{"id":5928,"date":"2018-11-14T09:36:22","date_gmt":"2018-11-14T07:36:22","guid":{"rendered":"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/?p=5928"},"modified":"2018-12-02T03:36:55","modified_gmt":"2018-12-02T01:36:55","slug":"pro-bahn-hessen-spricht-sich-gegen-die-beibehaltung-der-fernzug-zuschlagskarten-auf-fernverkehrsstrecken-aus-und-fordert-neues-fahrkartensystem-ohne-mehrbelastungen-fuer-die-pendler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/?p=5928","title":{"rendered":"PRO BAHN Hessen spricht sich gegen die Beibehaltung der Fernzug-Zuschlagskarten auf Fernverkehrsstrecken aus und fordert neues Fahrkartensystem ohne Mehrbelastungen f\u00fcr die Pendler"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Umstellung der seitherigen IC-Linie 26, welche die Main-Weser-Bahn und die Main-Neckar-Bahn durchf\u00e4hrt, sorgt f\u00fcr Aufruhr bei den Pendlerinnen und Pendlern. PRO BAHN Hessen fordert ein Bundesschienenfernverkehrsgesetz mit neuen Bezuschussungen defizit\u00e4ren Fernverkehrs.<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_1640\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Z\u00fcge-Gie\u00dfen-12-2011-Nr.17-klein-600.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1640\" src=\"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Z\u00fcge-Gie\u00dfen-12-2011-Nr.17-klein-600-300x225.jpg\" alt=\"Ein IC verl\u00e4sst den Bahnhof von Gie\u00dfen auf Gleis 3 Richtung S\u00fcden. Hier werden k\u00fcnftig ICE der Baureihe ICE-T eingesetzt.\" width=\"300\" height=\"225\" class=\"size-medium wp-image-1640\" srcset=\"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Z\u00fcge-Gie\u00dfen-12-2011-Nr.17-klein-600-300x225.jpg 300w, https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Z\u00fcge-Gie\u00dfen-12-2011-Nr.17-klein-600.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1640\" class=\"wp-caption-text\">Ein IC verl\u00e4sst den Bahnhof von Gie\u00dfen auf Gleis 3 Richtung S\u00fcden. Hier werden k\u00fcnftig ICE der Baureihe ICE-T eingesetzt.<\/p><\/div>\n<p><strong>PRO BAHN Hessen sieht konkret die Auffassung des Rhein-Main-Verkehrsverbundes als richtig an.<\/strong><\/p>\n<p>Ein einfach &#8222;weiter so wie bisher&#8220; mit der alten Form der Zuschlagskarte kann es bei der Komplexit\u00e4t des Gesamtthemas nicht geben, daher sind wir als Fahrgastverband PRO BAHN auch nicht f\u00fcr genau die identische Beibehaltung der Zuschlagstickets auf Nahverkehrstickets zur Nutzung der Fernverkehrslinie 26. Dass das jetzt zutage tritt, wenn die Z\u00fcge ausgetauscht werden, ist so und h\u00e4tte auch zu einem anderen Anlass kommen k\u00f6nnen. Der Grund liegt kurz erkl\u00e4rt darin, dass wir es hier, auch wenn das gleiche Gleis genutzt wird, mit zwei v\u00f6llig verschiedenen Systemen der Eisenbahn zu tun haben. Da gibt es zum einen den durch die Bundesl\u00e4nder getragenen Schienenpersonennahverkehr (SPNV), wozu die RE-, RB- und S-Bahn-Linien geh\u00f6ren. Dann gibt es denn g\u00e4nzlich anders organisierten &#8222;eigenwirtschaftlich&#8220; gef\u00fchrten Fernverkehr der Deutschen Bahn mit den ICE- und IC-Linien (EC-Linien).<!