{"id":4371,"date":"2017-05-18T20:01:32","date_gmt":"2017-05-18T18:01:32","guid":{"rendered":"http:\/\/pro-bahn-hessen.de\/?p=4371"},"modified":"2017-05-18T22:51:52","modified_gmt":"2017-05-18T20:51:52","slug":"pro-bahn-hessen-bezeichnet-veroffentlichung-angebliches-investitionsprogramm-fur-schienenverkehr-in-hessen-als-schaumschlagerei-kalter-kaffee-und-projekte-welche-teilweise-schon-seit-4-jahrzehnten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/?p=4371","title":{"rendered":"PRO BAHN Hessen nennt es Schaumschl\u00e4gerei &#8211; Ver\u00f6ffentlichung des angeblichen Investitionsprogramms f\u00fcr Schienenverkehr in Hessen &#8211; Kalter Kaffee und Projekte,  welche teilweise schon seit 4 Jahrzehnten diskutiert werden."},"content":{"rendered":"<p><strong>Nordhessen komplett bei Investitionen abgeh\u00e4ngt.<\/strong><\/p>\n<p>Als Treppenwtz ersten Ranges bezeichnet der Fahrgastverband PRO BAHN den blinden Aktionismus von Politik und Verkehrsunternehmen in den letzten Wochen, j\u00fcngst die Vorstellung des Schieneninvestitionsprogramms f\u00fcr Hessen durch Landesverkehrs-minister Al-Wazir. Kein einziges wirklich neues Projekt liegt auf dem Tisch, welches nicht schon l\u00e4nger in der Diskussion ist, so der Fahrgastverband.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC01564-klein-500.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-4372\" alt=\"Camberger Br\u00fccke mit ICE 3\" src=\"http:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC01564-klein-500-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC01564-klein-500-300x225.jpg 300w, https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSC01564-klein-500.jpg 500w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Schienen-Investitionsstau seit mehreren Generationen<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Vielmehr sei es so, dass \u00fcber mehrere Legislaturperioden in Deutschland aber gerade in Hessen in Sachen Schiene ein Investitionsstau besteht und keine Bundes- und keine Landesregierung, egal welche politische Farbe, eines der Projekte vorangetrieben hat. Beispiele hierzu gibt der Schienenfernverkehr. Nach den gro\u00dfen Projekten Hannover-W\u00fcrzburg mit der Er\u00f6ffnung 1991 und K\u00f6ln-Frankfurt 2002 h\u00e4tten unmittelbar danach L\u00fcckenschl\u00fcsse im Fernzugnetz zwischen Frankfurt und Fulda sowie Frankfurt und Mannheim erfolgen m\u00fcssen, so dass man dieser Tage die Neubaustrecken h\u00e4tte einweihen k\u00f6nnen. Kein Stein ist bewegt, keine Planung ist erfolgt. Nun sind diese Projekte im Bundesverkehrswegeplan 2030 vorgesehen, wobei keiner eine Prognose abgeben mag, ob denn bis dann wirklich ein Zug \u00fcber neue Gleise rollt.<\/p>\n<p><strong>Projekte werden als neu dargestellt und h\u00e4tten schon mit anderen l\u00e4ngst gebaut sein k\u00f6nnen<\/strong><\/p>\n<p>Die sog. Wallauer Spange, die Zufahrt von Wiesbaden Hbf. auf die Schnellfahrstrecke zum Flughafen-Fernbahnhof h\u00e4tte unter viel kosteng\u00fcnstigeren Gesichtspunkten schon mit dem Bau der Schnellfahrstrecke 1995-2002 realisiert werden m\u00fcssen. Das gleiche gilt f\u00fcr den Umbau des Kreuzungsbahnhofs Frankfurt-Stadion und die ihm folgende Einfahrt in den Frankfurter Hbf. Damals plante und baute man eine Schnellfahrstrecke und h\u00f6rte vor den Toren der Stadt auf. Nun kommen die ICE von K\u00f6ln und Mannheim und werden vor den Toren der Stadt auf Nostalgieniveau abgebremst. Alles schon mal geplant, die Realisierung h\u00e4tte f\u00fcr einen Teil heutiger Kosten erfolgen k\u00f6nnen\/m\u00fcssen Daher ist es unredlich nun so zu tun, als sei mit dem Projekt \u201eUmbau Knoten Frankfurt\u201c im Bundesverkehrswegeplan ein neues Projekt vorhanden.