{"id":2254,"date":"2015-05-31T17:49:34","date_gmt":"2015-05-31T15:49:34","guid":{"rendered":"http:\/\/pro-bahn-hessen.de\/?p=2254"},"modified":"2015-05-31T21:57:48","modified_gmt":"2015-05-31T19:57:48","slug":"platz-fur-weiteren-bericht-20-jahre-rmv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/?p=2254","title":{"rendered":"20 Jahre RMV \u2013 ein R\u00fcckblick auch aus mittelhessischer Sicht"},"content":{"rendered":"<p>Gespalten muss die Bilanz nach 20 Jahren RMV betrachtet werden. Einerseits ist es gelungen, , sofort alle Nahverkehrstr\u00e4ger in einem Gebiet des fl\u00e4chenm\u00e4\u00dfig zweitgr\u00f6\u00dften Verkehrsverbundes Deutschlands zu b\u00fcndeln und z.B. ein einheitliches Preissystem einzuf\u00fchren. Die Entwicklung des regionalen Schienenverkehrs l\u00e4uft nach einheitlichen Grundlagen, wobei es auch einzelne Verbesserungen gegeben habe. <div id=\"attachment_1647\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Z\u00fcge-Gie\u00dfen-12-2011-Nr.18-klein-600.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1647\" src=\"http:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Z\u00fcge-Gie\u00dfen-12-2011-Nr.18-klein-600-300x225.jpg\" alt=\"Der Main-Lahn-Sieg-Express. Er h\u00e4lt nun nicht mehr zwischen Gie\u00dfen und Marburg.\" width=\"300\" height=\"225\" class=\"size-medium wp-image-1647\" srcset=\"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Z\u00fcge-Gie\u00dfen-12-2011-Nr.18-klein-600-300x225.jpg 300w, https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Z\u00fcge-Gie\u00dfen-12-2011-Nr.18-klein-600.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1647\" class=\"wp-caption-text\">Der Main-Lahn-Sieg-Express. Er h\u00e4lt nun nicht mehr zwischen Gie\u00dfen und Marburg.<\/p><\/div><!--more-->Man denke nur daran, dass auf der Lahn-Kinzig-Bahn Gie\u00dfen-Gelnhausen vor 20 Jahren kein Samstag- sowie Sonn- und Feiertagsverkehr mehr gegeben. Das gleiche gilt f\u00fcr die Obere Lahntalbahn Marburg-Biedenkopf-Erntebr\u00fcck. Der Mittelhessen-Express wurde eingef\u00fchrt und brachte einen Taktfahrplan und direkte Zugverbindungen aller Unterwegshalte zwischen Dillenburg und Gie\u00dfen sowie Treysa und Gie\u00dfen nach Frankfurt. Aber inzwischen wurden wieder Einschr\u00e4nkungen vorgenommen. So f\u00e4hrt seit 2009 jeder zweite Mittelhessen-Express langsam zwischen Gie\u00dfen und Friedberg, um die Unterwegshalte mitzunehmen. Die <\/p>\n<p>Jedoch sind noch viele Dinge ungel\u00f6st. Des Weiteren gibt es starke Probleme in den \u00dcbergangsverkehren in andere Bundesl\u00e4nder bzw. andere Verkehrsverb\u00fcnde. Einige, fr\u00fcher durchgehende Verbindungen wurden gekappt, so z.B. die seit 1862 bestandene Direktverbindung Gie\u00dfen-Siegen-K\u00f6ln, bei der seit 2010 stets ein Umstieg mit wenigen Minuten in Siegen erforderlich ist. Der RMV sieht hier seit \u00fcber 5 Jahren keine deutlichen Signale aus Politik, Verb\u00e4nden und Bev\u00f6lkerung. Nur 4 bzw. 7 Minuten bleiben den Fahrg\u00e4sten, um in Siegen in den jeweils anderen Zug umzusteigen. <\/p>\n<p>Zwei Wehrmutstropfen auch beim letzten Fahrplanwechsel im Dezember 2014. Die Sonntagsverkehre der Sieg-Dill-Bahn f\u00fcr die Unterwegshalte zwischen Dillenburg und Siegen  wurden ersatzlos gestrichen. Dann der schwarze Tag aller Orte zwischen Gie\u00dfen und Marburg. Die Z\u00fcge der Hessischen Landesbahn halten nicht mehr zwischen den beiden Universit\u00e4tsst\u00e4dten. Die regionale Interessengruppe \u201ePro Bahn&#038;Bus\u201c  konnte mit diesem Thema durch einseitige Interessen bei den RMV-Entscheidungstr\u00e4gern \u00fcberzeugen. Der Fahrgastverband