{"id":3700,"date":"2016-12-16T21:13:48","date_gmt":"2016-12-16T19:13:48","guid":{"rendered":"http:\/\/pro-bahn-hessen.de\/?p=3700"},"modified":"2016-12-17T00:29:55","modified_gmt":"2016-12-16T22:29:55","slug":"pro-bahn-zum-bus-betreiberwechsel-im-vorder-und-hochtaunus-zum-11-dezember-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/?p=3700","title":{"rendered":"PRO BAHN zum Bus-Betreiberwechsel im Vorder- und Hochtaunus zum 11. Dezember 2016"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Busse-BS-klein-400.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Busse-BS-klein-400-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-3703\" srcset=\"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Busse-BS-klein-400-300x225.jpg 300w, https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Busse-BS-klein-400.jpg 400w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der PRO BAHN Landesverband Hessen e.V. bezeichnet die Zust\u00e4nde beim Betreiber-wechsel des Buslinien-Netzes im Vorder- und Hochtaunus als die katastrophalsten seit es Linienverkehre in Deutschland gibt. Zugegeben, man war in der Region mit dem bisherigen Dienstleister, der HessenBus, einem Tochterunternehmen der Hessischen Landesbahn, was P\u00fcnktlichkeit, Zuverl\u00e4ssigkeit, Freundlichkeit der Fahrer und Sauberkeit der Fahrzeuge betrifft in der letzten 10 &#8211; 20 Jahren im Gegensatz zu anderen Regionen im RMV mehr als verw\u00f6hnt. Umso h\u00e4rter und umso unvorbereitet trifft es nun die Pendler im Main- und Hochtaunus-Kreis. Zwar waren zumindest die Insider ob des misslungenen Startes der DB Bustochter im Frankfurter Westen und beim Stadtverkehr Kronberg im vergangenen Dezember vorgewarnt. Was aber dann eintrat, schl\u00e4gt deutschlandweit alle Negativrekorde.<!--more--><\/p>\n<p>Die Ausschreibung der Busverkehre in dieser Region zum Fahrplanwechsel haben zum gro\u00dfen Teil der Busverkehr Hessen (BVH), eine Tochter der DB AG und die Firma Transdev, ein europaweit als Verkehrsdienstleister t\u00e4tiges Unternehmen mit Ursprung in Frankreich, sowie in stark abgespeckter Form die HLB gewonnen. Die Fahrpl\u00e4ne der Buslinien blieben im Wesentlichen unver\u00e4ndert, wurden in Einzelf\u00e4llen lediglich leicht modifiziert bzw. um zwei Schnellbuslinien erweitert. Die erprobten Fahrpl\u00e4ne sind also ohne jede Einschr\u00e4nkung \u201efahrbar\u201c und k\u00f6nnen nicht als Ausrede herangezogen werden.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Betrieb am ersten G\u00fcltigkeitstag des neuen Konzeptes, einem Sonntag, erfreulicherweise problemlos verlief, brach am darauf folgenden ersten Werktag das absolute Chaos aus. Auf einige Linien fielen zwei von drei Fahrten den kompletten Tag \u00fcber aus. Oft verkehrte beim 30-Minutentakt nur alle zwei Stunden ein Bus. Die Zielanzeiger bei den Linien des BVH und die Fahrscheindrucker in den Bussen versagten ihren Dienst. <\/p>\n<p>Sch\u00fcler machten sich also zu Fu\u00df auf bis zu drei Kilometer langen Weg zu den Schulen oder mussten sich von den Eltern chauffieren lassen. Besch\u00e4ftigte erreichten ihre Arbeitsst\u00e4tte nur mit M\u00fche und mit empfindlicher Versp\u00e4tung. Busfahrer kannten den Linienweg nicht und mussten oft genug die Fahrg\u00e4ste um Hilfe bitten. Die Busse, die vereinzelt fuhren, hatten und haben immer noch Versp\u00e4tungen von bis zu 35 Minuten. Um nicht noch mehr Versp\u00e4tungen einzufahren, haben die Fahrer in aller Regel den Fahrscheinverkauf eingestellt. <\/p>\n<p>Inzwischen hat sich der BVH bei den Fahrg\u00e4sten entschuldigt und bietet allen Fahrg\u00e4sten, die von einem Fahrtausfall auf Grund von \u201eunerwarteten Anlaufschwierigkeiten\u201c betroffen sind, eine \u201ekulante Pr\u00fcfung ihres Anliegens\u201c zu. Fahrt- oder Taxikosten werden bei Vorlage der Belege unb\u00fcrokratisch erstattet. Daf\u00fcr gen\u00fcgt eine E-Mail mit der gew\u00fcnschten Kontoverbindung an: BVH-Kundenservice-Taunus@deutschebahn.com. Die Firma Transdev gibt als Grund f\u00fcr das Desaster das hohe Verkehrsaufkommen im Rhein-Main-Gebiet an.  <\/p>\n<p>Inzwischen hat sich der BVH bei den Fahrg\u00e4sten entschuldigt und bietet allen Fahrg\u00e4sten, die von einem Fahrtausfall auf Grund von \u201eunerwarteten Anlaufschwierigkeiten\u201c betroffen sind, eine \u201ekulante Pr\u00fcfung ihres Anliegens\u201c zu. Fahrt- oder Taxikosten werden bei Vorlage der Belege unb\u00fcrokratisch erstattet. Daf\u00fcr gen\u00fcgt eine E-Mail mit der gew\u00fcnschten Kontoverbindung an: BVH-Kundenservice-Taunus@deutschebahn.com. Die Firma Transdev gibt als Grund f\u00fcr das Desaster das \u201eunerwartet\u201c hohe Verkehrsaufkommen im Rhein-Main-Gebiet an. Mit dieser fadenscheinigen Ausrede macht sich das Unternehmen selbst l\u00e4cherlich.