{"id":5689,"date":"2018-08-03T07:37:36","date_gmt":"2018-08-03T05:37:36","guid":{"rendered":"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/?p=5689"},"modified":"2018-08-08T10:27:09","modified_gmt":"2018-08-08T08:27:09","slug":"tut-den-fahrgaesten-das-nicht-mehr-an-pro-bahn-hessen-zieht-ernuechternde-bilanz-in-sachen-baustellenfahrplan-im-schienenpersonennahverkehr-des-bundeslandes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/?p=5689","title":{"rendered":"Tut den Fahrg\u00e4sten das nicht mehr an ! PRO BAHN Hessen zieht ern\u00fcchternde Bilanz in Sachen Baustellenfahrplan im Schienenpersonennahverkehr des Bundeslandes"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-5623\" src=\"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/20180606_115648-korrigiert-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/20180606_115648-korrigiert-300x225.jpg 300w, https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/20180606_115648-korrigiert.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Die Sommerferien 2018 sind in Hessen mit Sonntag, dem 5. August zu Ende und sie waren kein Aush\u00e4ngeschild &#8211; keine Werbung f\u00fcr den \u00d6ffentlichen Personennahverkehr in Hessen, so bilanziert der Fahrgastverband PRO BAHN die teils chaotische Situation w\u00e4hrend der sechs Wochen.<\/p>\n<p>In ihrer j\u00fcngsten Landesvorstandssitzung war das was sich aktuell zutr\u00e4gt, nat\u00fcrlich auch Thema, waren es n\u00e4mlich die Mitglieder des Vorstandes, die wegen deutlicher Fahrplanabweichungen zu sp\u00e4t zur Sitzung kamen. Neben den Schwierigkeiten in den Sonderfahrpl\u00e4nen wegen der Baustellen kamen noch die weiterhin nicht einwandfrei bzw. fl\u00e4chendeckend funktionierenden neuen Fahrkartenautomaten des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV).<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-4540\" src=\"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170707_084936-klein-500-300x168.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"168\" srcset=\"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170707_084936-klein-500-300x168.jpg 300w, https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170707_084936-klein-500.jpg 500w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Woran hakts?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Schwerpunkt der Schwierigkeiten war die Main-Weser-Bahn Frankfurt-Gie\u00dfen-Marburg-Kassel, welche gleich mehrere gr\u00f6\u00dfere Baustellen aufwies. In Nordhessen war die Strecke s\u00fcdlich von Kassel auf einer L\u00e4nge von rund 20 km nur eingleisig befahrbar, wodurch nur alle zwei Stunden mit dem Doppelstockzug RE 30 eine Verbindung aus Mittelhessen von und nach Kassel angeboten wurde. Alle Verkehrsteilnehmer der Hess. Landesbahn HLB\/RE 98 mussten bereits in Wabern aussteigen, um mit Desiro-Kleinsttriebwagen der Bahn Bad Wildungen-Kassel (RB 39) die Weiterfahrt in die Nordhessen-Metropole fortzusetzen.<\/p>\n<p>Die Fahrtrouten der HLB waren komplett umgestellt. So wurden die Uml\u00e4ufe der RE 98 von Nordhessen ab Wabern \u00fcber Marburg, Gie\u00dfen und dann gegen\u00fcber dem Normalfall nach Wetzlar und dann weiter nach Siegen gef\u00fchrt. Zwischen Gie\u00dfen und Frankfurt Hbf. bestand dann ein eigener Pendelverkehr als RE 99. Somit gab es aus Marburg nach Frankfurt Hbf. nur alle zwei Stunden einen direkten Zug, aus Gie\u00dfen nach Frankfurt Hbf. nur jede Stunde, wo ansonsten zeitweise alle 15 bzw. 30 Minuten etwas unterwegs ist. Noch schlimmer hat es Wetzlar und den Lahn-Dill-Kreis (LDK) getroffen. In den 6 Wochen Sommerferien fuhr \u00fcberhaupt kein Zug des Regelfahrplans aus dem LDK direkt den Frankfurter Hauptbahnhof an, es musste immer umgestiegen werden.