PRO BAHN gegen Regionalzughalt in Karben voll umfänglich ab – PRO BAHN fordert stattdessen Express-S-Bahnen nach viergleisigem Ausbau

Man darf nicht immer nur an den eigenen Kirchturm denken

Die Verkehrsstation Groß-Karben an der Main-Weser-Bahn, 15 km nördlich von Frankfurt am Main gelegen.

Die Verkehrsstation Groß-Karben an der Main-Weser-Bahn, 15 km nördlich von Frankfurt am Main gelegen.

Jüngste Verlautbarungen, insbesondere aus den Reihen der CDU in Karben äußerten die Forderung, dass Regionalzüge auch künftig an der Station Groß-Karben halten sollen, um so die 21.000-Einwohner-Stadt im Wetteraukreis nördlich von Frankfurt besser an den ÖPNV anzubinden. So ist es in der Lokalpresse nachzulesen. In der Kommune liegen die Stationen Groß-Karben sowie Okarben der Main-Weser-Bahn.

Der Fahrgastverband PRO BAHN lehnt diese Forderung uneingeschränkt ab. Man erkenne zunehmend, dass es seitens verschiedener Kommunen Forderungen erhoben werden, welche alleine nur den eigenen Vorteil widerspiegeln.

Jeder zweite Zug der S 6 fährt tagsüber nur von Frankfurt-Süd bis Groß-Karben und macht so aus dem Halbstundentakt der S 6 in dem Abschnitt einen Viertelstundentakt. Hier steht die S-Bahn in Groß-Karben auf dem dafür vorgesehenen Gleis 2.

Jeder zweite Zug der S 6 fährt tagsüber nur von Frankfurt-Süd bis Groß-Karben und macht so aus dem Halbstundentakt der S 6 in dem Abschnitt einen Viertelstundentakt. Hier steht die S-Bahn in Groß-Karben auf dem dafür vorgesehenen Gleis 2.

Die Regionalzuglinien RE 30, RE 98, RE 99, RE 40 und RE 41 dienen in wesentlichen dazu, die Menschen, z.B. als Pendler, aus der Region Mittelhessen nach Frankfurt zu bringen. Durch die Wohnraumknappheit wird das weite Anreisen zum Arbeitsplatz im Rhein-Main-Gebiet immer mehr zunehmen. Daher gilt es, ein optimiertes Zugangebot auf der Main-Weser-Bahn anzubieten. Von daher fordert der Fahrgastverband PRO BAHN, die Regionalzüge auf der Main-Weser-Bahn zwischen Friedberg und Frankfurt-West generell nicht halten zu lassen, um so für alle Regionalzüge die Fahrtzeit von 40 Minuten einzuhalten. Fahrtzeiten von einer Stunde und mehr ab Gießen in das 70 km entfernte Frankfurt sind für die Bevölkerung unzumutbar. Daher müsse auch der Halt jedes zweiten Mittelhessen-Express in Bad Vilbel wieder aufgehoben werden. Der nun anstehende Ausbau der Main-Weser-Bahn auf vier Gleise diene gerade dazu, die Verkehrsmittel S-Bahn einerseits sowie die Regional- und Fernzüge andererseits, voneinander zu trennen. Nur die S-Bahn soll zwischen Friedberg und Frankfurt die Stationen bedienen. Da könne man das sinnvoll ausgedachte Ausbaukonzept nicht aufweichen, um mehr und mehr den Regionalzug auch zwischen Friedberg und Frankfurt halten zu lassen. Halte in Groß-Karben würden die Main-Weser-Bahn dann gänzlich unattraktiv machen. Daher fordert PRO BAHN dazu auf, das Thema „Regionalzughalt Karben“ in die Kategorie Sommerloch einzustufen und in den Schubladen dauerhaft verschwinden zu lassen.

PRO BAHN erkennt schon das Bedürfnis nach Ergänzungslösungen für lang laufende S-Bahn-Linien im Rhein-Main-Gebiet. Nach dem nun bis 2022 erfolgenden Ausbau der Main-Weser-Bahn bis nach Bad Vilbel komme eine Beschleunigung auf die Bahnkunden zu, weil dann mit eigenständigen Gleisen die S-Bahn in einem sauberen, sogar etwas schnelleren Taktfahrplan gefahren werden könne. Es könne dann spätestens eine sog. „Express-S-Bahn“ eingeführt werden, wodurch z.B. jede 3. Fahrt einer Linie nicht an jeder Station hält. Die Form der Express-S-Bahn wird derzeit für den Großraum Berlin zur Ausdehnung des S-Bahn-Netzes in weitere Teile des Bundeslandes Brandenburg diskutiert und z.B. im Raum Leipzig/Halle gibt es bereits solch ein System. PRO BAHN schlägt dies für die Linien nach Friedberg (S 6), Wiesbaden (S 1), Darmstadt (S 3) und Hanau (S 8/S 9) vor. Diese könnten die Bezeichnungen S 16, S 11, S 13 und S 18 oder S 6X, S 1X, S 3X und S 8X erhalten, so dass die schnellen S-Bahnen für alle deutlich erkennbar wären. Die Fahrtzeit z.B. von Friedberg bis nach Frankfurt Hbf. ist mit rund 40 Minuten schon sehr lang und durch eine S 16, welche nur an den größeren Stationen Friedberg, Nieder-Wöllstadt, Groß-Karben, Bad Vilbel, Frankfurter Berg und Frankfurt-West halten würde, könne auch für den südlichen Wetteraukreis eine Optimierung erreicht werden, ohne dass die Menschen aus Mittelhessen Nachteile in der ohnehin schon nicht optimal angebundenen Region erfahren.

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