Liste dringend sanierungsbedürftiger Bahnstationen in Hessen

In diesem Artikel finden Sie Zusammenstellungen über sanierungsbedürftige Bahnstationen in Hessen.

Es gab vermehrt Presseanfragen an unseren Verband, aufzuzeigen, an welche „Bahnhöfe“ in Hessen stark herunter gekommen und sanierungsbedürftig sind. Derer gibt es in Hessen vergleichsweise viele. Nachfolgend nun die Auflistungen unserer Vertreter aus den fünf PRO BAHN-Regionen.

Bahnhof Niederwalgern

Bahnhof Niederwalgern

Fußgängerunterführung im Bahnhof Lollar zum östlichen Bahnsteig.

Fußgängerunterführung im Bahnhof Lollar zum östlichen Bahnsteig.

Unter dem Titel Bahnhofssanierungsprogramm läuft eine Initiative des Landes Hessen mit der Deutschen Bahn AG, mit der ein großer Teil der Bahnstationen in Hessen bis zum Jahr 2019 saniert werden sollen. Bahnhofssanierung ist dabei in fast allen Fällen der falsche Begriff. Meist handelt es sich nur um eine nur mit Mindestanforderung erneuerte Bahnsteiganlage. In vielen Fällen wird man die Barrierefreiheit außen vor lassen. Ein Teil der angedachten Sanierungen steht unter dem Vorbehalt der weitreichenden kommunalen Mitfinanzierung, die aufgrund klammer Kassen in einigen Fällen nicht mit einsteigen dürfen. Dabei sind die Gebäudesanierungen meist noch nicht berücksichtigt.

Regionalverband Starkenburg e.V.
Dr. Gottlob Gienger

Die Bahnhöfe der Odenwaldbahn wurde fast alle seit 2006 modernisiert, an
der Dreieichbahn bis 1998, die der Weschnitztalbahn Weinheim-Fürth in
den 90er Jahren, dort meist fehlgesteuert, da in Eigenregie des Kreises

Bahnhöfe in Südhessen mit eklatanten Mängeln ohne Anspruch auf
Vollständigkeit:
Babenhausen
- Knotenbahnhof Odenwaldbahn – Hauptstrecke Darmstadt – Aschaffenburg
- Bahnsteige zu niedrig, Neubau
- Sanierung Empfangsgebäude für Fahrgäste
- Sanierung Unterführungen
Messel
- Bahnsteige zu niedrig, Neubau
- niveaufreier Bahnsteig-Zugang nötig, um den Zugverkehr nicht zu behindern
DA-Kranichstein
- Bahnsteige zu niedrig, Neubau erforderlich
- Umfeld ist eine Schotterwüste
- Verknüpfung mit Strab
DA-Nord
- Zugang für Behinderte nicht möglich
- Bahnsteige marode, notdürftig geflickt
- schwerer Unfall Februar 2011 durch abbrechende Bahnsteigkante
- Schmerzensgeld-Prozess gegen DB anhängig
DA-Eberstadt
- Bahnsteige extrem niedrig, Sturzgefahr, Neubau
- Zuwegung zu den Bahnsteigen unzumutbar
- Sanierung Gebäude
DA-Süd
- Bahnsteige extrem niedrig, Sturzgefahr, Neubau
- Sanierung Gebäude
Bickenbach
- Bahnsteige zu niedrig, Neubau
- Förderverein Bickenbacher Bahnhof e.V wurde 2009 aufgelöst
- Empfangsgebäude wieder für Fahrgäste öffnen
Kleine Bahnhöfe an der Main-Neckarbahn zwischen Darmstadt und Landesgrenze:
- Fast alle Bahnsteige zu niedrig
- nur Minimalausstattung: Automat, Wartehäuschen
Weiterstadt
- Niveaufreie Bahnsteig-Zuwegung von der vorhandenen Unterführung
erforderlich
- Neubau Bahnsteige
- Gebäude nutzbar für Fahrgäste, Sanierung erforderlich
Groß-Gerau, Klein-Gerau
- Bahnsteige zu niedrig, Neubau erforderlich
Mörlenbach:
- Fehlnutzung Vorplatz durch Autohändler und als P+R- Platz
- Busbahnhof erforderlich
- Angepaßte Nutzung Empfangsgebäude

Regionalverband Großraum Frankfurt e.V.
Thomas Schwemmer

Das Thema gliedert sich in verschiedene Verantwortungsbereiche mit entsprechenden unterschiedlichen Finanzierungsmöglichkeiten.