<\/p>\n<p>Denn erschwerend kam hinzu, dass auch alle, wirklich \u201ealle\u201c Fernverkehrsverbindungen Mittelhessen im weiten Bogen umfahren haben, der zweist\u00fcndige IC, welcher Ende des Jahres in eine ICE-Linie umgestellt wird, komplett entfallen ist.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfere Baustelle in Nordhessen ist bereits erw\u00e4hnt, so ging es s\u00fcdlich von Gie\u00dfen erst richtig los. Dort werden vier Br\u00fcckenbauwerke durch Neubauten ersetzt. Zum einen die \u00dcberf\u00fchrung der A 485 \u00fcber die Bahntrasse, dann f\u00fchrt im Bereich Linden und Langg\u00f6ns die Bahn auf dem Damm und darunter querende Stra\u00dfen brauchen neue Durchl\u00e4sse. Das f\u00fchrte dazu, dass entgegen eines Wochenendes gleich an zwei Wochenenden zwischen Gie\u00dfen und Butzbach der Bahnverkehr komplett eingestellt werden musste. Die Fahrtzeit mit dem Schienenersatzverkehr durch Busse f\u00fchrte zu einer Vervierfachung der Fahrtzeit von 15 Minuten auf 60 Minuten. Im gleichen Atemzug wurde das verfallene Bahnhofsgeb\u00e4ude von Butzbach, ein Zweckbau der 1960er Jahre, abgerissen.<\/p>\n<p>S\u00fcdlich von Friedberg dann das n\u00e4chste Abenteuer. Hier wurde im 1. Abschnitt des viergleisigen Ausbaus zwischen Bad Vilbel und Frankfurt-West ein eingleisiger Baustellenverkehr eingerichtet, wodurch nur die Regionalexpresslinien RE 30 und RE 99 im Stundentakt die Hauptstrecke von Norden kommend durchfuhren. Lediglich die S-Bahn mit der Linie S 6 durfte ihr dortiges Angebot im durchg\u00e4ngigen 30 Minuten-Takt aufrechterhalten.<\/p>\n<p>Die Regionalbahnen des Mittelhessen-Express (RB 40, RB 41 und RB 49) wurden verbannt und mussten \u00fcber Hanau in die Mainmetropole einfahren, wobei noch nicht mal das Einfahren in den Frankfurter Hauptbahnhof m\u00f6glich war und in Frankfurt-Ost, Frankfurt-S\u00fcd und Frankfurt-Stadion (als Endpunkt) gehalten wurde.<\/p>\n<p>In Frankfurt selbst, auf den letzten Metern der Main-Weser-Bahn dann eine weitere tageweise Einschr\u00e4nkung. Zwischen Frankfurt-West und Frankfurt Hbf. fuhr an mehreren Wochenenden kein einziger Zug auf der Regionalzugtrasse.<\/p>\n<p>Die Fahrg\u00e4ste stellen sich auf vieles ein und man h\u00e4tte denn den Fahrplan auch akzeptiert, wenn er denn gefahren worden w\u00e4re.<\/p>\n<p>Gerade weil die Doppelstockz\u00fcge der RE 30 mitten durch die Gro\u00dfbaustelle s\u00fcdlich Bad Vilbel fuhren und im Frankfurter Hbf. nur eine Wendezeit von 8 Minuten hatten, wurden an vielen Tagen soviel Verz\u00f6gerungen eingefahren, dass sie den ganzen Tag massive Versp\u00e4tungen mit sich schleppten, woraufhin es nicht selten vorkam, dass der Zug in Richtung Nordhessen vor seinem Ziel wendete und wieder zur\u00fcck nach Frankfurt fuhr. Die Reisenden in Kassel hatten den Zugausfall zu beklagen, \u00fcberf\u00fcllte ganz am Anfang beschriebene Alternativen mit viel kleineren Nahverkehrstriebwagen und Umstiegen f\u00fchrten zur deutlichen Frustration.<\/p>\n<p>Im Fuhrpark des Mittelhessen-Express, welche mit sog. Talent 2-Z\u00fcgen gefahren werden, gibt es schon seit Januar 2018 Ausf\u00e4lle in den bereitgestellten Fahrzeugen, was seither fortw\u00e4hrend zur ersatzlosen Streichung von Fahrtenpaaren gef\u00fchrt hat. Auch in den Sommerferien 2018 setzte sich dieser Trend fort.