{"id":6295,"date":"2019-04-16T18:37:55","date_gmt":"2019-04-16T16:37:55","guid":{"rendered":"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/?p=6295"},"modified":"2019-04-29T04:34:31","modified_gmt":"2019-04-29T02:34:31","slug":"gross-bieberau-reinheim-die-fahrgaeste-wollen-ohne-umstieg-an-ihr-ziel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/?p=6295","title":{"rendered":"Gro\u00df-Bieberau &#8211; Reinheim &#8211; Die Fahrg\u00e4ste wollen ohne Umstieg an ihr Ziel"},"content":{"rendered":"<p><strong>Gemeinsame Pressemitteilung von Odenwaldbahn-Initiative, Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Fahrgastverband PRO BAHN<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Transparent-Gersprenztalbahn-erhalten-M\u00e4rz-2019.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Transparent-Gersprenztalbahn-erhalten-M\u00e4rz-2019-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" class=\"alignright size-medium wp-image-6310\" srcset=\"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Transparent-Gersprenztalbahn-erhalten-M\u00e4rz-2019-300x200.jpg 300w, https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Transparent-Gersprenztalbahn-erhalten-M\u00e4rz-2019-768x512.jpg 768w, https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Transparent-Gersprenztalbahn-erhalten-M\u00e4rz-2019-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Transparent-Gersprenztalbahn-erhalten-M\u00e4rz-2019.jpg 1686w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Stadt Gro\u00df-Bieberau treibt weiterhin eine Entwidmung der stillgelegten Gersprenztalbahn voran [1]. Damit hat sich nun die Kommunalpolitik in Reinheim befasst. Aus diesem Grund hatten BUND, Odenwaldbahn-Initiative und PRO BAHN erneut zu einem Infoabend eingeladen. Die Verb\u00e4nde halten an Ihrer Forderungen f\u00fcr einen bedingungslosen Erhalt der gewidmeten Bahntrasse fest.<!--more--><\/p>\n<p>Das gut drei Kilometer lange Restst\u00fcck der Gersprenztalbahn, die einst Reinheim mit Reichelsheim verbunden hat, besch\u00e4ftigte am 4. April interessierte B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger im Reinheimer \u201eHofgut\u201c. Im Vordergrund stand dabei die Bedeutung eines Trassenerhalts f\u00fcr Reinheim: \u201eDie Parkkapazit\u00e4ten am Reinheimer Bahnhof sind fast ersch\u00f6pft, die Zubringerbusse durch Stau oft unp\u00fcnktlich.<\/p>\n<p>Ein Zug von Gro\u00df-Bieberau, der in Reinheim an die Odenwaldbahn-Z\u00fcge geh\u00e4ngt w\u00fcrde, k\u00f6nnte dagegen komfortable Direktverbindungen nach Darmstadt und Frankfurt herstellen. Davon k\u00f6nnte auch der Reinheimer S\u00fcdwesten profitieren, wenn dort ein Bahnhaltepunkt entst\u00fcnde\u201c, so Peter Castellanos Vorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN Starkenburg. \u201eDurch die Direktverbindung nach Frankfurt w\u00fcrde eine Anfahrt und ein Umstieg in Reinheim entfallen. Das ist wichtig, denn Fahrg\u00e4ste hassen Umstiege\u201c.<\/p>\n<p>Best\u00e4tigt wurde das von einer Teilnehmerin, die t\u00e4glich den Weg von Brensbach nach Darmstadt pendelt: Da sich Bus oder Bahn hin und wieder versp\u00e4ten, h\u00e4tte sie ihre Anschl\u00fcsse regelm\u00e4\u00dfig verpasst und zu lange auf die n\u00e4chste Fahrtm\u00f6glichkeit warten m\u00fcssen. So kehrte sie Bus und Bahn den R\u00fccken. F\u00fcr sie w\u00e4re es \u201eein Traum, nicht umsteigen zu m\u00fcssen\u201c.