1.)
Beispiele für dringend renovierungsbedürftige Stationen rund um Frankfurt sind
a) Frankfurt Höchst
(Umbau geplant ab 2014 aber in der Vergangenheit mehrfach verschoben worden),
b) Frankfurt-Ost
(auch abhängig von Bau der „nordmainischen S-Bahn),
c) Griesheim
d) Offenbach-Hbf.
Es gibt noch einige Stationen an der Main-Weser-Bahn, die werden die Stationen entlang der auszubauenden Strecke von Frankfurt-West bis Friedberg im Rahmen des Ausbaus umgestaltet und erneuert.

2.)
Gleisanlagen: Hier tritt in der Regel die Bahn mit der „DB Netz AG“ als Bauherr auf und passt die Gleise an.Die Finanzierung erfolgt normaler durch die Bahn selbst, welche Bundeszuschüsse aus der „Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung“ – LuFV einbringt. Die LuFV läuft eigentlich Ende 2013, seit mehren Jahren verhandeln Bahn und Bund über die Fortsetzung bzw. über eine Nachfolgevereinbarung.

Dabei wird auch über die benötigten Mittel diskutiert – der bekannt gewordene Rahmen bewegt sich zwischen 3,4 und 4,5 Mrd. € pro Jahr.Eine wirksame Qualitätskontrolle fehlt in der laufenden Vereinbarung und wurde auch schon Bundesrechnungshof kritisiert. Wir meinen, angesichts der vielen „Langsamfahrstellen“ wegen schadhafter Gleise oder Oberbaus, das der hier deutlich mehr investiert werden müsste um durch mehr Zuverlässigkeit bei der Einhaltung der Fahrpläne und durch Erhöhung der erreichbaren Geschwindigkeiten attraktivere Fahrzeiten zu erreichen.

3.)
Bahnsteige: Hier ist die Bahn mit der „DB Station&Service AG“ noch originär in der Verantwortung.
Wichtigstes Ziel ist im Moment der barrierefreie Aus- und Umbau der Bahnsteige, dabei müssen sich die Stationen in ein Gesamtkonzept des Schienenpersonennachverkehr eingliedern. Bahnsteiglänge und -höhe müssen an die aktuellen und zukünftigen Verkehre angepasst werden. Es solle eine möglichst barrierefreie Wegekette bis ins Fahrzeug entstehen.

Im August 2011 haben das Land Hessen, die DB Station&Service AG und die drei Verkehrsverbünde in Hessen, der VRN, der NVV und der RMV, eine Rahmenvereinbarung(RV) zur Modernisierung von Stationen abgeschlossen. Darin wurde ein Verfahren zur Planung, Finanzierung und Realisierung der Modernisierung der Verkehrsstationen vereinbart.

Dazu wurden Musterverträge für die einzelnen Planungs- und Realisierungsphasen vereinbart:
Jeweils fest vereinbarte Anteile an den Planungskosten (fixiert auf max. 24,3% der Baukosten) sorgen für eine sichere Kalkulation der Finanzierungsanteile von Kommunen und Verkehrsverbünden. Zudem hat sich das Land Hessen verpflichtet, 84 Millionen Euro im Zeitraum 2011 bis 2019 für die Projekte der Rahmenvereinbarung zu verwenden. Dabei übernimmt das Land Hessen bis zu 75% der zuwendungsfähigen Kosten, den Rest müssen die Kommunen tragen. Aus Mitteln des Bundes sind durch die Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV) und der DB Station&Service AG weitere 129 Millionen Euro für Ersatzinvestitionen gesichert.

4.)
Stationsgebäude: Hier gibt es große Unterschiede zwischen großen Fernverkehrs- (Darmstadt, Wiesbaden, Frankfurt) bzw. wichtigen Knotenbahnhöfen (Frankfurt Süd, Höchst , Hanau) und den kleineren Unterwegshalten.
Bei den großen Bahnhöfen engagiert sich die Bahn selbst da die Gebäude noch eine wichtige Rolle für die Bahn spielen.

Die kleineren Stationen entlang der Strecken benötigen zur Abwicklung des Verkehres in den Augen der Bahn meist keine Stationsgebäude mehr. Folgerichtig wurde in diese „entbehrlichen“ Immobilien in der Vergangenheit nicht mehr investiert, die Grundstücke und die Stationsgebäude teilweise an Immobilienverwerter verkauft, die diese nun weitervermitteln oder selbst veräußert.

Häufig und sinnvollerweise erwerben die anliegenden Gemeinden die maroden Immobilien und richten Sie und das Umfeld wieder her. In den Bahnhöfen kommen dabei neben einer verkehrlichen (Fahrkartenverkauf, Warteraum) verschiedene andere Nutzungen in Frage – von der Stadtbibliothek, über Museen bis zu Vereinsräumen.

