PRO BAHN Hessen kritisiert unzureichendes Angebot an neuen RMV-Fahrkartenautomaten

Pressemitteilung von Transdev zum Thema

Auch bei den neuen RMV-Verkaufsstellen wurden bei den Standorten – wie im Fall Wetzlar – ein Ungleichgewicht geschaffen

Der unabhängige Fahrgastverband PRO BAHN kritisiert die aktuelle Vorgehensweise bei dem Aufbau und der Installation der neuen Fahrkartenautomaten im Verbundgebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbundes. Konkret richtet sich die Kritik daran, dass nun an Stationen des Schienenpersonennahverkehrs schon über Wochen hinweg kein komplettes Fahrkartenangebot an den neuen RMV-Automaten ausgewählt werden kann. Zugtickets der Deutschen Bahn (DB) sind bis auf wenige, im Anschlusstarif befindliche Stationen nicht zu erhalten, insbesondere ein Fernzugticket kann nicht gelöst werden.

Der neue RMV-Fahrkartenautomat - aktuell weiterhin ohne DB-Fahrkartenangebot.

Der neue RMV-Fahrkartenautomat – aktuell weiterhin ohne DB-Fahrkartenangebot.

Seitens des RMV wurde durch eine Mitteilung an PRO BAHN zugesichert, dass an den neuen RMV-Automaten, welche durch die Firma Transdev betrieben werden, in den nächsten Wochen das erweiterte Fahrkartenangebot inklusive der Fernverkehrsfahrkarten der Deutschen Bahn zu erhalten ist. Ein konkretes Datum kann aktuell nicht genannt werden. Auf der Internetseite rmv.de wird nur sehr nachrangig darauf hingewiesen und an den Bahnstationen selbst sucht man entsprechende Hinweise vergebens, obwohl seit Anfang des Jahres die neuen Automaten aufgestellt sind. Dass hier mehrere Partner die Verantwortung tragen, nämlich RMV, DB und Transdev, letzteres Unternehmen mit dem eigentlichen Bereitstellungsauftrag, dies ist für den unbedarften Fahrgast, welcher derzeit eine Angebotsverschlechterung erlebt, letztlich unerheblich. Fakt ist aktuell, dass man in kompletten Landkreisen an Fahrkartenautomaten nur das eingeschränkte Angebot erhält. So muss man aus dem Lahn-Dill-Kreis einschließlich der Stadt Wetzlar zunächst über die Dillstrecke und die Lahntalbahn ein Nahverkehrsticket nach Gießen lösen, um dann dort für die Weiterfahrt die Fernverkehrsfahrkarte in der Bahnhofshalle am noch vorhandenen Automaten der Deutschen Bahn zu beziehen. Das gleiche gilt für den Vogelsbergkreis.

Der Fahrgastverband PRO BAHN hält diese Situation für unzumutbar und trauert in gewisser Weise um die alten Fahrkartenautomaten, welche als Kombigeräte RMV-DB ausgelegt waren nach. Dass die neuen Automaten technisch besser sind und diverse neue Funktionen bieten, dies kann den aktuell eingeschränkten Fahrkartenverkauf nicht aufwiegen. Es bleibt zu hoffen, dass die neuen Automaten der Firma Transdev final wieder das frühere Angebot vorhalten. Inzwischen werde, so der Stellv. Landesvorsitzende Werner Filzinger, in Expertenkreisen darüber diskutiert, wie man im Sinne einer durchgängigen Reisekette eine Karte mehrerer Verkehrsverbünde sowie bei Bedarf inklusive des Fernzugtickets bei Fahrtantritt lösen kann. In Hessen erfolgen dagegen Rückschritte.

Der Bahnhof in Wetzlar, nur noch mit Fahrkarten beim Brötchenverkauf, nicht mehr durch Fachpersonal der DB wie in Gießen, Marburg und Limburg (Stadtbahnhof)

Der Bahnhof in Wetzlar, nur noch mit Fahrkarten beim Brötchenverkauf, nicht mehr durch Fachpersonal der DB wie in Gießen, Marburg und Limburg (Stadtbahnhof)

Die in dem Zusammenhang erfolgte Neuordnung der durch Personal verkauften Tickets sieht der PRO BAHN Landesverband ebenfalls in Teilen kritisch. Zwar seien die längeren Öffnungszeiten durchaus zu begrüßen. Jedoch die Einteilung, welche Orte eine sog. RMV-Mobilitätsinfo erhalten und welche nur eine deutlich abgespeckte RMV-Agentur, diese lässt deutliche Zweifel aufkommen.

In dem Zusammenhang wird insbesondere kritisiert, dass die 53.000 Einwohner umfassende Sonderstatusstadt Wetzlar nur eine RMV-Agentur erhalten hat. Selbst kleinere Städte wie Limburg und niederrangige Stationen wie Frankfurt-Rödelheim wurden in den letzten Wochen mit einer RMV-Mobilitätsinfo ausgestattet, in denen Fachpersonal der Deutschen Bahn Beratung und Verkauf übernimmt. Wetzlar ist die mit Abstand größte Stadt im RMV-Gebiet, welche nun nur noch den Verkauf durch Personal eines Reiseproviantshops am Bahnhof vorweisen kann. In diesem Zusammenhang kritisiert der Stellv. Landesvorsitzende Werner Filzinger die Mitglieder des RMV-Aufsichtsrats, hier insbesondere den Landrat des Lahn-Dill-Kreises Wolfgang Schuster (SPD) und Norbert Kortlüke (Grüne) deutlich, dass sie im Rahmen der Beratung und Abstimmung im Entscheidungsgremium die jeweiligen lokalen Belange quasi nicht berücksichtigen und nur die Hand für die gesamtwirtschaftlichen Interessen heben. Wetzlar müsse nachträglich dringend eine Aufwertung erfahren, gleiches gilt für weitere Standorte in Hessen.

Ärgerlich sei, so der Fahrgastverband PRO BAHN, dass man sowohl den Fahrgastbeirat als auch die Fachverbände erst dann informiert habe, als die Entscheidungen bereits gefallen seien, Im Sinne eines Organs der Daseinsvorsorge wünschst sich PRO BAHN mehr Transparenz und Mitwirkung seitens der Fahrgäste.

Pressemitteilung von Transdev zum Thema

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