<\/p>\n<p>Fest steht, dass beide Unternehmen den Wechsel auf die leichte Schulter genommen haben und darauf bauen, dass die drei Auftraggeber, der RMV, die MTV und der VHT, entsprechend im Vorfeld ver\u00f6ffentlichten Ank\u00fcndigungen, den Neulingen gro\u00dfz\u00fcgig eine gewisse Toleranz bei der Erf\u00fcllung der vertraglichen Aufgaben in der Startphase einr\u00e4umen. Wohlweislich wieder einmal auf dem R\u00fccken der Fahrg\u00e4ste. Wie lange die derzeitige Misere andauern wird, dar\u00fcber halten sich sich RMV und MTV derzeit bedeckt. Nach Ende des ausged\u00fcnnten Weihnachtsverkehrs wird es dann wieder hei\u00dfen \u201eFortsetzung folgt\u201c.<\/p>\n<p>Immerhin hat der RMV am 15. Dezember 2016 abends eine Liste auf seiner Homepage mit rund 90 Fahrten ver\u00f6ffentlicht, die am folgenden Tag ausfallen werden, darunter, zur Verwirrung der Fahrg\u00e4ste auch so genannte Leerfahrten. Auch stark betroffen von den Ausf\u00e4llen ist das Prestigeobjekt des RMV, der Schnellbus X27, teilweise unter der Liniennummer 127 unterwegs. Entgegen der Ank\u00fcndigung werden die stornierten Fahrten in der elektronischen Verbindungsauskunft des RMV aber als regul\u00e4re Fahrten angezeigt, da aufgrund eines seit mehr als zehn Jahren bekannten Programmierfehlers auch gecancelte Kurse im System als planm\u00e4\u00dfig aufgef\u00fchrt werden. Hilfreich und international \u00fcblich w\u00e4re der direkte Hinweis: \u201eFahrt f\u00e4llt aus\u201c. Allerdings findet sich im Internet der Verweis auf die pdf-Tabelle des BVH der voraussichtlich ausfallenden Fahrten.<\/p>\n<p>Da der Markt mit qualifizierten Busfahrern seit Jahren \u00e4u\u00dferst angespannt ist, hat Transdev in der Not eine Vielzahl von Fahrern eingestellt, die der deutschen Sprache auch nicht nur ann\u00e4hrend m\u00e4chtig sind. Diese werden auch in absehbarer Zukunft nicht in der Lage sein, Ausk\u00fcnfte zu erteilen, geschweige denn den komplizierten RMV-Tarif zu beherrschen, also Fahrscheine korrekt zu verkaufen oder in Ausnahmesituationen angemessen zu reagieren. Die Diskussionen in den entsprechenden Internetforen und die H\u00e4ufung der Beschwerden beim RMV, den beiden anderen Bestellern und bei den Busunternehmen selbst, sowie die Presseberichte sprechen eine eindeutige Sprache: Traurig und auf der anderen Seite nicht nachvollziehbar, dass eine Industrienationen wie Deutschland sich bei der Organisation des \u00d6PNV auf den Stand von Schwellenl\u00e4ndern herabl\u00e4sst.<\/p>\n<p>Das Kind ist nun einmal in den Brunnen gefallen. Es f\u00fchrt jetzt kein Weg daran vorbei, die betroffenen Fahrg\u00e4ste in angemessener Weise pauschal zu entsch\u00e4digen. Nur die wenigsten werden erfahrungsgem\u00e4\u00df davon Gebrauch machen, um Erstattung der Taxikosten nachzusuchen. Barzahler, die beim Busfahrer vergeblich einen Fahrschein l\u00f6sen wollen, fahren in aller Regel derzeit sowieso kostenlos. Angemessen w\u00e4re es also, den betroffenen Zeitkarteninhabern, also die am meisten betroffene Gruppe der Stammkunden, eine geb\u00fchrende Entsch\u00e4digung zukommen zu lassen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Zukunft sollten die Besteller Vorkehrungen treffen, dass sich solche Vorf\u00e4lle nicht mehr wiederholen k\u00f6nnen und Betreiber, die \u00fcber Lohndumping versuchen, den Markt aufzubrechen, bei der Vergabe genauer auf deren Leistungsf\u00e4higkeit hin \u2013 wie in Bayern Usus &#8211; \u00fcberpr\u00fcft werden und die alten Betreiber, sofern deren Leistungen w\u00e4hrend der Vertragsdauer zufriedenstellend waren, bei der Vergabe einen Vertrauensbonus zugebilligt bekommen. Die Frage, ob es seitens der EG-Kommission gl\u00fccklich war, den Fahrplanwechsel europaweit in den Winter und auf die Zeit vor Weihnachten zu legen, sollte einmal getrennt davon behandelt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der PRO BAHN Landesverband Hessen e.V. bezeichnet die Zust\u00e4nde beim Betreiber-wechsel des Buslinien-Netzes im Vorder- und Hochtaunus als die katastrophalsten seit es Linienverkehre in Deutschland gibt. 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