{"id":5675,"date":"2018-07-17T21:06:25","date_gmt":"2018-07-17T19:06:25","guid":{"rendered":"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/?p=5675"},"modified":"2018-08-03T04:39:04","modified_gmt":"2018-08-03T02:39:04","slug":"pro-bahn-hessen-sagt-reaktvierungsvorstoss-2018-darf-keine-eintagsfliege-sein-weit-mehr-sinnvolle-einzelprojekte-von-reaktiverung-und-wiederaufbau-warten-in-hessen-auf-eine-fortentw","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/?p=5675","title":{"rendered":"PRO BAHN Hessen sagt: \u201eReaktivierungsvorsto\u00df 2018 darf keine Eintagsfliege sein\u201c Weit mehr sinnvolle Einzelprojekte zu Reaktiverung und Wiederaufbau warten in Hessen auf eine Fortentwicklung als die ministerielle Verk\u00fcndung vom 16.07.2018"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20160130_0935190-Reak-klein-500-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-5671\" srcset=\"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20160130_0935190-Reak-klein-500-300x225.jpg 300w, https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20160130_0935190-Reak-klein-500.jpg 500w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Der PRO BAHN Landesverband Hessen sieht es einerseits als ein sehr gutes Zeichen an, dass man f\u00fcr zwei Bahnstrecken die Reaktivierung eingeleitet habe. Andererseits sprechen die Gesamtzahlen eine deutliche Sprache, dass dies auf das gesamte Bundesland gesehen nur ein Tropfen auf den hei\u00dfen Stein ist und eine Verkehrswende f\u00fcr alle Hessen damit noch nicht eingel\u00e4utet ist. <!--more--> Der PRO BAHN Landesverband Hessen h\u00e4tte sich schon zum jetzigen Zeitpunkt die Nennung des einen oder anderen weiteren Einzelprojekts erhofft.<\/p>\n<p>Hessen hat \u00fcberproportional unter dem R\u00fcckbau und dem Ausverkauf der Bahn in den letzten 70 Jahren gelitten. In dieser Zeit sind auf dem Gebiet des Bundeslandes Hessen 65% aller Bahnstrecken verloren gegangen, ein Spitzenwert unter den westdeutschen Bundesl\u00e4ndern. 95 Bahnstrecken wurden stillgelegt, bis auf wenige wurden die Gleise abgebaut, das entspricht einer Streckenl\u00e4nge von Gie\u00dfen bis nach Palermo in S\u00fcditalien. Dass von diesen 95 Bahnstrecken mehr als die H\u00e4lfte nicht mehr realisierbar ist, diese Realit\u00e4t erkennen auch die Fahrgastvertreter.<br \/>\nIn Hessen wurden in den letzten 30 Jahren nur eine durchg\u00e4ngige Bahnstrecke und eine Verl\u00e4ngerung sowie ein Kopfbahnhof au\u00dferhalb des S-Bahn-Netzes Rhein\/Main reaktiviert bzw. neu aufgebaut, eine der schw\u00e4chsten Werte aller Bundesl\u00e4nder.<\/p>\n<p>Eine Bestandsaufnahme stillgelegter Bahnstrecken in Hessen, welche Mitte 2016 erstmals erstellt und seither mehrmals fortgeschrieben wurde, geht von 22 Bahnstrecken in Hessen aus, die man mit unterschiedlichen Wertungen als reaktivierbar bzw. wiederaufbauf\u00e4hig h\u00e4lt. PRO BAHN fragt: Warum sind es nun nur so wenige. In einer Bewertung des Fahrgastverbandes PRO BAHN sieht man eine dieser 22 benannten Strecken als nicht mehr realisierbar an. Demgegen\u00fcber stehen als Schwergewicht aus Sicht des PRO BAHN Landesverbandes Hessen aber 9 zus\u00e4tzliche Strecken aus allen Regionen des Bundeslandes, welche in der aktuellen Fassung der Bestandsaufnahme nicht genannt sind, jedoch unbedingt in die entsprechende Priorisierungsstufe gebracht werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Im Hinblick auf diese 30 Einzelstrecken war die Hoffnung gegeben, dass der Hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Gr\u00fcne) im Juli 2018 mehr als die zwei Einzelstrecken als vorrangige Investition sieht und mehr als 4 weiteren Strecken eine Untersuchungschance einr\u00e4umt. Dass nun von 4 erstrangigen Projekten gesprochen wird, dies ist so nicht haltbar, denn bei dem Abschnitt in Neu-Isenburg und der Trasse zwischen Wiesbaden und Bad Schwalbach handelt es sich nicht um Reaktivierungen, sondern um die Nutzung alter Trassen, welche f\u00fcr v\u00f6llig andere zentral-urbaneVerkehrssysteme, n\u00e4mlich die Citybahn Wiesbaden und die Regionaltangente West von Frankfurt. Daher bleiben nur die Lumdatalbahn und die Horlofftalbahn \u00fcbrig.