{"id":4729,"date":"2017-09-14T23:39:31","date_gmt":"2017-09-14T21:39:31","guid":{"rendered":"http:\/\/pro-bahn-hessen.de\/?p=4729"},"modified":"2017-09-24T16:11:47","modified_gmt":"2017-09-24T14:11:47","slug":"machbarkeitsstudie-wertet-lumdatalbahn-als-reaktivierungsfahig-lumdatalbahn-e-v-und-pro-bahn-mittelhessen-freut-es","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/?p=4729","title":{"rendered":"Machbarkeitsstudie wertet Lumdatalbahn als reaktivierungsf\u00e4hig &#8211; Lumdatalbahn e.V. und PRO BAHN Mittelhessen freut es."},"content":{"rendered":"<p><strong>Endlich \u2013 erstmals ist bei einer Bewertung in Hessen vom standardisierten Verfahren abgewichen worden und es f\u00fchrt voraussichtlich zum Durchbruch<\/strong><br \/>\n<strong><br \/>\nRegionalbahnen von Gie\u00dfen \u00fcber Lollar in den Rabenauer Ortsteil Londorf und umgekehrt werden im 60-Minuten-Takt empfohlen.<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_4734\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/DSC09822-klein-300.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4734\" class=\"size-medium wp-image-4734\" alt=\"Der Bahnhof in Londorf, von 1959 bis 1981 Endbahnhof der 1902 in Betrieb genommenen Strecke in der Personenbef\u00f6rderung. Ist der Kernort der Gemeinde Rabenau im Landkreis Gie\u00dfen in einigen Jahren wieder Endpunkt des SPNV?\" src=\"http:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/DSC09822-klein-300-225x300.jpg\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/DSC09822-klein-300-225x300.jpg 225w, https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/DSC09822-klein-300.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4734\" class=\"wp-caption-text\">Der Bahnhof in Londorf, von 1959 bis 1981 Endbahnhof der 1902 in Betrieb genommenen Strecke in der Personenbef\u00f6rderung. Ist der Kernort der Gemeinde Rabenau im Landkreis Gie\u00dfen in einigen Jahren wieder Endpunkt des SPNV?<\/p><\/div>\n<p>Der Verkehrsausschuss des Kreistags des Landkreises Gie\u00dfen hat am 14.09. in der Universit\u00e4tsstadt zu seiner regul\u00e4ren Sitzung zusammengefunden aber bereits der erste Tagesordnungspunkt hatte es in sich. Zwei vom Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) beauftragte Planungsb\u00fcros stellten eine als \u201e4. Mitfall\u201c bezeichnete Machbarkeitsstudie f\u00fcr eine m\u00f6gliche Reaktivierung der Lumdatalbahn vor. Damit bezeichnet ist bereits die 4. Reaktivierungs-Untersuchung. Die Referenten-Liste im Fachausschuss des Landkreises war hochkar\u00e4tig besetzt, so waren RMV-Chefplaner Thomas Busch, der zust\u00e4ndige Referent des Hessischen Verkehrsministeriums, Frank Sachs vor Ort in den neuen Kreisverwaltungsgeb\u00e4uden im Gie\u00dfener Osten zu Gast. <!