Umgestaltung des Bahnhof F-Höchst nunmehr ohne RTW?

Pressemitteilung des Regionalverbandes Großraum Frankfurt

Der Appel des Fahrgastverbandes PRO BAHN Hessen vom August 20131), die halbherzige Umsetzung der Barrierefreiheit bei der Umgestaltung der Bahnsteige im Bahnhof F-Höchst noch einmal zu überdenken, stieß zumindest bei zwei Fraktionen im Römer (CDU und GRÜNE) auf offene Ohren. Das Manko des 20 Zentimeter betragenden Höhenunterschiedes zwischen Bahnsteig und S-Bahneinstieg zu einem späteren Zeitpunkt zu korrigieren, hält PRO BAHN für eine Utopie, weil jede spätere Korrektur aufwändige bauseitige Änderungen zur Folge haben dürfte, äußerst kostenintensiv wäre und somit eine unverantwortliche Verschwendung von Steuergeldern darstellen würde.

Bhf. Frankfurt-Höchst

Der Bahnhof im Frankfurter Stadtteil Höchst, täglich von 20.000 Menschen frequentiert.

In den frühen 1900-er Jahren wurden die Gleise im Bereich des Personenbahnhofs F-Höchst hochgelegt und 1914 wurde das im Jugendstil errichtete imposante Empfangsgebäude seiner Bestimmung übergeben. Im nächsten Jahr steht somit ein besonderes Jubiläum an. Unsere Ur-Großväter bewiesen seinerzeit mit der Umgestaltung des Bahnhofs viel Weitblick, erlaubte das Gleisfeld damals doch einen reibungslosen Betriebsablauf in alle möglichen sechs Richtungen. Die Zeiten, als Höchst einmal D-Zugstation war und man mit Eilzügen umsteigefrei nach Luxembourg oder Holland reisen konnte, gehören längst der Vergangenheit an. Der Bahnhof Höchst erfüllt heute die reine Funktion einer Ziel- und Umsteigestation. Zwei der zwölf Bahnsteiggleise werden daher derzeit nicht mehr benötigt

Bei der beschlossenen und längst überfälligen barrierefreien Umgestaltung der Bahnsteige wird dieser betriebliche Status Quo zementiert. Wie zukünftig einmal steigende Fahrgastzahlen bewältigt werden könnten, darüber machen sie die Planer ganz offensichtlich keinerlei Gedanken, meint Wilfried Staub, Pressesprecher des Fahrgastverbandes PRO BAHN Hessen. Jegliche sinnvolle oder betrieblich erforderliche Erweiterung wird damit erschwert oder gar für immer verbaut. Noch nicht einmal die Einbindung der Regionaltangente West (RTW) in den Bahnhof F-Höchst wird hinreichend berücksichtigt, weil die Projektmanager ganz offensichtlich davon ausgehen, dass die Tangentenbahn niemals realisiert wird, stellt Staub resignierend fest.
Auch erlauben es die bekannt gewordenen Vorentwürfe nicht, dass zu einem späteren Zeitpunkt die Straßenbahn von der Zuckschwerdtstraße in den Bahnhof geführt und von dort irgendwann einmal bis in den Industriepark Höchst hinein verlängert werden kann. Für den Bau der Tram in den Bahnhof liegt eine dringende Empfehlung des Ortsbeirats und der Stadtverordnetenversammlung vor, die schlichtweg von der Bahn ignoriert wird. In diesen Tagen wurde darüber hinaus eine Studie aus der Schublade hervorgeholt, die einer Verlängerung der U5 über das Europaviertel hinaus auf DB-Gleisen nach Höchst und weiter nach Kelkheim bzw. Bad Soden vorsieht und der gute Chancen für eine Verwirklichung in absehbarer Zukunft eingeräumt werden.

Würden alle machbaren betrieblichen Erweiterungen im Bahnhof Höchst tatsächlich irgendwann einmal in die Tat umgesetzt, würden sich die Zugbewegungen von derzeit 35 pro Stunde auf bis zu 71 verdoppeln. Höchst würde zu dem Umsteigeknoten im Frankfurter Westen mit kurzen Wegen und schätzungsweise 40.000 Fahrgästen avancieren.
Diesem Umstand tragen die Planungen des beauftragten Ingenieurbüros in keiner Weise Rechnung. Wo, fragt PRO BAHN kritisch, finden die Visionen der Politiker und der Verkehrsexperten in den Entwürfen ihren Niederschlag? Würde man dagegen dem Konzept des Fahrgastverbandes folgen, so würde man sich nicht nur die Zukunft nicht verbauen, sondern bei der Umsetzung der Maßnahme bis zu sechs Monate Bauzeit und bis zu 20 % an Kosten einsparen und den Fahrgästen blieben jegliche Unannehmlichkeiten während der zweijährigen Bauzeit erspart. Lernen wir von unseren Ur-Großvätern und setzen wir im Bahnhof Höchst ein Betriebskonzept um, dass hundertprozentige Barrierefreiheit bietet und für die nächsten 100 Jahre Bestand hat, fordert PRO BAHN.

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