<\/p>\n<p><strong>Nahverkehr \u2013 Mit S-Bahn-Start 1978 sollten in Folgejahren schon durchg\u00e4ngig eigene Gleise gebaut werden \u2013 bis heute in weiten Teilen nicht umgesetzt<\/strong><\/p>\n<p>Gleiches gilt im Schienenpersonennahverkehr. In die Infrastruktur des Bestandsnetzes aus der Zeit der Deutschen Bundesbahn ist seit 1994 au\u00dferhalb einzelner kleiner S-Bahn-Projekte kein einziger Cent in Aus- und Neubauinvestitionen gesteckt worden. Die nordmainische S-Bahn und der Ausbau der Strecke zwischen Frankfurt-West und Friedberg wird seit Mitte der 1970er Jahre diskutiert, als damals die S-Bahn Rhein\/Main an den Start ging. Heute, rund vier Jahrzehnte danach fahren immer noch die S-Bahnen im Zulauf auf Frankfurt auf gleichen Gleisen wie die Intercity- und Regionalz\u00fcge. Bis zum heutigen Tag gibt es keinerlei planerische Vorleistung. Die B\u00fcrgerbeteiligung hierzu, welche dem Planungsprozess zeitgem\u00e4\u00df vorgeschaltet ist, hat gerade bei diesen Einzelprojekten erst begonnen. Sieht man dies realistisch, dann kann man die angek\u00fcndigten Mittelbereitstellungen entweder nur als Luftbuchungen bezeichnen oder als eine Irref\u00fchrung des W\u00e4hlers unter grober Missachtung der Wahrheit und Klarheit \u00fcber den Zustand der \u00f6ffentlichen Haushalte.<\/p>\n<p><strong>Es g\u00edbt auch v\u00f6llig neue Nahverkehrsprojekte, nur Land Hessen nimmt sie nicht in die Hand<\/strong><\/p>\n<p>Der Fahrgastverband PRO BAHN nennt auch mehrere Nahverkehrsinvestitionen, die in Hessen umgesetzt werden k\u00f6nnten, jedoch bislang in Wiesbaden kein Geh\u00f6r fanden. Dazu geh\u00f6re in Nordhessen die Reaktivierung und der Neuaufbau der Kanonenbahn zwischen Schwalmstadt-Treysa und Malsfeld\/Melsungen, das Projekt \u201eStadt-Land-Bahn\u201c in Darmstadt bzw. dem Landkreis Darmstadt-Dieburg, der Ausbau des Knotens Gie\u00dfen zur Mehrleistung f\u00fcr den Nah-, Fern- und G\u00fcterverkehr sowie der viergleisige Ausbau der Teilstrecke s\u00fcdlich von Kassel zwischen Wilhelmsh\u00f6he und Guntershausen bzw. Ederm\u00fcnde-Grifte. Wenn solch neue Projekte mal auf der Agenda des Landes Hessen stehen, dann w\u00e4re das wirklich mal eine Schlagzeile wert.<\/p>\n<p><strong>Kassel und Nordhessen von Investitionen komplett abgeh\u00e4ngt<\/strong><\/p>\n<p>Tatsache ist, dass es durchaus Einzelprojekte in Hessen geben w\u00fcrde, die \u00fcber den kalten Kaffee, den man seitens der schwarz-gr\u00fcnen Landesregierung zu trinken scheint, die man angehen k\u00f6nnte. Str\u00e4flichst vermisst wird die seit der Wiedervereinigung diskutierte Ost-West-Anbindung der nordhessischen Metropole Kassel durch den Ausbau der Mitte-Deutschland-Verbindung und die Optimierung insbesondere des Fernbahnhofs Kassel-Wilhelmsh\u00f6he und die auf ihn zulaufenden Bahnstrecken. Wer f\u00fcr Kassel im Bundesverkehrswegeplan 2030 wirklich Investitionen in die Schiene f\u00fcr Hessen vermutet, der wird sich gegen\u00fcber den wirklichen Zahlen aus anderen Bundesl\u00e4ndern zur\u00fcckversetzt und verschaukelt vorkommen.