{"id":3511,"date":"2016-09-24T03:04:06","date_gmt":"2016-09-24T01:04:06","guid":{"rendered":"http:\/\/pro-bahn-hessen.de\/?p=3511"},"modified":"2016-09-30T16:38:45","modified_gmt":"2016-09-30T14:38:45","slug":"kirchturmsdenken-und-undemokratische-polarisierung-initiative-bahnane-wettert-erneut-mit-falschaussagen-gegen-den-ausbau-der-main-weser-bahn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/?p=3511","title":{"rendered":"Kirchturmsdenken und undemokratische Polarisierung &#8211; Initiative BAHNANE wettert erneut mit Falschaussagen gegen den Ausbau der Main-Weser-Bahn"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_2401\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/DSC08634-zugeschnitten-klein-600.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2401\" class=\"size-medium wp-image-2401\" alt=\"Die S 6 auf dem Weg nach Friedberg an in die Jahre gekommenen, nicht behindertengerechten Bahnsteigen und mit schnelleren Z\u00fcgen im Nacken auf gleichem Gleis.\" src=\"http:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/DSC08634-zugeschnitten-klein-600-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/DSC08634-zugeschnitten-klein-600-300x225.jpg 300w, https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/DSC08634-zugeschnitten-klein-600.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2401\" class=\"wp-caption-text\">Die S 6 auf dem Weg nach Friedberg an in die Jahre gekommenen, nicht behindertengerechten Bahnsteigen und mit schnelleren Z\u00fcgen im Nacken auf gleichem Gleis.<\/p><\/div>\n<p>Mit einer Veranstaltung zum Thema Grundst\u00fccks\u00fcbertragungen f\u00fcr den geplanten viergleisigen Ausbau der Main-Weser-Bahn zwischen Frankfurt-West und Friedberg geht der Verein &#8222;Bahnane&#8220; erneut unsachlich und mit Falschaussagen an die \u00d6ffentlichkeit. In der Ausgabe Nr. 109 vom September 2015 hat unser Redaktionsmitglied Wilfried Staub einen gr\u00f6\u00dferen Bericht zur Unsachlichkeit von Bahnane geschrieben. Er hat in seiner Aktualit\u00e4t nichts eingeb\u00fcst. Daher ver\u00f6ffentlichen wir ihn an dieser Stelle nochmals. 1,8 Millionen Menschen leben im Einzugsbereich der Main-Weser-Bahn. Es ist eine Frechheit, wie die Partikularinteressen einzelner dies hier zum Schaden der Allgemeinheit durchsetzen wollen. PRO BAHN wird sich jedoch mit Verb\u00e4nden und Organisationen verb\u00fcnden, um letztlich den Ausbau durchzusetzen.<\/p>\n<p><strong>Kommentar von Wilfried Staub vom PRO BAHN Regionalverband Gro\u00dfraum Frankfurt<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>\u201eAlles Banane oder was?\u201c, \u201eAusbau der Main- Weser-Bahn vor dem Aus?\u201c: So titelten \u2013 bewusst provokativ \u2013 die Frankfurter Medien den Verlauf einer Pressekonferenz des so genannten Aktionsb\u00fcndnis Bahnane Ende Juli. Bahnane nennen sich die Ausbaugegner. Es ist die Abk\u00fcrzung f\u00fcr BahnAusbau nur Anwohnerkonform Naturvertr\u00e4glich Ersch\u00fctterungsfrei. <!--more--><\/p>\n<p>B\u00fcrgerinitiativen haben durchaus ihre demokratische Legitimation und nachweislich bereits das eine oder andere gro\u00dfspurige Projekt zu Fall gebracht, das<br \/>\nPlaner oder Politiker ohne R\u00fccksicht aufKosten, Folgekosten und Nutzen f\u00fcr die Allgemeinheit sonst in die Welt gesetzt h\u00e4tten. Bei der einen oder anderen Gruppierung wird der unbedarfte Beobachter aber das Gef\u00fchl nicht los, dass bestimmte Herrschaften ihren Namen gerne in der Zeitung lesen, sich unter Herausstellung von Halbwahrheiten profilieren wollen oder eine Posse daraus machen, es der Obrigkeit wieder einmal gezeigt zu haben. Zu welcher Kategorie das \u201eAktionsb\u00fcndnis Bahnane\u201c z\u00e4hlt, das sich bewusst selbst nicht als eine Initiative der B\u00fcrger versteht, dar\u00fcber m\u00f6ge sich jeder Leser selbst seine Gedanken machen. Hierzu empfiehlt sich das Studium der Homepage des Vereins.