Umstellung auf den Talent 2 in Hessen – keine Verbesserungen für den Fahrgast durch Triebwagenumstellung auf neuen Typ

PRO BAHN Hessen fordert für das Bundesland Hessen einen Fahrzeugpool analog Niedersachsen – geräumigere und einheitliche Fahrzeuge

Der PRO BAHN Landesverband Hessen sieht in der Umstellung des Fuhrparks der Deutschen Bahn auf den Eisenbahn-Triebwagen 442, auch Talent 2 genannt, keine weitreichenden Verbesserungen für den Fahrgast. Nicht nur, dass die große Zahl dieser Triebwagen rund 4 Jahre lang in Berlin bei Bombardier ohne Betriebsgenehmigung durch das Eisenbahnbundesamt herumstanden. Die Mängel sind auch nun schon offenkundig. Ein wesentlicher Teil die Türen, ihre Zahl wurde gegenüber den bisher eingesetzten Wagen deutlich reduziert. Außerdem dauert die Öffnung der Türen zu lange, da erst die erstmals eingebauten Tritte zur Bahnsteigkante ausgefahren werden müssen.

Talent 2 klein

Der Talent 2 fährt seit Frühjahr 2013 auf der Linie des Mittelhessen-Express und an den Wochenenden des Hessentags über Treysa hinaus bis nach Kassel.

Die Folge, es ergeben sich Verspätungen, weil der Fahrplan im engen Zeitfenster jedwede Verzögerung kaum zulässt. Der Vorteil des Talent 2/ET 442 ist, das nun zwei Toiletten im Wagen vorhanden sind. Angesichts der langen Strecken mit einer Fahrtzeit von über 2 Stunden eine dringende Notwendigkeit. Im Zulaufbetrieb auf die größeren Städte zeigt sich, dass die Platzkapazitäten insbesondere im Berufs- und Wochenendverkehr nicht ausreichen. Selbst das Stehen ist in einigen Fällen kaum möglich. Bestes Beispiel der Mittelhessen-Express zwischen Treysa und Frankfurt/Main bzw. Dillenburg und Frankfurt/Main. Die Sitze sind, im Gegensatz zu den klassischen Waggons aus Zeiten der Deutschen Bundesbahn, nur als Hartschalensitze mit Stoffbespannung ausgerüstet. Die Beinfreiheit ist insbesondere an den Gruppensitzen nicht gegeben.

Im Grunde sind es Wagen, welche in Reichweite von Metropolen, außerhalb des S-Bahnnetzes mit einer Reichweite von 50 km ausgelegt sind, nicht für den weiträumigen Betrieb wie in Hessen. PRO BAHN fordert daher die grundsätzliche Abkehr solcher kleiner Triebwagentypen, insbesondere um sie innen bedarfsbezogen großzügiger einrichten zu können, damit die vorweg genannten Faktoren allesamt eine Verbesserung erfahren. Des Weiteren fordert der PRO BAHN Landesverband Hessen, dass endlich durchgreifend auch in Hessen nicht mehr streckenbezogen die Ausschreibungskriterien zu dem Wagenpark erfolgen, sondern ein Fahrzeugpool aufgebaut wird, welcher einen flexible Einsatz auf so gut wie allen Strecken im Schienenpersonennahverkehr ermöglicht. Die Vielzahl unterschiedlicher Wagentypen bringt bei Störungen sofort den Ausfall von Verbindungen mit sich, was bei einem Fahrzeugpool, so wie dieser in Niedersachsen seit Jahren existiert, dies auch mit allen Bahnverkehrsunternehmen, vermieden werden kann.

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