Teilweise gründen interessierte Bürger auch Genossenschaften oder kaufen Privatleute die ehemaligen Empfangsgebäude. Neben der Nutzung für den ÖPV werden sie dann als Ärztehäuser, mit Gastronomische Angeboten oder Einkaufsmöglichkeiten wiederbelebt, teilweise auch als Wohnraum genutzt.

Entsprechend vielfältig sind die Finanzierungs- und Zuschussvarianten. In einigen Bundesländern engagieren sich Landesnahverkehrsgesellschaften und fördern die Vitalisierung der alten Stationen. In Hessen werden eigene und Bundesmittel zur Verkehrsinfrastrukturmodernisierung (z.B.: gemäß dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz noch bis ca. 2019) Auch der RMV empfiehlt die Revitalisierung der Empfangsgebäude , insbesondere durch die Gemeinden, gelungene Beispiele sind Eppstein, Rüsselsheim oder Oberursel (hier Dank des Hessentages 2011)

Immer jedoch gilt, das die Gemeinden für das Umfeld der Bahnhöfe verantwortlich sind und hier die Investitionen tätigen müssen. Park- /& Rideplätze, die Verknüpfungen zu den anderen Verkehrsmitteln und die Gestaltung der Vorplätze sind regelmäßig durch die Gemeinden zu erstellen.

5.)
Beispiele für dringend renovierungsbedürftige Stationen rund um Frankfurt sind Frankfurt Höchst (Umbau geplant ab 2014 aber in der Vergangenheit mehrfach verschoben worden), Frankfurt-Ost (auch abhängig von Bau der „nordmainischen S-Bahn), Griesheim, Offenbach-Hbf. , Darmstadt Nord oder Eberstadt und viele kleinere Stationen mehr.
Dabei werden die Stationen entlang der auszubauenden Strecke von Frankfurt-West bis Friedberg im Rahmen des Ausbaus umgestaltet und erneuert.

6.)
Zusätzliche Mittel: Der Presse (SZ) waren zuletzt Meldungen zu entnehmen, dass ca. 500 Millionen €, aus nicht durch die Bahn abgerufenen Bundesmitteln für den Neubau von Strecken, zusätzlich für die Modernisierung von Bahnhöfen und Eisenbahnbrücken durch das Bundesverkehrsministerium umgewidmet werden sollen. Ob und welcher Teil dieser Gelder in Hessen ankommt und dann wo verwendet wird ist noch unklar.

Region Mittelhessen
Thomas Kraft

In den drei großen Städten der Region Mittelhessen, Gießen, Marburg und Wetzlar, hat sich in jüngerer Vergangenheit etwas getan. Der Bahnhof Gießen wurde von 2008-2011, der Bahnhof Wetzlar 2011-2013, u.a. wegen des Hessentags 2012 saniert. Im Bahnhof Marburg wurde das Empfangsgebäude grundsaniert, im Jahr 2012 wurde mit der Bahnsteigsanierung begonnen, die Arbeiten dauern an.

Nun sollen jedoch aus der Region Mittelhessen Negativbeispiele genannt werden, was hiermit erfolgen soll

a) Herborn (Dillstrecke)
Hier sind die Bahnsteiganlagen und die Unterführung in einem katastrophalen Zustand, die Schwärze des Dampflockzeitalters hängt noch auf den Flächen und Überdachungen. Es ist keine adäquate Bahnsteighöhe gegeben, Kanten brechen ab. Der Innenraum des Gebäudes ist heruntergekommen. Die Gleise 4 und 5 sind leider stillgelegt, der Bahnsteig aber zugängig und von Vandalismus noch mehr gezeichnet wie die anderen beiden Bahnsteige. Der Busbahnhof am Bahnhofsvorplatz ist neu angelegt und in einem sehr guten Zustand.

b) Niederwalgern (Main-Weser-Bahn)
Dies war bis 2006 noch ein Keilbahnhof, da hier die Aar-Salzböde-Bahn abzweigte. Die stilligelegten Bahnanlagen der Gleise 4 und 5 (Aar-Salzböde-Bahn) sind hier noch komplett vorhanden, obwohl kurz dahinter der abgebaute Abschnitt beginnt. Sie müssen erst überwunden werden, wenn man von der Straße aus zum Halt an der Main-Weser-Bahn will. Der Bahnhof ist geschlossen und verwahrlost. Es gibt keine geeignete Wetterschutzhalle. Man darf die Bahnsteige erst kurz vor Eintreffen des Zuges betreten. Der Bahnsteig für Gleis 1 Richtung Gießen hat eine geringfügige Breite und Höhe, der Bahnsteig für Gleis 2 Richtung Marburg ist ebenerdig, mittig, schmal und qausi nicht vorhanden.

