Nahverkehr in Hessen mit vielen geschlossenen bzw. defekten Toiletten, so auch in den Doppelstockzügen zwischen Kassel, Marburg, Gießen und Frankfurt/Main

Samstag 20:29 Uhr, Kassel-Wilhelmshöhe, Gleis 7. Eine Reisegruppe gemischten Alters kommt mit dem ICE aus Berlin und will nun mit dem Regionalexpress der Main-Weser-Bahn weiter nach Gießen. Etwas weniger als eineinhalb Stunden Fahrt liegen noch vor ihnen. Das gemischte Alter sagt aus, es sind gerade auch Menschen auf der Fahrt, die bei einer Reisezeit von über eine Stunde eine Toilette benötigen. Genau in diesem Zug, einem 6-teiligen Doppelstockzug, welche täglich im Zweistundentakt zwischen Kassel Hbf., Marburg, Gießen und Frankfurt Hbf. auf der Main-Weser-Bahn unterwegs, gab es an diesem Abend nur eine offene Toilette, obwohl in allen Waggons eine zur Verfügung stehen müsste

Der Regionalexpress RE 30 (Frankfurt-Gießen-Marburg-Kassel) fährt als Doppelstockzug nur alle 2 Stunden, wie hier am Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe.

Der Regionalexpress RE 30 (Frankfurt-Gießen-Marburg-Kassel) fährt als Doppelstockzug nur alle 2 Stunden, wie hier am Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe.

Genau diese Toilette, die offen war, war am anderen Ende des Zuges. So wurde seitens des Reiseleiters eingegriffen und das Zugpersonal gebeten, nachzusehen, ob wirklich alle geschlossenen Toiletten defekt sind. Bei einem Teil war dies der Fall, jedoch war festzustellen, dass durchaus der andere Teil funktionsfähig war. Weswegen dann nur die abgeschlossenen Toiletten? Es wird schon länger gemutmaßt, dass gerade an Wochenenden und bei Großveranstaltungen die Toiletten in den Regionalzügen Hessens abgeschlossen werden, weil man größere Verunreinigungen befürchtet. Regionalzüge, die über 100 km Distanz zurücklegen, hier gab es oftmals schon dazu, dass alle Toiletten geschlossen waren. PRO BAHN nennt dies einen unhaltbaren Zustand. Bei der Vertragsunterzeichnung der Nahverkehrsleistung hat die Deutsche Bahn sich dazu verpflichtend bereit erklärt, dass die Schienenfahrzeuge uneingeschränkt zur Verfügung stehen.

Das bindet den Dienstleister auch daran, für die Funktionsfähigkeit und die Reinigung der Toilettenanlagen zu sorgen. Der Personalabbau schlägt nicht nur bei den Fahrkartenschaltern und den Fahrdienstleitern durch. Das Reinigungs- und Technikpersonal kommt wohl seinen Aufgaben auch nicht mehr nach. Hier sei genannt, dass man das Personal selbst nicht in die Kritik einbindet, welche ihre ehrenhafte Arbeit sicher gewissenhaft leisten. Die Entscheidungsträger/innen der Deutschen Bahn sind gefordert, in der Personalentwicklung für Sauberkeit, Hygiene und die Lösung für alle Bedürfnisse der Fahrgäste zu sorgen. PRO BAHN Hessen wird die Lage in den Regionalzügen weiter beobachten und wenn sich keine Besserung ergibt, wird man an die zuständigen Verkehrsträger herantreten.

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