<\/p>\n<p>Noch nicht erw\u00e4hnt ist bis zu diesem Punkt die \u201eTunnelsperrung\u201c des Frankfurter S-Bahn-Tunnels. Ein letztes Mal von insgesamt zehn zeitlich gr\u00f6\u00dferen Sperrungen seit 2015 war der Tunnel nun die ganzen Sommerferien dicht. Daher mussten auch die Z\u00fcge des Regionalverkehrs der Main-Weser-Bahn oben im Kopfbahnhof Platz machen, damit die Linien S 3, S 4, S 5 und S 6 zu 75% die oberirdischen Anlagen in ihrem Regelbetrieb nutzen konnten. Betrachtet man die verschiedenen Sperrungen seit 2015, so muss man in der Gesamtskala der Sperrung in den Sommerferien 2018 nur einen mittelm\u00e4\u00dfig bis schwachen Wert zuordnen. In den Sperrungen 2016 und 2017 waren mehr Infotafeln in der Bahnhofshalle des Hbf. und den Tief-(B-)Ebenen der Innenstadt aufgeh\u00e4ngt, mehr Personal insbesondere f\u00fcr die ortsfremden Fahrg\u00e4ste, welche mit dem Fernzug anreisen, w\u00e4re w\u00fcnschenswert gewesen. Das vorhandene Personal war freundlich und gab auch informative Ausk\u00fcnfte f\u00fcr die Weiterreise, was jedoch bei Weitem nicht ausreichte.<\/p>\n<p>In der Frankfurter Innenstadt herrschte nat\u00fcrlich das entsprechende Gedr\u00e4nge in der U-Bahn, weil eben die S-Bahn fehlte. Hierbei muss man der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (vgf) und TraffiQ zu Gute halten, dass sie es vermocht haben, alles was auf den direkten U-Bahn-Linien der Innenstadt zu bewegen war, auch zum Rollen gebracht haben. Dass aber wiederum in den Au\u00dfenbereichen auch im Stadtbahnnetz baustellenbedingte Streckensperrungen, insbesondere im Osten der Stadt erfolgten, machte jedoch das Fahren mit dem \u00d6PNV nicht einfacher.<\/p>\n<p>Im Streckennetz des Schienenpersonenverkehrs von Hessen kamen weitere Widrigkeiten hinzu.<\/p>\n<p>Ebenfalls seit Jahresbeginn gibt es massive Schwierigkeiten auf der Rheingau-Linie RB 10 der VIAS-Verkehrsgesellschaft zwischen Frankfurt, Wiesbaden, dem Rheingau und Koblenz aufgrund fehlender FLIRT-Nahverkehrstriebwagen. Anstelle von Doppeltraktionen wird oft nur in Einfachtraktion gefahren, so dass die Z\u00fcge zwischen der Landeshauptstadt und Mainhattan oft v\u00f6llig \u00fcberf\u00fcllt sind, so dass keine Maus mehr hineinpasst.<\/p>\n<p>Auf einer nicht ganz unbedeutenden Nebenbahn gab es in drei von sechs Wochen auch eine baustellenbedingte Sperrung. Die Vogelsbergbahn war zwischen Gro\u00dfen-Buseck bei Gie\u00dfen und Alsfeld u.a. wegen des Neubaus der Bahnsteige in Gr\u00fcnberg komplett unterbrochen.<\/p>\n<p>Die Lahntalbahn musste wegen eines Unwetters im Raum Weilburg f\u00fcr mehrere Tage ihren Betrieb einstellen, weil in Aumenau die Gleistrasse und die Bahnsteige komplett mit Schlamm \u00fcberflutet waren. F\u00fcr die letzte Situation kann dann auch wirklich niemand spontan gesagt etwas, da spricht man ja von der \u201eh\u00f6heren Gewalt\u201c. Es rundete das Gesamtbild nur etwas ab.<\/p>\n<p>In S\u00fcdhessen gibt es mit der Ost-West-Linie RB 75 Wiesbaden-Mainz-Darmstadt-Aschaffenburg seit Monaten Schwierigkeiten, welche sich in den Sommermonaten 2018 weiter versch\u00e4rft haben. Im Dezember 2018 wird es auf dieser Linie einen Betreiberwechsel von der Deutschen Bahn \/ DB Regio zur Hessischen Landesbahn \/ HLB geben. Das hat dazu gef\u00fchrt, dass die vorhandenen Kapazit\u00e4ten weitestgehend aus Doppelstockwagen bestehend, bereits jetzt nach und nach abgezogen werden. Es bestehen \u00dcbergangsl\u00f6sungen mit viel \u00e4lterem Wagenmaterial. Zugausf\u00e4lle sind seither an der Tagesordnung.<\/p>\n<p>An dieser Stelle des Berichts fehlen noch lokale andere Schwierigkeiten. Dann w\u00fcrde dieser Bericht aber endg\u00fcltig eine L\u00e4nge haben, welche den Leser erschl\u00e4gt.<\/p>\n<p>Der Fahrgastverband PRO BAHN ruft dazu auf, dass f\u00fcr k\u00fcnftige Baustellenfahrpl\u00e4ne in Hessen die Verb\u00e4nde, ja die Fahrg\u00e4ste in den Vorlaufprozess eingebunden werden, wenn die Baustellenfahrpl\u00e4ne entwickelt werden.<\/p>\n<p>Aus Sicht des Fahrgastes ist dies nur noch mit den Worten zu zitieren: \u201eLasst uns alle solch eine Situation wie in den Sommerferien 2018 bitte so schnell nicht mehr erleben\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Sommerferien 2018 sind in Hessen mit Sonntag, dem 5. 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