c) Sinn (Dillstrecke)
Hier gibt es nur ein herunter gekommenes, nicht mehr genutztes Stationsgebäude, eine unzureichende kleine Wartehalle und noch „ebenerdige“ Einstiege mittig zwischen den Gleisen (in Hauptfahrtrichtung Gießen).

d) Lollar (Main-Weser-Bahn)
Das nicht mehr genutzte Stationsgebäude ist heruntergekommen und stark renovierungsbedürftig, eine kommunale, dauerhafte Nutzung wird seit Jahren angestrebt. Es gibt nur wenig Wetterschutz und eine verwahrloste, nasse Unterführung zum Gleis 2 (Richtung Marburg). Die Bahnsteighöhe ist unzureichend. Das Gleis 11 (früher Fahrtrichtung Kanonenbahn Wetzlar) glücklicherweise für Ausweichzüge noch vorhanden, im Gegensatz zum Gleis 3.

e) Anzelfahr (Main-Weser-Bahn)
Hier gibt es kein Stationsgebäude mehr, nur noch Seitenbahnsteige mit zu kleinen Wartehallen. Die Bahnsteige sind in wassergebundener, naturnaher Decke, ein Zustand wie vor 100 und mehr Jahren.

b) Bürgeln (Main-Weser-Bahn)
Auch hier die Situation wie in Anzelfahr

f) Kirchhain (Main-Weser-Bahn)
Von früher abzeigenden Nebenstrecken (Wohratalbahn sowie Strecke nach Burg- und Niedergemünden) sind im Personenbahnhofsbereich kaum noch Anlagen vorhanden. Die im Betrieb befindliche Anlage bezieht sich im wesentlichen nur noch auf einen Mittelbahnsteig, welcher am Boden und an der Überdachung noch die Schwärze des Dampflockzeitalters hat. Die Unterführung ist herunter gekommen. Die Stadt Kirchhain legt aktuell großflächig Parkplätze auf ehem. Gleisflächen auf der Südseite der Bahnstrecke an.

g) Butzbach (Main-Weser-Bahn)
Das stillgelegte, zweckbaumäßige Bahnhofsgebäude aus den 1960er Jahren ist ein Schandfleck und dem Vandalismus geopfert.

h) Stockhausen/Lahn (Lahntalbahn)
Weite Teile früherer Gleisanlagen bieten eine Schotterwüste mit zunehmendem Bewuchs. Die Durchgangsgleise mit unzureichender Bahnsteiganlage liegen weit von dem Stationsgebäude entfernt, sind mit herunter gekommenem Asphalt mit abgebrochener Bahnsteigkante

h) Stationen mit neuem Bahnsteigbelag aber weiterhin unzureichender Bahnsteighöhe
Hier sollen einige Bahnstationen genannt werden, sie sind alle ohne Empfangsgebäude, dort wurde zwar der Bahnsteigbereich neu gepflastert, sogar mit Kontaktflächen für Sehbehinderte, jedoch wurde an der Bahnsteighöhe nichts verändert (33 cm und weniger), weswegen hier keine Barrierefreiheit erreicht werden kann:
- Ostheim (Butzbach) Main-Weser-Bahn
- Friedelhausen, Main-Weser-Bahn
- Niederweimar, Main-Weser-Bahn
- Saasen, Vogelsbergbahn
- Göbelnrod, Vogelsbergbahn
- Lehnheim, Vogelsbergbahn
- Solms, Lahntalbahn
- Aumenau, Lahntalbahn

Region Osthessen
Werner Filzinger

In der Region Osthessen (Vogelsbergkreis, Landkreis Fulda, Altkreis Schlüchtern) sind auch einige Bahnstationen zu nennen, welche über herunter gekommene, nicht mehr genutzte Gebäude verfügen, die Bahnsteige zu niedrig sind, Bahnsteigkanten abbrechen, Unterführungen herunter gekommen und durchnässt sind. Hier die Auflistung

Lauterbach (-Nord), Vogelsbergbahn
Großenlüder, Vogelsbergbahn
Hettenhausen, Rhönbahn
Gersfeld, Rhönbahn
Steinau an der Straße, Kinzigtalbahn
Schlüchtern, Kinzigtalbahn
Bad Soden – Salmünster, Kinzigtalbahn
Alsfeld, Vogelsbergbahn
Burg- und Nieder – Gemünden, Vogelsbergbahn
Mücke, Vogelsbergbahn

Region Nordhessen
Hermann Hoffmann

Hier liegt leider kein Bericht vor.

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