<\/p>\n<p>Die Trasse aus strategischen Gr\u00fcnden bedingungslos zu sichern \u2013 gleich ob die laufende Studie eine Reaktivierungsempfehlung abgibt oder nicht \u2013 fordern die Verb\u00e4nde weiterhin. \u201eIn der Vergangenheit wurden oft ungerechtfertigte Bedenken oder angeblich fehlenden Bedarf bei stillgelegten Bahnlinien festgestellt. Die Zeit zeigt mittlerweile an vielen Beispielen, dass solche Vorurteile mit Vorsicht zu genie\u00dfen sind\u201c, gibt Uwe Schuchmann, Sprecher der Odenwaldbahn-Initiative zu bedenken. Vor diesem Hintergrund k\u00f6nne nur ein ausf\u00fchrliches Konzept und darauf basierende Nutzen-Kosten-Untersuchung valide Aussagen \u00fcber das Reaktivierungspotenzial der Gersprenztalbahn treffen. Eine solche sei aktuell weder in Planung, noch in Arbeit. Eine strategisch kluge Entscheidung nannte Schuchmann die Trassensicherung f\u00fcr die 1983 abgebaute Strecke Darmstadt Ost \u2013 Gro\u00df-Zimmern: Obwohl mehrere Studien kein f\u00f6rderf\u00e4higes oder kurzfristig realisierbares Schienenprojekt erbrachten, werde diese Trasse weiterhin als Zukunftsoption freigehalten. Eine Entwidmung der landesplanerisch zu sichernden Trasse der Gersprenztalbahn w\u00fcrde zudem die langj\u00e4hrigen finanziellen Bem\u00fchungen zur Aufrechterhaltung der Anschlussweiche in Reinheim \u201evon einem Tag auf den anderen zunichtemachen\u201c.<\/p>\n<p>F\u00fcr \u201eeinmalig\u201c h\u00e4lt Frank Sch\u00fcler, Sprecher des BUND, die Chance der Gersprenztalbahn: Nur auf der heutigen noch gewidmeten Trasse ist eine Bahnverbindung von Reinheim ins Gersprenztal leicht wiederherstellbar, da keine un\u00fcberwindbaren Zulassungsverfahren f\u00fcr eine Wiederinbetriebnahme erforderlich seien. Nicht ohne Grund haben politische Gliederungen ([2], [3]) Gemeindevertretungen von Reichelsheim und Brensbach ([4], [5]) sowie der Landrat des Odenwaldkreises Frank Matiaske (SPD) [6] die Zukunft im Blick und pl\u00e4dieren f\u00fcr einen Erhalt der Strecke.<\/p>\n<p>Unter den Teilnehmern waren keinesfalls nur Bef\u00fcrworter einer Bahnreaktivierung. So wurde die Frage ge\u00e4u\u00dfert, ob die Schranke am Reinheimer Bahnhof nach einer Wiederinbetriebnahme der Gersprenztalbahn h\u00e4ufiger und l\u00e4nger geschlossen bleiben w\u00fcrde? Hierauf geben die Verb\u00e4nde zu bedenken, dass sie sich aktuell \u201enur\u201c f\u00fcr die Verhinderung der Entwidmung \u2013 ihrer aktuellen \u201eMinimalforderung\u201c \u2013 einsetzen. Welche konkreten Auswirkungen der m\u00f6gliche Folgeschritt \u2013 n\u00e4mlich die Reaktivierung \u2013 h\u00e4tte, k\u00f6nne nur eine umfangreiche Auseinandersetzung mit der Thematik liefern, die in ehrenamtlicher Arbeit nicht leistbar sei. Die Frage wurde jedoch dankend entgegengenommen und unterstreicht die Kl\u00e4rung vieler Unklarheiten anhand einer ausf\u00fchrlichen Untersuchung.<\/p>\n<p>Die Diskussion in Reinheim und Anfang des Jahres in Gro\u00df-Bieberau zeigt: F\u00fcr eine sachgem\u00e4\u00dfe Entscheidung \u00fcber das f\u00fcr und wider einer Entwidmung, m\u00fcssen sich viele Akteure mit ihren Interessen einig werden. Geht es nach den Verb\u00e4nden, soll die gesamte Region in einer \u201eGersprenztalbahn-Konferenz\u201c zusammenkommen, einem Diskussionsforum, das alle Beteiligten zusammenf\u00fchrt. Neben Vertretern der betroffenen Kommunen sollten die beiden Kreise Darmstadt-Dieburg und der Odenwaldkreis, das Land, die \u00d6PNV-Organisationen sowie die Umwelt- und Verkehrsverb\u00e4nde in einen Diskurs treten. Nur so ist nach Einsch\u00e4tzung von BUND, PRO BAHN und Odenwaldbahn-Initiative eine sachgem\u00e4\u00dfe Entscheidung \u00fcber die Zukunft der Gersprenztalbahn m\u00f6glich. Deshalb bat Moderator Frank Ludwig Diehl die anwesenden Fraktionsvertreter von SPD, Reinheimer Kreis und DKP abschlie\u00dfend darum, eine solche Konferenz zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gemeinsame Pressemitteilung von Odenwaldbahn-Initiative, Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Fahrgastverband PRO BAHN Die Stadt Gro\u00df-Bieberau treibt weiterhin eine Entwidmung der stillgelegten Gersprenztalbahn voran [1]. Damit hat sich nun die Kommunalpolitik in Reinheim befasst. 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