O-Bus, Straßenbahn und Seilbahn in Marburg seit Monaten Gesprächsthema, auch im Kommunalwahlkampf

Wie weit geht Marburg den Weg zu neuen Verkehrsmitteln?

Die Universitätsstadt Marburg, Oberzentrum mit rund 73.000 Einwohnern in Mittelhessen, im engeren Teil der Lahn gelegen, hat seit langem ein Verkehrserschließungsproblem. Ab den 1970er Jahren wurden schrittweise das Universitätsklinikum und weite Teile der Universität auf die Lahnberge verlegt, weil es in der Innenstadt einfach zu eng geworden war.

Vom neuen Busbahnhof vor dem Bahnhof Marburg fahren derzeit schon viele Stadtbusse auf die Lahnberge, jedoch reichen diese Kapazitäten nicht aus.

Vom neuen Busbahnhof vor dem Bahnhof Marburg fahren derzeit schon viele Stadtbusse auf die Lahnberge, jedoch reichen diese Kapazitäten nicht aus.

Nun stellt sich das Problem, dass insbesondere in der Hauptverkehrszeit sowie zu den Pausen der Vorlesungen in der Universität die Menschen mit den Kapazitäten kaum auf die Lahnberge und wieder von dort herunter zu bringen sind. Insbesondere die Stadtbuslinie 7 aber auch die 9 bricht alle Rekorde. Die Busse sind übervoll. Hinzu kommt noch, dass die Stadtbusse bei der Überfüllung die Steigungen nur mit Mühe meistern. Die Stadtwerke Marburg als Nahverkehrsunternehmen muss sich Tag für Tag diesem Problem stellen und sucht schon länger nach Lösungen.

Bei dem jüngsten Regionaltreffen des PRO BAHN Regionalverbandes Mittelhessen im Januar 2016 wurde sich intensiv über das Thema ausgetauscht. Das Ergebnis war, dass man die Variante eines Oberleitungsbusses favorisiert. Ein O-Bus kann in wesentlich größeren Fahrzeugen auf die Strecke geschickt werden als ein gängiger Linienbus mit Benzin- oder Gasantrieb. Man würde enorme Kosten sparen, welche für die Verlegung von Schienen erforderlich wären. In anderen Städten Europas, so z.B. in Luzern in der Schweiz, kann man innovative und zukunftsweisende Konzepte eines Oberleitungsbusnetzes sehen.

Die Variante einer Seilbahn hat sowohl Licht- als auch Schattenseiten. So ist es zwar möglich, als Vergleich in der Diskussion vor Ort in Marburg dient fortwährend die Seilbahn in Koblenz rauf zum Ehrenbreitstein, könnte pro Fahrt schon einiges an Fahrgästen transportiert werden. Die Frage stellt sich jedoch, wie kommen die Menschen einerseits zur Talstation, z.B. vom Hauptbahnhof aus. Gleiches gilt oben auf den Lahnbergen, wo weiterhin eine Buslinie die Erschließung übernehmen müsste.

Ein Bus der Linie 7 im Stadtverkehr Marburg. Sie erschließt als Stammlinie von zwei Seiten das Gebiet auf der Lahnberge mit Uni-Kampus und Uni-Klinikum.

Ein Bus der Linie 7 im Stadtverkehr Marburg. Sie erschließt als Stammlinie von zwei Seiten das Gebiet auf der Lahnberge mit Uni-Kampus und Uni-Klinikum.

Da bleibt noch die Variante der Straßenbahn, sie ist noch nicht weitgehend ausdiskutiert. Es gibt jedoch schon gleich Störfeuer, gerade weil angeblich die Straßen in der Innenstadt zu eng sind. Ob dies wirklich so ist, dafür gibt es bislang keine eingehende Untersuchung. Für den PRO BAHN Regionalverband Mittelhessen steht jedenfalls fest, dass es nicht mehr zeitgemäß ist, für Marburg zu glauben, man könne mit klassischen Linienbussen, wenn dann maximal mit Anhänger und Gelenkbussen, die Menschen in der Stadt und insbesondere auf die Lahnberge zu transportieren. Hier bedarf es in jedem Fall einer Lösung mit Fahrdraht, wobei der O-Bus nach aktuellem Wissensstand die beste Variante scheint.

Die weitere Diskussion bleibt abzuwarten, insbesondere ob des sich nur um Wahlkampfthemen bis zur Kommunalwahl am 06.03.2016 handelt oder ob die neue Stadtverordnetenversammlung zusammen mit dem neuen Magistrat dann eine ernste Diskussion anstoßen, die auch zielführend sein wird und in einem überschaubaren Zeitraum umgesetzt werden kann. Die Menschen, die jeden Tag auf die Lahnberge müssen, würden es danken.

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