<\/p>\n<p>\u201eVier Gleise f\u00fcr die S6 &#8211; wir halten das schon lange f\u00fcr ein M\u00e4rchen\u201c, ist der Aufh\u00e4nger der aktuellen Pressemitteilung und von Schwindel bei der Finanzierung<br \/>\nist die Rede. Von vier Gleisen war jedoch zu keinem Zeitpunkt die Rede. Die aufgestellte Forderung belegt allerdings wieder einmal, dass man zwar mitreden<br \/>\nm\u00f6chte, aber im Grunde nicht versteht, um was es eigentlich geht. Zutreffend ist, dass sich die S-Bahn die Gleise seit 35 Jahren von Frankfurt-Bockenheim bis Friedberg mit dem Regional-, Fern- und G\u00fcterverkehr Trasse teilen muss \u2013 eine Strecke, auf der von Jahr zu Jahr die Trassenkonflikte zulasten der Schw\u00e4cheren (\u201eBummelz\u00fcge\u201c) dramatisch zunehmen. Damit nun endlich \u2013 wie es weltweit \u00fcblich ist und wie es im Interesse von t\u00e4glich 40.000 Nutzern liegt \u2013 die P\u00fcnktlichkeit verbessert und die Reisezeit deutlich verk\u00fcrzt werden kann, bedarf es eines eigenen Gleisk\u00f6rpers zur Entflechtung der Verkehre mit unterschiedlichen Reisegeschwindigkeiten.<\/p>\n<p><strong>Menschen mit Behinderung bleiben auf der Strecke<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Ein ganz entscheidendes Argument f\u00fcr das Projekt wird dabei von Bahnane geflissentlich unter den Tisch gekehrt, weil es f\u00fcr die Nein-Sager kontraproduktiv<br \/>\nist. Nur durch den Bau eines eigenen S-Bahn-Gleisk\u00f6rpers kann ein hundertprozentiger barrierefreier Zugang \u00fcber die 96 cm hohen Bahnsteige in die Waggons erm\u00f6glicht werden. Bei einem Mischverkehr sind nur maximal 76 cm \u00fcber Schienenoberkante als Bahnsteigh\u00f6he zul\u00e4ssig, weil sonst keine G\u00fcterz\u00fcge<br \/>\nmit \u00dcberbreite mehr verkehren k\u00f6nnten. Rollstuhlfahrer und Menschen mit Behinderung bleibt also die Nutzung der S-Bahn auf Dauer nur mit erheblichen<br \/>\nEinschr\u00e4nkungen m\u00f6glich, da eine Stufe von bis zu 22 cm beim Ein- und Ausstieg in die Wagen \u00fcberwunden werden muss. Die t\u00e4glichen Probleme behinderter Menschen interessieren Bahnane also ganz offensichtlich nur peripher.<\/p>\n<p>Die Bahnane -Leute haben auf der anderen Seite ohne jeden Widerspruch Recht, wenn sie feststellen, dass auf dem zus\u00e4tzlichen Gleisk\u00f6rper keine einzige S<br \/>\n6 zus\u00e4tzlich verkehren wird gegen\u00fcber heute. Das hat allerdings auch kein Offizieller zu keiner Zeit jemals behauptet. Es geht einzig und allein um eine<br \/>\nmerkliche Qualit\u00e4tsverbesserung, wie sie bereits 1978 als Voraussetzung f\u00fcr einen st\u00f6rungsfreien Betriebsablauf des Gesamtnetzes und des \u201eEngpasses Tunnel\u201c<br \/>\ngefordert wurden. Stadtschnellbahnen verkehren weltweit aus gutem Grund auf eigenen Schienenstr\u00e4ngen. Diese Forderung gilt auch f\u00fcr die S-Bahn Rhein-<br \/>\nMain. Steigt das Fahrgastaufkommen in der Metropolregion Frankfurt\/Rhein-Main so unaufhaltsam weiter wie in den letzten Jahren, dann muss allerdings \u00fcber<br \/>\nkurz oder lang \u00fcber einen Zwischentakt zwischen Bad Vilbel und Frankfurt Hbf hoch bzw. Niederrad, Gateway Gardens und Flughafen nachgedacht werden,<br \/>\nsodass auf dem Streckenabschnitt bis zur Messe dann alle siebeneinhalb Minuten eine Bahn verkehren k\u00f6nnte. Und noch in einem zweiten Punkt sind die Annahmen von Bahnane durchaus zutreffend. Allerdings wird in bew\u00e4hrter Manier nur die halbe Wahrheit verk\u00fcndet. Der G\u00fcterverkehr wird auf der Main-Weser-Bahn zunehmen. Das ist Fakt und damit m\u00fcssen wir uns den Gegebenheiten gehorchend abfinden. Den Menschen in Rheintal kann man nun einmal keine zus\u00e4tzlichen Zugbewegungen mehr zumuten. Echte Alternativen stehen in vielleicht 40 Jahren linksrheinisch zur Verf\u00fcgung. Wenn zudem bestimmte Zukunftsforscher Recht behalten, dann muss im Bereich des Korridors entlang des Rheins und weiter bis zum Mittelmeer insbesondere von Juli bis Dezember, wenn der Schiffsverkehr auf dem Rhein nach Abschmelzen der Alpengletscher wegen Niedrigwasser in absehbarer Zukunft zeitweise eingestellt werden muss, eine dritte leistungsf\u00e4hige Schienenverbindung in diesem Korridor<br \/>\nzur Verf\u00fcgung stehen. Diese G\u00fcterz\u00fcge rollen jedoch auf der \u00f6stlichen Tangente kaum tags\u00fcber \u2013 hier werden die Slots n\u00e4mlich f\u00fcr zus\u00e4tzliche (\u00fcber-) regionale<br \/>\nVerbindungen (HessenExpress) ben\u00f6tigt \u2013 sondern vornehmlich in den Nachtstunden. Doch dazu bedarf es w\u00e4hrend der Betriebsruhe der S-Bahn bzw. in der Schwachverkehrszeit der Personenz\u00fcge schon heute keines einzigen Meters zus\u00e4tzlicher Gleise.