--more--><\/p>\n<p>Der \u00d6ffentliche Personennahverkehr im Gesamtsystem ist bis auf sehr sehr wenige Gro\u00dfstadt-Innenstadtachsen nie kostendeckend und so ergibt sich f\u00fcr das gesamte Verbundgebiet des RMV z.B. ein Deckungsgrad durch Fahrgeldeinnahmen von ca. 56%. Der Rest ist Steuergeld, d.h. es sind die sog. Regionalisierungsmittel aus dem Bundeshaushalt (Gesamth\u00f6he bundesweit aktuell ca. 8,2 Mrd. Euro), wovon das Land Hessen ca. 600 Mio. Euro erh\u00e4lt. Ein bisschen was gibt das Land noch obendrauf und davon muss alles das, was an Regionalverkehr in Hessen rollt, finanziert werden. Im Moment sind die Betr\u00e4ge in Hessen f\u00fcr das aktuelle Fahrplanangebot quasi verausgabt. Wir w\u00fcnschen uns als Fahrgastverb\u00e4nde jedoch mehr Leistung im Nahverkehr im Sinne einer Verkehrswende. Wenn nun von diesem Nahverkehrsbudget noch Leistungen des Fernverkehrs finanziert werden, dann bleibt f\u00fcr die bestehende Leistung bzw. die gew\u00fcnschte Mehrleistung im regionalen Bereich weniger \u00fcbrig und das wollen wir nicht. Zudem ist diese Quersubventionierung rechtlich mehr als umstritten. Es gibt aber eine andere L\u00f6sung im Sinne der Fahrg\u00e4ste und ihres Geldbeutels.<\/p>\n<p>Die IC-Linie 26 ist \u00fcbrigens kein Einzelfall, denn in den letzten Jahren sind einige DB-Fernverkehrslinien, auch aufgrund der Abg\u00e4ngigkeit der Waggon-Formationen der IC-Flotte nach nunmehr 50-70 Jahren Laufzeit, in ICE-Verbindungen umgewandelt worden, so z.B. zwischen Frankfurt und Fulda. Der dortige Protest war ebenso erfolglos, warum soll es hier anders sein? Auf Relationen wie Limburg-Frankfurt gab es entsprechende Regelungen noch nie.<\/p>\n<p>Wir als Fahrgastverband PRO BAHN sehen das Grund\u00fcbel darin, dass der Bundestag und die Bundesregierung sich seit vielen Jahren weigern, endlich gem. Artikel 87 e des Grundgesetzes t\u00e4tig zu werden und ein Schienenfernverkehrsgesetz zu beschlie\u00dfen. Heute ist es so, der vorweg beschriebene eigenwirtschaftliche Verkehr der Deutschen Bahn rechnet sich im Gesamtkonzept, weil hoch ausgelastete Strecken wie z.B. nach Berlin und auf den Schnellfahrstrecken wie Hannover-W\u00fcrzburg, K\u00f6ln-Frankfurt usw., die anderen Verbindungen &#8222;mit finanzieren&#8220;. Auch die IC-Linie 26 ist &#8222;nicht kostendeckend&#8220;. Der Anteil der Fahrg\u00e4ste mit Einzelfahrschein ist hier deutlich geringer, es sind verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig viele Pendler, Studenten und Kurzreisende im Zug, kaum ein Reisender f\u00e4hrt die Gesamtstrecke oder l\u00e4ngere Distanzen. Dass es eine Vielzahl von diesen defizit\u00e4ren Strecken gegeben hat, f\u00fchrte in den letzten 20 Jahren dazu, dass ein gro\u00dfer Teil des Schienenfernverkehrs in Deutschland geopfert wurde. Inzwischen gibt es Proteste, Politik und Gesellschaft fordern die Wiederanbindung aller gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dte ab 100.000 Einwohnern in Deutschland an den Schienenfernverkehr. Die Deutsche Bahn hat hierzu im M\u00e4rz 2015 ein Konzept vorgelegt, jedoch gleichzeitig dargelegt, dass dies eigenwirtschaftlich nicht zu machen ist. Nun ist ja die Deutsche Bahn seit fast 25 Jahren ein privatrechtliches Unternehmen und kein Staatskonzern mehr.