<\/p>\n<p>Aber auch im Nahverkehr gibt es wirklich nichts Neues. Eine v\u00f6llig falsch gestrickte und an den wirklichen \u00f6rtlichen Gegebenheiten komplett vorbei erfasste Bestandsaufnahme f\u00fcr reaktivierungsf\u00e4hige Bahnstrecken zeige offen, dass man nur halbherzig die Substanzgrundlage aufstelle, so dass auch in dem Themenbereich nicht wirklich in den n\u00e4chsten 10-15 Jahren mit Umsetzungen zu rechnen ist.<\/p>\n<p>Von vielen Seiten geforderte Projekte wie die Aartalbahn Wiesbaden-Bad Schwalbach-Diez werden durch kommunale Beschl\u00fcsse wie j\u00fcngst durch die Kreisgremien des Rheingau-Taunus-Kreis blockiert, andere Projekte wie die Lumdatalbahn in Mittelhessen werden verschleppt. Man ist nicht bereit, im ertr\u00e4glichen Ma\u00df Geld bereitzustellen, f\u00fchrt Wirtschaftlichkeitskriterien f\u00fcr den Schienenpersonenverkehr ins Feld, welche nicht zu erf\u00fcllen sind. Kommunalpolitik zeichnet sich vielerorts durch mangelhafte Kompetenz aus, was einen Investitionsstau bei der Schiene, hier im Nahverkehr, nur noch best\u00e4rkt hat.<\/p>\n<p><strong>Dobrindts einseitige Ausrichtungen gegen die Verkehrswende und den Kampf zum Klimawandel beim Bundesverkehrswegeplan \u00f6ffentlich aufzeigen <\/strong><\/p>\n<p>Das Land Hessen hat es v\u00f6llig vers\u00e4umt, Bundesverkehrsminister Dobrindt politisch deutlich zu machen, dass er eine einseitige Lobbypolitik macht. Er hat s\u00e4mtliche Verkehrsplaninvestitionen in den Nahverkehr herausgestrichen und nur in die wei\u00dffarbene Intercityflotte investieren lassen m\u00f6chte. Der Nahverkehr, Ruckgrat der Schiene in Deutschland, muss mit anderen viel zu knappen Investitionsgeldern auskommen. Dahingegen keinerlei Protest vom Hess. Verkehrsminister Al-Wazir kommt, insgesamt 101 Ortsumgehungen f\u00fcr Bundesstra\u00dfen in Hessen innerhalb der n\u00e4chsten 13 Jahre bauen zu wollen, wovon rund die H\u00e4lfte parallel von Autobahnen der wirkliche Fernverkehr \u00fcbernommen wird.<\/p>\n<p><strong>Projekte Gr\u00f6\u00dftenteils schon zu Zeiten von Altkanzler Helmut Schmidt geplant. Damit ist keine wirkliche Verkehrswende zu erzielen<\/strong><\/p>\n<p>Mit dieser halbherzigen Augenwischerei wird der gr\u00fcne Landesverkehrsminister das eigentliche Ziel der Umweltpartei nicht erreichen, f\u00fcr eine Verkehrswende in Deutschland zu sorgen. Dies bedeutet, dass mindestens 30-40 Prozent des heutigen PKW-Verkehrs auf die \u00d6ffentlichen Verkehrsmittel verlagert werden m\u00fcsste. Mit diesen, gr\u00f6\u00dftenteils schon zu Zeiten des fr\u00fcheren Bundeskanzlers Helmut Schmidt geplanten Verkehrsprojekten wird man aber keine Verkehrswende in Deutschland, in Hessen erreichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nordhessen komplett bei Investitionen abgeh\u00e4ngt. Als Treppenwtz ersten Ranges bezeichnet der Fahrgastverband PRO BAHN den blinden Aktionismus von Politik und Verkehrsunternehmen in den letzten Wochen, j\u00fcngst die Vorstellung des Schieneninvestitionsprogramms f\u00fcr Hessen durch Landesverkehrs-minister Al-Wazir. 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