{"id":10076,"date":"2025-12-15T02:55:04","date_gmt":"2025-12-15T01:55:04","guid":{"rendered":"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/?p=10076"},"modified":"2025-12-25T02:59:00","modified_gmt":"2025-12-25T01:59:00","slug":"allianz-pro-schiene-weniger-zuege-machen-den-bahnverkehr-nicht-puenktlicher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/?p=10076","title":{"rendered":"Allianz pro Schiene: Weniger Z\u00fcge machen den Bahnverkehr nicht p\u00fcnktlicher"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Allianz-pro-Schiene-blau.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Allianz-pro-Schiene-blau-300x158.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"158\" class=\"alignleft size-medium wp-image-10077\" srcset=\"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Allianz-pro-Schiene-blau-300x158.png 300w, https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Allianz-pro-Schiene-blau.png 310w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Reform-Agenda f\u00fcr die Schiene &#8211; Ein Kommentar von Dirk Flege<\/strong><\/p>\n<p>Mit seinem ambitionierten Reformkonzept f\u00fcr die Schiene will der Bundesverkehrsminister f\u00fcr zufriedenere Kunden sorgen. Nach den ersten Personalentscheidungen soll eine Taskforce nun Vorschl\u00e4ge erarbeiten, um die Agenda des Ministers mit Leben zu f\u00fcllen. Darunter: Die Optimierung des Angebots an hochbelasteten Knoten. Das l\u00e4sst nichts Gutes erahnen.<!--more--><\/p>\n<p>Die Knoten sind schuld. An der Unp\u00fcnktlichkeit der Z\u00fcge. Sie zu entlasten, sei \u201eaus fachlicher Sicht unverzichtbar\u201c. Weniger Z\u00fcge in stark frequentierten Hauptbahnh\u00f6fen sei zwar ein \u201eTabubruch\u201c, aber anders gehe es kurz- und mittelfristig nicht, wenn man das System stabilisieren wolle.<\/p>\n<p>Was vermeintliche und tats\u00e4chliche Fahrplanexperten seit geraumer Zeit diskutieren, findet zunehmend Widerhall in der Politik. Vom Bundeskanzler bis zum Bundesverkehrsminister postulieren Spitzenpolitiker in reichweitenstarken Medien die Parole \u201eMehr P\u00fcnktlichkeit durch weniger Z\u00fcge\u201c und hoffen auf den Beifall von frustrierten und versp\u00e4tungsgeplagten Bahnreisenden. Geframed wird das Ganze als neuer Realismus und \u201eunideologische Verkehrspolitik\u201c.<\/p>\n<p>CO2-Ziele? Verschieben! Verbrenner-Aus? Bitte sp\u00e4ter! Mehr Marktanteile f\u00fcr den Schienenverkehr zulasten von Stra\u00dfen- und Flugverkehr? Stand in den vergangenen Jahrzehnten immer in Koalitionsvereinbarungen, nun aber nicht mehr. Stand schlie\u00dflich nie wirklich im Zentrum der Verkehrspolitik.<\/p>\n<p>Da passt es gut zur neuen Realpolitik, wenn Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder in seiner \u201eAgenda f\u00fcr zufriedene Kunden auf der Schiene\u201c die P\u00fcnktlichkeitsziele gleich mitschrumpft. Von einer urspr\u00fcnglich angestrebten 80 Prozent-P\u00fcnktlichkeitsquote im Fernverkehr auf nun 70 Prozent zum Jahresende 2029.<\/p>\n<p>Weniger ist nicht wirklich mehr<br \/>\nIst in der Bahnpolitik weniger wirklich mehr? Ist es gut, dass mit Ausnahme der Fehmarnbelt-Hinterlandanbindung so gut wie kein Neu- und Ausbau in Deutschland mehr stattfindet und wir uns nahezu ausschlie\u00dflich auf die Sanierung des bestehenden Schienennetzes konzentrieren? Ist es richtig, angesichts k\u00fcmmerlicher 1,6 Prozent mit ETCS ausger\u00fcsteter Schienenstrecken nun auf neue Digitale Stellwerke ganz zu verzichten und beim Ersatz alter Stellwerke lediglich die Vorstufe \u201eETCS-ready\u201c zu w\u00e4hlen? Ist es angemessen, wenn die Bundesregierung angesichts eines nicht einmal zu zwei Dritteln elektrifizierten Schienennetzes ank\u00fcndigt, im Jahr 2029 \u201enull Streckenkilometer\u201c elektrifizieren zu wollen?