<\/p>\n<p>Aus unserer Sicht  muss der Staat sich dieser Aufgabe annehmen und die defizit\u00e4ren Teile des Fernverkehrsnetzes durch Steuergeld auffangen. Das darf jedoch &#8222;nicht&#8220; aus dem Topf der 8,2 Mrd. (Regionalisierungsmittel Schienenpersonennahverkehr) kommen, sondern wir fordern im Rahmen eines neuen Schienenfernverkehrsgesetzes die Schaffung einer neuen Position im Bundeshaushalt, welche genau diese Gesamtsumme &#8222;defizit\u00e4rer Fernverkehr&#8220; f\u00fcr speziell zu benennende Strecken auff\u00e4ngt. Ob dies 1 Mrd. Euro ist, mehr oder weniger, dazu kann der PRO BAHN Landesverband Hessen heute keine verl\u00e4ssliche Zahl liefern. Daraus kann dann resultieren, dass die Deutsche Bahn Monats- und Jahreskarten auch auf durch Pendler stark nachfragten Trassen z.B. im Zuge der ICE-Linie 26 anbieten kann, welche nur akzeptabel teurer sind als die der Nahverkehrs-Zeitkarten. Zudem m\u00fcssen sie nat\u00fcrlich &#8222;immer&#8220; auch die City-Option f\u00fcr die St\u00e4dte beinhalten, welche auch bei Einzel-Fernverkehrstickets gelten. Das alles w\u00e4re dann auch eine L\u00f6sung f\u00fcr Abschnitte wie Weinheim-Darmstadt aber auch Gie\u00dfen-Frankfurt oder Marburg-Kassel. <\/p>\n<p>Nun kann das Argument kommen, dass man diesen Vorteil aufgrund Wettbewerbsrecht nicht nur der Deutschen Bahn zugute kommen lassen darf. Was spricht denn dagegen, f\u00fcr die defizit\u00e4ren Fernverkehrsrelationen &#8222;Gemeinwirtschaftliche Verkehre&#8220; analog des \u00d6ffentlichen Personennahverkehrs (auch seither f\u00fcr Bus und Schiene) auszuschreiben und auf Zeit (10-15 Jahre) zu vergeben? Dann gewinnt eben derjenige die Ausschreibung, der nach Ausschreibungsrecht das passende Angebot macht. Es muss ja aus Fahrgastsicht nicht die Deutsche Bahn sein. Die Forderung nach &#8222;fairem&#8220; Wettbewerb auf der Schiene im Fernverkehr ist so alt wie die Umwandlung der Deutschen Bundesbahn zur Deutschen Bahn im Jahr 1994 und diese Forderung erhebt auch der Fahrgastverband PRO BAHN.<\/p>\n<p>Wie wir erfahren haben, gibt es ja f\u00fcr die IC(E)-Linie 26 eine \u00dcbergangszeit bis Ende M\u00e4rz 2019, in der also nochmal Zuschlagstickets ausgegeben werden. Wir werden jedenfalls f\u00fcr die im vorletzten Absatz beschriebene L\u00f6sung werben und an die Verantwortungstr\u00e4ger von Politik, Verwaltung und Verkehrswirtschaft herantreten. Das Problem ist erkannt, auch f\u00fcr die Relation Weinheim-Darmstadt und wir wollen eine tragf\u00e4hige L\u00f6sung im Sinne der Fahrg\u00e4ste, insbesondere auch der Pendlerinnen und Pendler, die nicht ewig auf sich warten lassen darf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Umstellung der seitherigen IC-Linie 26, welche die Main-Weser-Bahn und die Main-Neckar-Bahn durchf\u00e4hrt, sorgt f\u00fcr Aufruhr bei den Pendlerinnen und Pendlern. PRO BAHN Hessen fordert ein Bundesschienenfernverkehrsgesetz mit neuen Bezuschussungen defizit\u00e4ren Fernverkehrs. 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