Bahnhof Beienheim in der Wetterau wird bis 2022 umgebaut und erhält Koppelungs- und Flügelungsmöglichkeit

Es bewegt sich etwas im Bereich des Wetterau-Schienennetzes. Die Weitsicht des Wetteraukreises, des Main-Kinzig-Kreises und der Anliegerkommunen der eingleisigen Strecken ist es zu verdanken, dass überhaupt noch das alte Grundnetz erhalten ist. Insbesondere die Pendlerströme in die Mainmetropole wären ansonsten überhaupt nicht zu bewältigen.

Der Bahnhof Beienheim mit den nicht mehr zumutbaren Bahnsteigen und den beiden Triebwagen, der linke kommt von Wölfersheim, der rechte ist der Zug, der Nidda ansteuert. Die Gesamtstrecke wird von der Hessischen Landesbahn betrieben.

Der Bahnhof Beienheim mit den nicht mehr zumutbaren Bahnsteigen und den beiden Triebwagen, der linke kommt von Wölfersheim, der rechte ist der Zug, der Nidda ansteuert. Die Gesamtleistung wird von der Hessischen Landesbahn erbracht.

Insbesondere der Bahnhof Beienheim spielt eine wichtige Rolle. Hier, im Stadtteil von Reichelsheim (Wetterau) laufen die Bahnstrecken von Nidda und Hungen/Wölfersheim zusammen, welche dann den gemeinsamen Weg nach Friedberg nehmen. Seit 1897 sind die Strecken in Betrieb, wobei ein Abschnitt zwischen Hungen und Wölfersheim seit 2003 stillgelegt ist.

Die Technik der Verkehrsstation Beienheim ist völlig überaltert, sie ist seit vielen Jahrzehnten nicht grundlegend erneuert worden. Das Problem, welches sich stellt ist, dass meist die Züge entweder aus Richtung Wölfersheim oder aus Richtung Nidda in Beienheim enden und die Fahrgäste in den jeweils anderen Zug umsteigen müssen, um weiter nach Friedberg zu fahren. Meist trifft es den Abschnitt des geringer frequentierten Abschnitts von Wölfersheim. Das bedeutet, dass beispielsweise um rund 35 km von Wölfersheim nach Frankfurt zu fahren, zwei Umstiege nötig sind.

Nun scheint die Verbesserung in greifbarer Nähe. Bei einem Ortstermin in Beienheim trafen sich der Landrat des Wetteraukreises Joachim Arnold, Karl-Heinz Schneider, Verbandsvorsitzender des Zweckverbandes Oberhessische Versorgungsbetriebe (ZOV) sowie Bürgermeister und andere Mandatsträger der Anliegerkommunen bei einem Ortstermin.

Hier teilen sich die beiden Strecken. Geradeaus geht es nach Wölfersheim/Hungen, rechts ab geht es nach Nidda.

Hier teilen sich die beiden Strecken. Geradeaus geht es nach Wölfersheim/Hungen, rechts ab geht es nach Nidda.

Bis zum Jahr 2022 soll nun die gesamte Verkehrsstation umgebaut werden. Zwei Bahnsteige werden neu gebaut und in der Höhe angepasst, dass ein ebenerdiger Einstieg möglich ist. Da heute andere Vorschriften gelten als vor über 100 Jahren, müssen die beiden Bahnsteige breiter gebaut werden. Dadurch ist eine Anpassung der Gleise und Weichen erforderlich. Erfreulich ist, dass der Bahnhof Beienheim auch technisch so „aufgerüstet“ wird, dass das Koppeln von Triebwagen möglich wird. So können die Triebwagen von Wölfersheim/Hungen sowie von Nidda kommend, in Beienheim vereinigt werden und gemeinsam weiter nach Friedberg fahren. Umgekehrt ist eine Flügelung für die Gegenrichtung(en) natürlich auch möglich. Somit erzielt man umsteigefreie Verbindungen bis nach Friedberg und später auch bis in die Mainmetropole. Dies ist natürlich abhängig vom Ausbau der Main-Weser-Bahn zwischen Frankfurt/West und Friedberg auf vier Gleise, um entsprechende Kapazitäten zu erhalten, genügend Züge auf diese Trasse zu legen.

Der Fahrgastverband PRO BAHN begrüßt diese Maßnahme außerordentlich. In gemeinsamen Gesprächen mit der AG Horlofftalbahn, welche sich für die Reaktivierung des Abschnitts Hungen-Wölfersheim stark macht, wurde in den vergangenen Jahren immer wieder betont, wie wichtig die direkten Personenzugverbindungen aus dem östlichen Landkreis Gießen rund um die Stadt Hungen nach Frankfurt am Main sind, um die Bevölkerung in der ländlichen Region als Wohnsitzgemeinden zu halten. Der Umbau der Verkehrsstation Beienheim ist ein Meilenstein dafür, das Wetterauer Netz mit den eingleisigen Nebenbahnen dauerhaft zu halten. Die relativ lange Zeitspanne bis 2022 stimmt PRO BAHN jedoch bedenklich. Denn mit einer Flügelung bzw. Kopplung der Züge in Beienheim, auch schon vor der Fertigstellung des Ausbaus der Main-Weser-Bahn, würden sicherlich viele Menschen die Zugverbindung vorziehen und nicht mehr mit dem eigenen Auto nach Friedberg fahren.

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