMV auch noch angekündigt, dass ab Fahrplanwechsel die Deutsche Bahn dem Fernverkehr mit seinen IC- und ICE-Zügen noch höhere Priorität einräumt, was bedeutet, dass der Regionalverkehr noch häufiger als bisher schon unterwegs aufs Überholgleis dirigiert wird, wodurch sich die Fahrzeit der Pendler ab der kommenden Fahrplanperiode in vielen Fällen gegenüber heute um fünf bis zehn Minuten verlängert und ein Pendlerzug sogar vorzeitig im Südbahnhof enden muss.

Besonders hart trifft nun auch noch die Pendler aus Fulda und Umgebung, denen es gegen einen Aufpreis (Fernverkehrsergänzungskarte) vergönnt ist, zum Beispiel mit einem RMV-Jobticket die deutlich pünktlicheren und schnelleren IC-Züge benutzen zu können. Mit Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2015 hat die DB auf der Hinfahrt nach Frankfurt morgens zwei und auf der Rückfahrt sogar vier potentiell nutzbare IC-Verbindungen in ICE-Züge umgewandelt, die mit RM-Karten nicht benutzt werden können.

Thomas Kraft, Landesvorsitzender des Fahrgastverbandes PRO BAHN Hessen, möchte in diesem Zusammenhang vom RMV wissen, welche Initiativen der Verbund ergreifen wird, die Situation der Pendler auf der Kinzigtalbahn kurz- und mittelfristig merklich und auch messbar für die Fahrgäste zu verbessern? Das Monopol, das RMV und DB bei der Beförderung haben, dürfen beide nicht weiter ungestraft ausnutzen, Pendlern pro Jahr zusammenaddiert bis zu einhundert Stunden ihrer Freizeit zu rauben. Jahrelang haben alle Verantwortlichen in Hessen, insbesondere aber durch die Bank alle früheren Verkehrsminister Warnungen von PRO BAHN und Verkehrsexperten über einen bevorstehenden Verkehrskollaps auf dieser Relation in den Wind geschlagen.

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