--more--><\/p>\n<p>Was dann vorgestellt wurde, kann sich sehen lassen. Die Machbarkeitsstudie geht von einer Investitionssumme von 11 Mio. Euro f\u00fcr die Reaktivierung der rund 14 km langen Strecke im Nordosten des Landkreises aus. Grundlage ist die Bedienung durch einen 60 Minuten-Takt mit erg\u00e4nzendem 60 Minuten Busverkehr zur Feinanbindung im Lumdatal. Die Z\u00fcge sollen von Gie\u00dfen zun\u00e4chst \u00fcber die Main-Weser-Bahn bis Lollar und dann \u00fcber die Lumdatalbahn bis Londorf durchfahren. Mit einem Bus-Bahn-Konzept k\u00f6nnten sich beide Verkehrsmittel erg\u00e4nzen. Ein ganz wichtiger Aspekt, von einer Teil-Reaktivierung nur des Abschnittes Lollar-Allendorf (Lumda), wie es vor einem Jahr mal gelautet hatte, ist nicht mehr die Rede. Wenn dann will man bis zum Ende, wo heute auch die Schienen liegen, durchfahren und die Kommunen Staufenberg (Hess.), Allendorf (Lumda) und Rabenau (Hessen) anbinden.<\/p>\n<p>Ein ganz wichtiger Aspekt, das standardisierte Verfahren der Nutzen-Kosten-Untersuchung (NKU), welche in den letzten Jahrzehnten gerade auch in Hessen viele Bahnstrecken endg\u00fcltig sterben und aus dem Landschaftsbild verschwinden lie\u00df, wurde \u201eerstmals\u201c in unserem Bundesland nicht angewendet. Streckenreaktivierungen mit einer Investitionssumme von 25 Mio. Euro k\u00f6nnten, sofern alle Rechtsgrundlagen dahingehend ge\u00e4ndert und ausgerichtet werden, k\u00fcnftig aus dem standardisierten NKU-Verfahren herauszunehmen und \u00fcber andere Bewertungskriterien in Richtung Reaktivierung zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>Der anwesende Verein \u201eLumdatalbahn e.V.\u201c, die lokale Reaktivierungsinitiative war in einer gro\u00dfen Gruppe mit ihrem Vorsitzenden Manfred Lotz im Zuschauerraum anwesend und staunte nicht schlecht. Man findet, nachdem die Koordinaten schon zweimal eine andere Richtung ausgaben, die Entwicklung gro\u00dfartig und hofft seitens der verschiedenen verantwortlichen Ebenen auf Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<p>Auch den Fahrgastverband PRO BAHN freut diese Entwicklung au\u00dferordentlich, so der Vorsitzende des Landesverbandes, Thomas Kraft. Seit vielen Jahren ist PRO BAHN der Auffassung, dass die seit langem angewendeten NKU-Verfahren v\u00f6llig einseitig und unzureichend sind und so fast jedes Schienenverkehrsprojekt letztlich stirbt. Wenn man die Verkehrswende wirklich will und eine Landesregierung mit gr\u00fcnem Koalitionspartner sollte sich diesem grunds\u00e4tzlichen Ziel verpflichtet f\u00fchlen, dann muss klar sein, dass viele Investitionen sich erst langfristig refinanzieren bzw. in Teilen auch nie finanzieren, da Daseinsvorsorge nicht zu 100% unter Refinanzierungsvorbehalt gestellt werden darf. Die Mobilit\u00e4t wird sich wandeln und daher bedarf es auch neuer Bewertungskriterien, die meisten Bundesl\u00e4nder egal mit welcher Regierungsfarbe sind da wesentlich weiter als Hessen mit bislang 1,5 reaktivierten Bahnstrecken au\u00dferhalb des S-Bahn-Netzes Rhein\/Main.<\/p>\n<p>Der Ball liegt nun beim Land Hessen, welches das laufende Untersuchungsverfahren schnell zum Abschluss bringen und dann eine Entscheidung \u00fcber das weitere Vorgehen treffen muss. Hier bleibt abzuwarten, so der PRO BAHN Regionalverband Mittelhessen, ob man sich dem durchaus positiven Ergebnis nun noch entgegensetzen will. Wer dies macht, der geht ein Jahr vor der Landtagswahl Ende 2018 in Hessen ein hohes politisches Risiko ein. Im Verkehrsausschuss des Kreistags des Landkreises Gie\u00dfen war jedenfalls das Votum f\u00fcr die Reaktivierung