LOCOMORE – ein weiterer Start von Stuttgart über Frankfurt nach Berlin und zurück ab dem 24.08.

Landesvorsitzender Thomas Kraft im Interview mit hr-info.

Nur wenige Monate waren dem Start von LOCOMORE, dem kleinen Fernzugkonkurrenten der Deutschen Bahn gegönnt, mit einem Zugpaar mehrmals wöchentlich zwischen Frankfurt und Berlin unterwegs zu sein. Es ging in die Insolvenz.

Ein Waggon von LOCOMORE bei der Innotrans in Berlin im September 2016.

Ein Waggon von LOCOMORE bei der Innotrans in Berlin im September 2016.

Nun wird am 24.08.2017 ein Neustart gewagt, denn neue Namen tauchen als Beteiligte auf, ein Investor aus Tschechien und der Marktführer (93% Anteil) des deutschen Fernbusmarktes, das Unternehmen Flixbus steigt in den Zugmarkt ein. Der neue Name „Flixtrain“ wurde inzwischen aus der Taufe gehoben und es mutet an, als wird der Name „Flixtrain“ alsbald den Namen „LOCOMORE“ ersetzen.

Thomas Kraft, Landesvorsitzender des PRO BAHN Landesverbandes Hessen sagte gegenüber „hr-info“, dem Nachrichtensender des Hessischen Rundfunks, dass sich der Fahrgastverband PRO BAHN darüber freue, wenn es endlich Wettbewerb in der Fernzugsparte gebe. Ein breiteres Angebot als von einem Monopolisten kann nur im Sinne der Fahrgäste sein. Bei allen Anbietern müssten aber gleiche Wettbewerbsbedingungen gegeben sein, so. z.B. gleiche Fahrgastrechte bei allen Anbietern, gleiche Form von Fahrpreisrückerstattungen, stationäre und elektronische Fahrgastinformation. Sehr viel Wert legt Kraft auf eine durchgängige Reisekette, d.h. es müsse möglich sein, durchgebundene Fahrscheine von verschiedenen Verkehrsmitteln und Unternehmen zu erwerben.

Auf die Frage, warum denn LOCOMORE in die Insolvenz rutschte, konnte Thomas Kraft lediglich die Mutmaßung angeben, dass insbesondere die Investitionskosten vor dem ersten Start enorm hoch gewesen seien und die Stations- und Trassenpreise für das deutsche Schienennetz ihr übriges dazu getan hätten.

Einen Vorschlag für den Verlauf in Hessen hatte der PRO BAHN Landesvorsitzende ebenfalls parat. Bei dem 1. Versuch war die schwache Fahrgastfrequenz in Frankfurt-Süd, Hanau und Fulda bemängelt worden. Kraft schlägt für die Fahrt Stuttgart-Berlin die Alternative die Main-Weser-Bahn mit Halt in Frankfurt-West (nahe Uni-Campus der Goethe-Universität), Gießen und Marburg, beide bekanntlich große Hochschulstandorte, vor. Die Region Mittelhessen verfüge im Moment über keinerlei Direktverbindung nach Berlin und mit guten Angeboten könne dies gerade für Studentinnen und Studenten verlockend sein. Hanau und Fulda mit der teuren Trasse der Schnellfahrstrecke seien schon sehr gut durch den regelmäßig verkehrenden ICE direkt mit Berlin verbunden.

Weitere zeitgleiche Links zum Thema seitens des Fahrgastverbandes PRO BAHN:


Pressemitteilung des Bundesverbandes zu Locomore vom 24.08.2017


Blogbeitrag des PRO BAHN Landesverbandes Berlin/Brandenburg auf pro-bahn-berlin.de

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