<\/p>\n<p>Aus Sicht der Allianz pro Schiene geht die \u201eWeniger-Z\u00fcge-Debatte\u201c in die v\u00f6llig falsche Richtung. Deutschland darf sich bahnpolitisch nicht selbst verzwergen.<br \/>\nVor diesem Hintergrund bekommt die Parole \u201eMehr P\u00fcnktlichkeit durch weniger Z\u00fcge\u201c eindeutig Schlagseite. Im Zweifelsfall bedeutet sie nur weniger Z\u00fcge. Das ist f\u00fcr die Politik schlie\u00dflich bequemer, billiger und schneller zu haben als der \u00fcberf\u00e4llige Ausbau des Netzes. Oder als eine Kapazit\u00e4tssteigerung des Netzes durch Digitalisierung.<\/p>\n<p>Aus Sicht der Allianz pro Schiene geht die \u201eWeniger-Z\u00fcge-Debatte\u201c in die v\u00f6llig falsche Richtung. Deutschland darf sich bahnpolitisch nicht selbst verzwergen. Mit einer Stillstands- oder Schrumpfagenda verlieren wir den Anschluss. Andere Staaten zeigen uns, wie es geht.<\/p>\n<p>In der Schweiz, in \u00d6sterreich, den Niederlanden oder D\u00e4nemark ist das Netz st\u00e4rker befahren als in Deutschland und die P\u00fcnktlichkeit trotzdem h\u00f6her \u2013 dank konsequentem Kapazit\u00e4tsausbau. Norwegen will in den kommenden zehn Jahren das gesamte Schienennetz digitalisieren. Indien hat in den vergangenen sieben Jahren in einem beispiellosen Kraftakt 5.333 Streckenkilometer elektrifiziert \u2013 pro Jahr. Das riesige Schienennetz ist nun nahezu komplett mit Oberleitungen ausgestattet.<\/p>\n<p>Die Auslastung des Netzes in anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern zeigt, dass auch bei hoher Auslastung ein p\u00fcnktlicher Zugverkehr m\u00f6glich ist.<br \/>\nWeniger Z\u00fcge machen den Bahnverkehr nicht p\u00fcnktlicher. Weniger Z\u00fcge machen die Bahnpolitik ambitionsloser. Weniger Z\u00fcge sind auch nicht im Interesse der Bahnkunden. Die Menschen wollen mehr Z\u00fcge. Und p\u00fcnktliche Z\u00fcge.<\/p>\n<p>Kreativit\u00e4t und Intelligenz gefragt<br \/>\nWenn es in hochbelasteten Knoten Zielkonflikte gibt, ist Kreativit\u00e4t und Intelligenz gefragt. Aus zwei Z\u00fcgen kann an weniger stark befahrenen Bahnh\u00f6fen ein langer Zug gemacht werden, der dann stark belastete Knotenbahnh\u00f6fe entlastet. Dieses \u201eVereinigen\u201c von Zugteilen allerdings in einem der republikweit am st\u00e4rksten ausgelasteten Bahnh\u00f6fe zu praktizieren, wie es derzeit in Hannover geschieht, belastet Knotenbahnh\u00f6fe statt sie zu entlasten.<\/p>\n<p>Auch T\u00fcrst\u00f6rungen k\u00f6nnen minimiert und Reisende an Bahnsteigen besser gelenkt werden. In manchen Knoten k\u00f6nnen neben dem Hauptbahnhof auch andere Bahnh\u00f6fe f\u00fcr Fernverkehrshalte genutzt werden. All das kann die P\u00fcnktlichkeit in hochbelasteten Knoten verbessern \u2013 ohne das Sitzplatzangebot f\u00fcr die Fahrg\u00e4ste zu reduzieren.<\/p>\n<p>Das Gef\u00e4hrliche an der unterkomplexen Parole \u201eMehr P\u00fcnktlichkeit durch weniger Z\u00fcge\u201c ist die Entlastungsfunktion f\u00fcr die Politik. Verf\u00e4ngt das Deutungsmuster, generelle Angebotsreduzierungen seien f\u00fcr einen \u00dcbergangszeitraum alternativlos, um p\u00fcnktlichere Z\u00fcge fahren zu k\u00f6nnen, wird die Politik dies als Freibrief f\u00fcr ein \u201eWeiter so\u201c in der Verkehrspolitik nehmen \u2013 zumal die Dauer des \u201e\u00dcbergangszeitraums\u201c v\u00f6llig offen ist. Neue Autobahnen ja, neue Schienenstrecken nein \u2013 stattdessen weniger Z\u00fcge in den Knoten.<\/p>\n<p>Die Knoten sind schuld an der Unp\u00fcnktlichkeit? Nein, die Verkehrspolitik, der verschleppte Infrastrukturausbau und unausgereifte Prozesse im Betrieb sind schuld.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Reform-Agenda f\u00fcr die Schiene &#8211; Ein Kommentar von Dirk Flege Mit seinem ambitionierten Reformkonzept f\u00fcr die Schiene will der Bundesverkehrsminister f\u00fcr zufriedenere Kunden sorgen. 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