Schließung von Reisezentren und Fahrkartenschaltern, so auch in Limburg, nicht so einfach hinnehmen

PRO BAHN Mittelhessen unterstützt Initiative der Linkspartei Limburg-Weilburg

Der PRO BAHN Regionalverband Mittelhessen unterstützt Initiative der Partei „Die Linke“, Kreisverband Limburg-Weilburg, zum Erhalt der beiden Bahnreisezentren in Limburg. An einer Demonstration zum Thema am 30.12.2015 habe man bewusst teilgenommen, um sowohl aufgrund des eigenen Vereinsziels als auch der gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden, hier die Stimme zu erheben, so der Regionalsprecher von PRO BAHN Mittelhessen, Thomas Kraft.

Die Schließung von Beratungs- und Verkaufsstellen in der Fläche kann nicht die Antwort auf die Automatisierung und Digitalisierung und die damit verbundenen Auswirkung in den gesellschaftlichen Alltag sein.

Trifft es in der Dom- und Kreisstadt Limburg auch sogar den ICE-Bahnhof? Wird man auch hier vergeblich einen Fahrkartenschalter suchen?

Trifft es in der Dom- und Kreisstadt Limburg auch sogar den ICE-Bahnhof? Wird man auch hier vergeblich einen Fahrkartenschalter suchen?

In diesem Zusammenhang fordert der PRO BAHN Regionalverband Mittelhessen die Deutsche Bahn (DB) auf, von den Gedankenspielen, weitere Reisezentren und Fahrkartenschalter zu schließen, Abstand zu nehmen. In einem Schreiben an die Deutsche Bahn bekräftigt PRO BAHN Mittelhessen, dass es für die Dom- und Kreisstadt Limburg von großer Bedeutung sei, Reisezentren in ihrer Stadt zu wissen.

Rentner, Schwerbehinderte, ältere Menschen mit keinem Zugang zum Internet, werden von der Teilhabe an der Daseinsvorsorge in unserer Gesellschaft zunehmend ausgeschlossen. In dem Zusammenhang wird auch Kritik an der Verfahrensweise geübt, dass die Leistung, Fahrkarten für einen Verkehrsverbund zu verkaufen, öffentlich ausgeschrieben werde. Wenn keine Fahrkarten des Rhein-Main-Verkehrsverbundes mehr an den Schaltern der Deutschen Bahn zu beziehen sind, dann ist klar, dass der Fahrkartenverkauf durch Personal nicht mehr geleistet werden kann. Die Fahrgastzahlen am Regionalbahnhof Limburg dürften zu 70% Fahrten innerhalb des RMV sein.

Die Auslastung und Inanspruchnahme von Reisezentren hänge in wesentlichen Teilen auch von der Attraktivität ab. Gab es in früherer Zeit sogar noch Nachtschalter an Bahnhöfen, so muss man selbst in den großen Knotenbahnhöfen im DB-Netz feststellen, dass ab 20:00 Uhr oder 21:00 Uhr nur noch der Kauf einer Fahrkarte am Automaten möglich ist. Für Limburg bedeutete dies, dass seit Jahren sowohl am Regionalbahnhof in der Innenstadt als auch am Fernbahnhof Limburg-Süd nur noch Montag bis Freitag die Schalter offen sind. Samstags, Sonn- und Feiertags schaut der Fahrgast in die Röhre bzw. an den unpersönlichen Automaten. Ein Skandal für einen Fernbahnhof, von wo aus man umsteigefrei bis nach Dortmund, München, Stuttgart, Basel und anderen größeren Städten reisen kann.

Aber nicht nur mobilitätseingeschränkte Menschen und diejenigen, welche keinen Computer zuhause haben, sind im Nachteil. Die Fahrkartenautomaten sind in ihrer Handhabung nicht wahrlich barrierefrei. Personen, welche nur gelegentlich mit der Bahn reisen, sind in den allermeisten Fällen überfordert, den Tarifdschungel in den Anwendungsebenen der Automaten zu verstehen.

Hinzu kommt, dass in jedem Verkehrsverbund Deutschlands völlig eigenständige Fahrpreissysteme bestehen, was weitreichende Alltags- und Ortskenntnisse voraussetzt. All dies kann ein Mensch nicht ersetzen. Oftmals ist eine individuelle Beratung notwendig, so insbesondere auch bei Familien- und Gruppenreisen. Bei solchen Barrieren wird der Gelegenheitskunde schnell die Flucht ergreifen und sein Fahrtziel mit dem Auto ansteuern, so Thomas Kraft.

Der Regionalbahnhof in der Stadtmitte von Limburg. Gibt es künftig an der Stelle kein Reisezentrum mehr? Hier kommen vier Regionalbahnstrecken zusammen und der Stadtbusverkehr hat hier seinen ZOB (Zentralen Omnibusbahnhof)

Der Regionalbahnhof in der Stadtmitte von Limburg. Gibt es künftig an der Stelle kein Reisezentrum mehr? Hier kommen vier Regionalbahnstrecken zusammen und der Stadtbusverkehr hat hier seinen ZOB (Zentralen Omnibusbahnhof)

Im Gespräch am Rande der Demonstration zwischen dem Limburger Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) und PRO BAHN Mittelhessen ist es als erfreuliches Zeichen zu werten, dass das Limburger Stadtoberhaupt in nächster Zeit zum Gespräch einladen will, um über den Erhalt der Infrastruktureinrichtungen des Öffentlichen Nah- und Fernverkehrs zu sprechen. PRO BAHN nimmt diese Einladung gerne an. PRO BAHN Mittelhessen appelliert an alle politischen Kräfte in Limburg und im Landkreis, sich der Initiative der Linkspartei anzuschließen und gemeinsam für den Erhalt der beiden Standorte der Reisezentren einzutreten.

Der Fahrgastverband PRO BAHN fordert den Bundesgesetzgeber auf, analog wie im Falle der Deutschen Post mit ihren Postfilialen und Postagenturen, entsprechende Rechtsgrundlagen auch für das Eisenbahnnetz zu erlassen. So sollten die Deutsche Bahn und alle weiteren Verkehrsunternehmen mit eigenem Streckennetz sowie alle Verkehrsverbünde in Deutschland verpflichtet werden, bei einer Größenordnung von mindestens 3.500 Reisenden täglich ein Reisezentrum bzw. zumindest einen Fahrkartenschalter vorzuhalten. Im Falle der Dom- und Kreisstadt Limburg bedeutet dies, dass in jedem Fall sowohl am Standort des Bahnhofs in der Innenstadt, als auch am ICE-Bahnhof Limburg-Süd Reisezentren vorgehalten werden müssen, so Thomas Kraft vom PRO BAHN Regionalverband Mittelhessen abschließend.

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