Lumdatalbahn-Diskussion erwünscht – Fakten und Zahlen müssen stimmen

Gemeinsame Pressemitteilung von Lumdatalbahn e.V., ProBahn&Bus Mittelhessen und PRO BAHN Regionalverband Mittelhessen

Ein VT 628 auf der Lumdatalbahn an einem Bahnübergang bei Mainzlar. (Bild: Lumdatalbahn e.V.)

Ein VT 628 auf der Lumdatalbahn an einem Bahnübergang bei Mainzlar. (Bild: Lumdatalbahn e.V.)

Wilfried Schmied von der CDU Staufenberg zweifelt den Nutzen der Lumdatalbahn an und wünscht sich mehr Transparenz in der aktuellen Runde der Nutzen-Kostenbewertung. Schmied unterlegt seine Kritik mit der seiner Meinung nach negativen Entwicklung an der reaktivierten Edertalbahn Korbach – Frankenberg. Der CDU-Politiker erweckt den Eindruck, als sei im Edertal mit der aktuellen Fahrgastzahl (ca. 470 Reisende pro Tag) die Prognose von 2700 Fahrgästen pro Tag weit verfehlt. Resultierend aus diesen Zahlen müsse der Landkreis Waldeck-Frankenberg außerdem ein außerplanmäßiges Defizit tragen.

Nach Ansicht des Vereins Lumdatalbahn e. V. sowie der Fahrgastverbände PRO BAHN und Pro Bahn & Bus dürfen einem Kommunalpolitiker mit zehnjähriger Erfahrung als Regierungspräsident keine solchen Fehleinschätzungen unterlaufen. Denn die Fakten sehen gänzlich anders aus. Für die Edertalbahn hat es nie eine Prognose über 2700 Fahrgäste pro Tag gegeben. Vielmehr ist die CDU-geführte Landesregierung von nur etwa 300 Reisenden ausgegangen. Allerdings hat das zuständige Ministerium für die nordhessische Region einen hohen touristischen und strukturpolitischen Nutzen im Projekt Edertalbahn gesehen.

Da die Edertalbahn mit ihren Fahrgastzahlen über und nicht unter der Prognose liegt, gibt es auch kein außerplanmäßiges Defizit, welches vom Landkreis Waldeck-Frankenberg auszugleichen wäre. Generell müssen Landkreise über die üblichen Umlagen an die Verkehrsverbünde hinaus keine Zuschüsse zum laufenden Bahnbetrieb zahlen. Beteiligt werden sie allerdings an den einmaligen Investitionskosten, die erforderlich sind, um eine Strecke ins Rollen zu bringen. Die Finanzierung des regionalen Bahn- und Busangebotes folgt klar definierten Regeln, die von einem Kommunalpolitiker mit verkehrspolitischen Ambitionen verstanden werden sollten. Wer schwammig von einem auf Jahre auszugleichenden Defizit redet, macht Stimmung gegen die Bahn ohne Fakten zu benennen. Waldeck-Frankenbergs Landrat Dr. Kubat zeigte sich im Gespräch mit zahlreichen Aktiven des Vereins Lumdatalbahn im Übrigen zufrieden mit der Entwicklung an der Edertalbahn.

Der Verein Lumdatalbahn e. V. und die Fahrgastverbände sind zuversichtlich, dass auch die Lumdatalbahn von der Jahr für Jahr steigenden Nachfrage im Regionalverkehr auf der Schiene profitieren wird. Anders als von Schmied behauptet, weisen die Vereine auch dem RMV keine Schuld an den bisher negativen Nutzen-Kosten-Untersuchungen zu. Allerdings gilt es zu hinterfragen, warum eine Vorstufenuntersuchung positiv abschließt, eine detaillierte Untersuchung aber negativ. Und es müssen für die Lumdatalbahn ähnliche Kriterien gelten wie für die Edertalbahn, denn im Edertal wurde der Strecke von der CDU-Landesregierung auch ein hoher Nutzen für den ländlichen Raum bescheinigt.

Die letzten Streckenstilllegungen in Mittelhessen fanden in der Amtszeit von Regierungspräsident Wilfried Schmied am 08.06.2001 (Aar-Salzböde-Bahn Herborn-Hartenrod) bzw. am 04.04.2003 (Horlofftalbahn Hungen-Wölfersheim) statt. Seitdem entwickelt sich auch in Mittelhessen der Regionalverkehr auf allen Strecken positiv.

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