PRO BAHN stellt nicht in Abrede, dass es sinnvoll ist, Gie\u00dfen und Marburg durch einen Stundentakt mit durchgehenden RegionalExpress-Verbindungen miteinander zu verkn\u00fcpfen. Die Verlagerung der IC- (Intercity-)Verbindungen um 30 Minuten seit 2009, durch die Verlegung auf die Schnellfahrstrecke zwischen Kassel und Hannover, f\u00fchrte auf der Main-Weser-Bahn zu Problemen im Taktfahrplan. Wenn man jedoch die HLB-Z\u00fcge beschleunigt, dann muss es f\u00fcr die Zwischenstationen von Gie\u00dfen bis Marburg Ersatzfahrten von Triebwagen geben. Dies ist nicht erfolgt. Warum sollen Lollar, Fronhausen und Weimar\/Lahn schlechter gestellt sein als Kirchhain, Stadtallendorf und Neustadt\/Hessen ? Ob \u201ePro Bahn&#038;Bus\u201c im Raum Gie\u00dfen-Marburg wirklich alle Fahrg\u00e4ste vertritt, das darf deutlich bezweifeln werden.<\/p>\n<p>Das Preissystem des RMV bedarf einer Reformierung. Lediglich 7 Preisstufen f\u00fchren dazu, dass man f\u00fcr 70 km Regionalzugfahrt das gleiche bezahlen muss wie f\u00fcr die Distanz von 180 km. An manchen Kreisgrenzen innerhalb des RMV-Verbundgebiets mangelt es ebenfalls. F\u00fcr Strecken von 2 km wird bei schwachem Angebot an einigen Stellen gleich die Preisstufe 3 verlangt.<\/p>\n<p>Als schlecht ist die Entwicklung im Bereich der nachgeordneten Lokalen Nahverkehrsorganisationen (LNO) zu bezeichnen, welche in den Landkreisen und St\u00e4dten ab 50.000 Einwohner angesiedelt sind. Hier wurde die Daseinsvorsorge Lokal- bzw. Stadtbus weitreichend privatisiert, die LNO in private GmbHs umgewandelt. Trotzdem, dass der Linienbusverkehr fast ausschlie\u00dflich Aufgabe der Landkreise und gro\u00dfen St\u00e4dte ist: Der RMV war 1995 noch mit rund 20% eigener Linien, sog. Regionalbuslinien, im gesamten Busnetz beteiligt. Dies waren im wesentlichen die ehemaligen \u201eBahnbuslinien\u201c Nun hat er sich bis auf sehr wenige Ausnahmen aus dem Linienbusgesch\u00e4ft zur\u00fcckgezogen, die Aufgabe den LNO \u00fcberlassen, die viele Linien in j\u00fcngerer Zeit nach Vertragsablauf entweder ganz einstellten oder deutliche Angebotsreduzierungen vornahmen. Die LNO k\u00f6nnen eben nicht die Last alleine stemmen, welche ihnen der RMV aufb\u00fcrdet.<\/p>\n<p>Dennoch ist der Rhein-Main-Verkehrsverbund als unverzichtbares Element in der Daseinsvorsorge des Landes Hessen. Hunderte verschiedener Fahrscheine, wie es vor 1995 war, dies ist in Zeiten des Erfordernis einer durchg\u00e4ngigen Reisekette nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df. Bei besserer finanzieller Ausstattung, sowohl vom Land Hessen als auch vom Bund, k\u00f6nnten im RMV-Gebiet viele erforderliche Verbesserungen umgesetzt werden. Die Einbringung von Verbesserungsvorschl\u00e4gen wird zumindest meist mit Wohlwollen entgegen genommen aber auch der eine oder andere kleine Erfolg ist nachzuweisen. Der Wunsch steht im Raum, dass es in den n\u00e4chsten 20 Jahren nicht zu Angebotsreduzierungen, sondern zu Ausweitungen kommt. Die Menschen in Mittelhessen, Osthessen, Rhein-Main und S\u00fcdhessen (Starkenburg) brauchen einen starken \u00d6PNV im gesamten Verbundgebiet, denn es ist abzusehen, dass sich in Zukunft deutlich weniger Menschen ein eigenes Auto leisten k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gespalten muss die Bilanz nach 20 Jahren RMV betrachtet werden. Einerseits ist es gelungen, , sofort alle Nahverkehrstr\u00e4ger in einem Gebiet des fl\u00e4chenm\u00e4\u00dfig zweitgr\u00f6\u00dften Verkehrsverbundes Deutschlands zu b\u00fcndeln und z.B. ein einheitliches Preissystem einzuf\u00fchren. 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