<\/p>\n<p><strong>L\u00e4rmschutz \u2013 das Gebot der Stunde<\/strong><\/p>\n<p>Wird die Main-Weser-Bahn also nicht schleunigst viergleisig zwischen Frankfurt-West und Friedberg ausgebaut, werden die Menschen entlang der Strecke nachts mit einem kaum ertr\u00e4glichen L\u00e4rmpegel leben m\u00fcssen, denn der Bahnkonzernkann sich auf den sogenannten Bestandsschutz berufen und brauchte keinerlei Ma\u00dfnahmen zur L\u00e4rmminderung ergreifen. Und selbst wenn er es wollte, sind ihm die H\u00e4nde gebunden. Der Bau eines l\u00e4rmschluckenden Gleisbetts nach neuestem Stand der Technik setzt eine mindestens halbj\u00e4hrige Sperrung eines Richtungsgleises auf einer L\u00e4nge von mehreren Kilometern voraus. Das ist aber nur dann machbar, wenn die zuvor errichteten Gleise der neuen S-Bahnstrecke (dann noch ohne Bahnsteigkante) w\u00e4hrend der Bauphase als vor\u00fcbergehende Ausweichstrecke zur Verf\u00fcgung stehen. Auch ein moderner L\u00e4rmschutz sieht nach neuesten Erkenntnissen ganz anders aus, als ihn Bahnane als Abschreckungsszenario an die nach ihrer Ansicht erforderlichen zw\u00f6lf Meter hohen Schallschutzw\u00e4nde malt. Und noch einen Vorwurf muss sich das Aktionsb\u00fcndnis gegen einen Ausbau der Strecke gefallen lassen. Die kritisierte Explosion der Baukosten um 81 Millionen geht zum gr\u00f6\u00dften Teil auf Verteuerungen als Folge der Verz\u00f6gerungen bei der zeitlichen Umsetzung der urspr\u00fcnglichen Pl\u00e4ne zur\u00fcck.<br \/>\nDie Inbetriebnahme der Ausbaustrecke war einmal f\u00fcr 2013 angedacht. Baubeginn ist jetzt 2017 und Fertigstellung soll 2019 sein. Eine leistungsf\u00e4hige Main-Weser-<br \/>\nBahn macht eine Verbreiterung der A 5 um zwei weitere Spuren nach Ansicht von PRO BAHN \u00fcberfl\u00fcssig. Auch das sollten wir nicht au\u00dfer Acht lassen. Den<br \/>\nMenschen in der Wetterau und im Gie\u00dfener Raum bis hin nach Marburg und Dillenburg stehen nach dem Ausbau der Strecke im Berufsverkehr deutlich mehr<br \/>\nSitzpl\u00e4tze und bis zu sieben umsteigefreie Schnellverbindungen pro Stunde (SE, RE, IRE, IC) zur Verf\u00fcgung. Der L\u00e4rmpegel nachts wird durch ein B\u00fcndel<br \/>\nvon Ma\u00dfnahmen wesentlich ertr\u00e4glicher sein als derzeit vorstellbar. Beim Flug- und Autoverkehr haben wir akzeptiert, dass wir in der Region im Herzens Europas nicht nur die Fr\u00fcchte des Zentrums Europas genie\u00dfen d\u00fcrfen, sondern auch mit gewissen Nachteilen leben m\u00fcssen. Welches Recht nehmen sich einige wenige Personen heraus, dem umweltfreundlichsten Verkehrsmittel immer wieder Steine in den Weg legen zu wollen und den unmittelbaren Anwohnern der Strecke auf Dauer einen zumutbaren Ger\u00e4uschpegel der (Vorschlag:) auf 60 km\/h reduzierten G\u00fcterz\u00fcge mit Fl\u00fcsterbremsen zu verwehren oder den von weit herkommenden Pendlern Stehpl\u00e4tze zuzumuten? Die Berechnung des Nutzen-Kosten-Faktors ist beim Mischverkehr eine hochkomplexe Angelegenheit. Wie dieser Faktor auch ausfallen mag, sollte eigentlich Nebensache sein. Wichtig ist, dass ein ganz epochales Projekt zur Erhaltung des Wirtschaftsstandorts Deutschland jetzt und nicht erst in ferner Zukunft \u2013 bei noch h\u00f6heren Kosten \u2013 in Angriff genommen wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit einer Veranstaltung zum Thema Grundst\u00fccks\u00fcbertragungen f\u00fcr den geplanten viergleisigen Ausbau der Main-Weser-Bahn zwischen Frankfurt-West und Friedberg geht der Verein &#8222;Bahnane&#8220; erneut unsachlich und mit Falschaussagen an die \u00d6ffentlichkeit. 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