Unfall am 13.06. im Hessischen Ried im Landkreis Bergstraße – ICE fuhr gegen einen umgestürzten Baum – PRO BAHN kritisiert Krisenmanagement der Deutschen Bahn

Sieben Stunden mussten die Fahrgäste des ICE, welcher von Köln nach Basel unterwegs war, auf freier Strecke der Riedbahn zwischen Groß-Rohrheim und Biblis im Kreis Bergstraße, ausharren, bis sie den Zug verlassen konnten. Es ist unzumutbar, Menschen so lange in einem defekten Zug ausharren zu lassen, so der Fahrgastverband PRO BAHN.

ICE 3 neben Regional-Express

Ein ICE 3, so wie er am Abend des 13.06. auch auf der Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim unterwegs war und bei Biblis verunfallte. Daneben ein Regional-Express, wie er auch auf der Riedbahn unterwegs ist.

Übereinstimmende Informationen verschiedener Quellen besagen, dass es „ewig“ dauerte, bis der Strom auf der defekten Oberleitung abgeschaltet war um eine gefahrlose Räumung des Zuges zu ermöglichen. Dies ist wieder ein Fehler in der Organisationsstruktur der Deutschen Bahn. Die Kommunikationswege haben hier erneut versagt, wie bereits bei der Panne am Ostermontag, den 01.04.2013, als ein ICE auf der Schnellfahrstrecke von Frankfurt nach Köln bei Idstein (Rheingau-Taunus-Kreis) 4 Stunden, zeitweise ohne Licht, in einem Tunnel ausharren musste, bis Abhilfe kam. Die Parallelität der Probleme lässt den Schluss zu, dass es sich tatsächlich um ein systemimanentes Problem beim Notfallmanagement der Bahn handelt.

Sicherheit gehe zwar vor und man dürfe nicht dem Trugschluss unterliegen, eine herunter gefallene Oberleitung leite keinen Strom, im Gegenteil, Gerade wenn bei mehrgleisigen Strecken die Leitung über dem anderen Gleis noch intakt sei, bestehe größte Lebensgefahr. Die Freigabe muss deshalb in der Hand eines Verantwortlichen liegen und zwar eines Verantwortungsträgers der Deutschen Bahn. Nur darf solch eine Freigabe nicht 7 Stunden auf sich warten lassen.

Die vorhandenen Notfallpläne funktionierten im verunfallten ICE auf der Riedbahn nicht. Die Notversorgung mit Getränken während der 7 Stunden war unzureichend. Das Personal konnte im Zug vorhandene Rettungsgeräte nicht bedienen. Im Zug vorhandene Leitern für den Notausstieg auf freier Strecke kamen nicht zum Einsatz. Erst die Gerätschaften der Feuerwehr verhalfen den Fahrgästen zum relativ gefahrlosen Ausstieg.

Alles in allem ist festzustellen, dass hier durch den Sturm höhere Gewalt den Unfall verursachte welche nie zu 100 Prozent kalkulierbar sein wird. Jedoch müssen die Strukturen und die Kommunikation zwischen den selbständigen Unternehmensteilen im Konzern Deutsche Bahn besser, effektiver und schneller zum Handeln in Notfällen aufeinander abgestimmt sein. Weiterhin sind für alle Bahnstrecken regelmäßige Notfallübungen erforderlich, um auf jedweden Einsatzfall vorbereitet zu sein. Das Personal im Zug muss besser ausgebildet werden. Nur so können hinnehmbare Reaktionszeiten im Unglücksfall erreicht werden.

Des Weiteren müsse überprüft werden, ob der zugelassene Bewuchs an Bahnstrecken, den man in den letzten Jahrzehnten immer mehr hat aufkommen lassen, der Sicherheit der Fahrgäste gegenüber dienlich sei, wenn, wie heute, weite Streckenabschnitte nicht erreicht werden.

Es gibt noch viel zu tun. Man kann von Glück sagen, dass sowohl bei dem aktuellen ICE-Unfall am 13.06.2013 vor Biblis als auch bei der ICE-Panne am 01.04.2013 nahe Idstein niemand ernstlich verletzt wurde.

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