deutlich. Es standen mehrere Antr\u00e4ge zum Thema auf der Tagesordnung, wobei ein fraktions\u00fcbergreifender Initiativantrag die \u00fcbergro\u00dfe Mehrheit fand. Wenn das Land Hessen mit seiner Aufgabentr\u00e4gerschaft f\u00fcr den Schienenpersonennahverkehr (SPNV)sich in K\u00fcrze daf\u00fcr entscheidet, der Reaktivierung n\u00e4her zu treten gilt es, eine Finanzierungsvereinbarung auf den Weg zu bringen, wobei das Land rund 4\/5 der Kosten tragen d\u00fcrfte und der Rest beim Landkreis und den Kommunen h\u00e4ngen bleiben d\u00fcrfte. Ob hier von h\u00f6herer Stelle etwas kommt, ist eher zu bezweifeln.<\/p>\n<p>Die beiden Planungsb\u00fcros sowie die Vertreter des Verkehrsverbundes und des Ministeriums sprachen davon, dass die Lumdatalbahn im Rahmen der anstehenden turnusgem\u00e4\u00dfen Ausschreibungen der mittelhessischen Diesel-Netz-SPNV-Linienb\u00fcndel, n\u00e4mlich das sog. Wetteraunetz mit Neustart Ende 2022 oder das Lahntal-Vogelsberg-Rh\u00f6n-B\u00fcndel Ende 2023 auch die Zusatzleistung der Lumdatalbahn umfassen k\u00f6nnte bzw. auch sollte, um den in der Machbarkeitsstudie gesetzten Kostenrahmen einzuhalten. Die Zeit bis dahin wird man auch brauchen, um die Lumdaltalbahn zu modernisieren bzw. wieder aufzubauen. Im seit rund zwei Jahrzehnten stillgelegten Abschnitt Mainzlar-Londorf m\u00fcssen Br\u00fccken und Durchl\u00e4sse grundsaniert und neu aufgebaut werden und auch im seit Ende 2016 still liegenden Abschnitt Lollar-Mainzlar bedarf es einiger Investitionen.<\/p>\n<p>Dennoch, es ist ein ermutigendes Zeichen, welches aus dem Gie\u00dfener Kreishaus am 14.09. gesendet wurde. Auch die Anliegerkommunen sind jetzt gefragt. An ihnen bleibt die \u00f6rtliche Bauleitplanung und die Gestaltung des Umfeldes rund um die Bahnstationen h\u00e4ngen. Neben den Haushaltspl\u00e4nen 2018, welche in diesen Wochen durch die Verwaltungen aufgestellt werden, gibt es begleitend dazu stets die f\u00fcnfj\u00e4hrigen Investitionspl\u00e4ne. Der Fahrgastverband PRO BAHN r\u00e4t dazu, schon jetzt hierin entsprechende Gelder vorzusehen.<\/p>\n<p>Die Strecke war \u00fcbrigens \u00fcber Londorf hinaus mal 12 km l\u00e4nger, das aber nur bis 1959, damals f\u00fchrte sie bis nach Gr\u00fcnberg (Hessen) und m\u00fcndete in die Vogelsbergbahn. Hier ist die Trasse aber in weiten Teilen verschwunden und auch Siedlungsausdehnungen zum Opfer gefallen.<\/p>\n<p>Es ist jedenfalls ein guter Tag f\u00fcr die Schiene in Hessen und nach vielen vielen Jahren auch mal wieder in Mittelhessen. Es k\u00f6nnte was werden und die Lumdatalbahn wird dann die zweite Bahnstrecke nach der Unteren Edertalbahn Korbach-Frankenberg die zweite reaktivierte richtige Bahnstrecke, au\u00dfer einzelnen \u201eStummeln\u201c und au\u00dferhalb des S-Bahn-Netzes in Hessen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Endlich \u2013 erstmals ist bei einer Bewertung in Hessen vom standardisierten Verfahren abgewichen worden und es f\u00fchrt voraussichtlich zum Durchbruch Regionalbahnen von Gie\u00dfen \u00fcber Lollar in den Rabenauer Ortsteil Londorf und umgekehrt werden im 60-Minuten-Takt empfohlen. 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