<\/p>\n<p>Einen Schatten wirft die zeitlich etwa parallel verlaufene Ank\u00fcndigung des Infrastrukturbetreibers Deutsche Bahn, in S\u00fcdhessen die Bieberauer Bahn von Reinheim nach Gro\u00df-Bieberau, in Mittelhessen die noch vorhandenen Reste der Scheldetalbahn Biedenkopf\/Wallau-Dilleburg im Abschnitt Wallau-Breitenbach sowie in Nordhessen die Obere Edertalbahn im Abschnitt Frankenberg-Battenberg stillzulegen, freizustellen,  einer anderen Widmung zuzuf\u00fchren, zu ver\u00e4u\u00dfern. Einerseits ist die Bestrebung Schiene wieder aufzubauen, daf\u00fcr wird an anderer Stelle weiter flei\u00dfig abgebaut.<\/p>\n<p>Es soll kein falscher Eindruck entstehen, der Fahrgastverband PRO BAHN freut sich au\u00dferordentlich \u00fcber die nun in die Reaktivierungsphase eintretenden Einzelprojekte. PRO BAHN dankt insbesondere den Akteurinnen und Akteuren der Lumdatalbahn, der Horlofftalbahn und der Aartalbahn f\u00fcr ihre jahrelange bzw. jahrzehntelange unerm\u00fcdliche Arbeit. Damit die Reaktivierungsidee keine Eintagsfliege bleibt und nach den von ministerieller Seite genannten Projekten in wenigen Jahren schon wieder Schluss ist mit der Reaktivierungsoffensive in Hessen, fordert der Fahrgastverband PRO BAHN folgende Strategiepunkte:<\/p>\n<p>1.) Die seit 2016 bestehende und mehrmals aktualisierte Bestandsaufnahme stillgelegter Bahnstrecken muss dauerhaft regelm\u00e4\u00dfig\/turnusm\u00e4\u00dfig fortgeschrieben und in den Status analog der verschiedentlichen Leitplanung in der hoheitlichen Aufgabe des Landes Hessen gebracht werden.<\/p>\n<p>2.) PRO BAHN fordert die Einrichtung eines \u201eBeteiligungsforums Streckenreaktivierung und \u2013wiederaufbau\u201c, in welchem neben der politischen Ebene, der Verwaltung und der Aufgabentr\u00e4gerschaft auch die Fachverb\u00e4nde und insbesondere die lokalen \u00f6rtlichen B\u00fcrgerinitiativen vertreten sind. Hier muss die Fortschreibung der Bestandsaufnahme als Beschlussvorlage entwickelt werden.<\/p>\n<p>3.) Das Thema Reaktivierung darf nun, nachdem ein erster Aufschlag get\u00e4tigt wurde, im Sommer\/Herbst 2018 nicht einfach an die Verkehrsverb\u00fcnde abgegeben werden, die es dann zu 100% weiter bearbeiten sollen. Das Thema Reaktivierung muss ein politisches und gesellschaftliches Thema bleiben. Verkehrsverb\u00fcnde haben vornehmlich andere Aufgabenschwerpunkte und sie sind eigentlich nicht f\u00fcr die Abwicklung der Aufgabe gedacht.<\/p>\n<p>4.) Es darf keinesfalls zu weiteren Streckenstilllegungen und dem Abbau bzw. Umwidmung von Bahnverkehrsinfrastruktur kommen. Die Trassen m\u00fcssen gesichert werden und erhalten bleiben.<\/p>\n<p>5.) Durch die Bekanntgabe des Hessischen Verkehrsministers vom 16.07.2018 darf nicht der falsche Zungenschlag entstehen, dass \u00fcber diese 4 Bahntrassen bzw. die 4 weiteren Bahnstrecken hinaus nun alle anderen stillgelegten Bahnstrecken niemals mehr untersucht bzw. reaktiviert werden. Die Kommunalpolitik ist schnell dabei, insbesondere in Ortslagen befindliche Trassen in Siedlungsfl\u00e4chen zu integrieren, insbesondere f\u00fcr Gewerbefl\u00e4chenausdehnungen und die Neuanlage von Stra\u00dfen zu nutzen. Dies muss unterbunden werden, sofern es die Fl\u00e4chen der durchg\u00e4ngigen ehemaligen Gleisanlagen betrifft.<\/p>\n<p>Der PRO BAHN Landesverband Hessen ist mit seinen Regionalgliederungen zur konstruktiven und sachlichen Mitarbeit bereit, m\u00f6chte gleichberechtigt an einem in Gang zu setzenden Gestaltungsprozess teilnehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der PRO BAHN Landesverband Hessen sieht es einerseits als ein sehr gutes Zeichen an, dass man f\u00fcr zwei Bahnstrecken die Reaktivierung eingeleitet habe. 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