Grundsätzlich: Stadtbahn Wiesbaden ja – Reaktivierung Aartalbahn ja – aber beides voneinander getrennt.

Allein schon die Topografie lässt beide Projekte in einem Konzept nicht sinnvoll umsetzen.

Das Thema Stadtbahn Wiesbaden beschäftigt seit einigen Wochen wieder die Gemüter. Die hessische Landesregierung, hier vertreten durch den Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Florian Rentsch (FDP) hat es abgelehnt, das von den städtischen Gremien angestrebte Projekt mitzufinanzieren.

PRO BAHN nennt dies ein weiteres Beispiel, wie sich die amtierende Hess. Landesregierung ihrer Aufgabe und Verantwortung entzieht. Bei der letzten Regionalversammlung des zuständigen PRO BAHN Regionalverbandes Großraum Frankfurt Anfang Juni 2013 hat man seitens des Verbandes eine Positionierung zu der Idee einer Stadtbahn in Wiesbaden erarbeitet.

Wiesbaden, die Landeshauptstadt von Hessen mit Blick vom Neroberg. Seit rund 50 Jahren ohne Straßenbahn, wie viele Großstädte in Deutschland. Wird die nnerstädtische Bahn wiederkommen?

Wiesbaden, die Landeshauptstadt von Hessen mit Blick vom Neroberg. Seit rund 50 Jahren ohne Straßenbahn, wie viele Großstädte in Deutschland. Wird die nnerstädtische Bahn wiederkommen?

PRO BAHN steht der Idee einer Wiedereinrichtung der Stadtbahn grundsätzlich positiv gegenüber, sieht aber die aktuell verfolgten Planung und die Kombination mit der Reaktivierung der Aartalbahn kritisch.

Um die hohen Investitionen in die grundlegende Infrastruktur mit eigenen Werkstätten und in die Ausbildung von Fahr- und Wartungspersonal dauerhaft zu rechtfertigen ist perspektivisch ein Ausbau auf mehr als nur die eine nun angedachte Linie nötig.
Nur so lassen sich die Fixkosten angemessen verteilen und in ein vernünftiges Verhältnis zur erbrachten Verkehrsleistung stellen sowie ein leistungsfähiges Stadtbahnsystem etablieren.
Hier war die Stadt Wiesbaden zur Jahrtausendwende schon weiter.

Unter den gegebenen Umständen solle vielmehr sinnvollerweise geprüft werden, ob die Kooperation mit Mainz und die Mitnutzung der dortigen Infrastruktur mit Betriebshof und Werkstätten nicht sinnvoller und kostengünstiger wäre. Bis in die 1960er Jahre querten die Trambahnen den Rhein und verbanden die beiden Landeshauptstädte mit einem gemeinsamen Straßenbahnsystem. Um diese Synergien erneut zu aktivieren muss das Kirchturmdenken überwunden werden.

Zugunsten der Tram müsste der Autoverkehr auf der Theodor-Heuss –Brücke zurücktreten, dafür ließe sich mit den möglichen engeren Radien innerhalb Wiesbadens ggf. die Trassierung erleichtern.

Durch die schmale Spurbreite der Tram in Mainz wäre jedoch eine direkte Anbindung bzw. Nutzung des Schienennetz der Deutschen Bahn AG nach dem Modell der Städte Karlsruhe und Kassel nicht gegeben.
Dadurch müssten die beiden Projekte Reaktivierung Aartalbahn und Stadtbahn jeweils für sich geprüft und ggf. umgesetzt werden.

Der Reaktivierung der Aartalbahn im hessischen Abschnitt steht PRO BAHN grundsätzlich positiv gegenüber, gerade weil ab 2015 der Abschnitt der Bahnstrecke in Rheinland-Pfalz zwischen Diez/Limburg und Zollhaus wieder mit Personenbeförderung betrieben wird. Ein Konzept für eine durchgängige Aartalbahn zwischen Diez und Wiesbaden/Mainz muss aber im Rheingau-Taunus-Kreis auch neue Buskonzepte, wie z.B. Stadtbussysteme für Bad Schwalbach und Taunusstein beinhalten, die dann als Zubringer zu den Bahnhaltestellen der Aartalbahn der Rückgratfunktion der Schienenverkehrsmittel dienten. Leider liegt gerade der Bahnhof Bad Schwalbach sehr am Rand der Kreis- und Kurstadt.

Nerobergbahn

Aktuell das einzige Schienenfahrzeug in Wiesbaden außerhalb des Netzes der Deutschen Bahn. Die Nerobergbahn hoch zum Hausberg der Wiesbadenerinnen und Wiesbadener.

Beide Projekte wären für Wiesbaden und Umgebung ein großer Schritt vorwärts in Richtung eines nachhaltigen Verkehrskonzeptes, das auch in Zukunft Mobilität sichert. Eine Stadtbahn ist das beste Beispiel für bereits heute verfügbare Elektromobilität und kann auch größere Fahrgastzahlen schnell, bequem und vor Ort emissionsfrei transportieren.

Der Fahrgastverband PRO BAHN wird sich in nächster Zeit mit den Vertretern der Initiatoren und Gebietskörperschaften in Verbindung setzen, so Thomas Schwemmer, Regionalvorsitzender von PRO BAHN Frankfurt abschließend.

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