{"id":6335,"date":"2019-05-01T18:02:56","date_gmt":"2019-05-01T16:02:56","guid":{"rendered":"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/?p=6335"},"modified":"2019-05-19T23:42:12","modified_gmt":"2019-05-19T21:42:12","slug":"pro-bahn-hessen-stellt-positionspapier-zur-projektidee-fernbahntunnel-frankfurt-am-main-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/?p=6335","title":{"rendered":"PRO BAHN Hessen stellt Standpunktepapier zur Projektidee Fernbahntunnel Frankfurt am Main vor"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_5888\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5888\" class=\"size-medium wp-image-5888\" src=\"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/DSC01564-klein-500-300x225.jpg\" alt=\"Der Blick auf den Frankfurter Hauptbahnhof und die Skyline aus Richtung Westen vom Standort Camberger Br\u00fccke. Werden neben den Kopfbahnhofgleisen und den unterirdischen S-Bahn-Gleisen in Zukunft auch noch unterirdische Fernzuggleise vorhanden sein?\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/DSC01564-klein-500-300x225.jpg 300w, https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/DSC01564-klein-500.jpg 500w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-5888\" class=\"wp-caption-text\">Der Blick auf den Frankfurter Hauptbahnhof und die Skyline aus Richtung Westen vom Standort Camberger Br\u00fccke. Werden neben den Kopfbahnhofgleisen und den unterirdischen S-Bahn-Gleisen in Zukunft auch noch unterirdische Fernzuggleise vorhanden sein?<\/p><\/div>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Standpunktepapier-Fernbahntunnel-Frankfurt-LV-Hessen-2019-05-19.pdf\">Standpunktepapier Projektidee Fernbahntunnel Frankfurt &#8211; PRO BAHN Hessen und PRO BAHN Frankfurt &#8211; 01.05.2019<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Der PRO BAHN Landesverband Hessen verfolgt seit der Bekanntgabe der Projektidee am 06.11.2018 die Diskussion um einen Fernbahntunnel unter der Frankfurter Innenstadt mit Interesse. Die Fahrgastvertreter sind \u00fcberrascht, war denn bis dahin nicht zu erwarten, dass \u00fcber das Projekt FrankfurtRheinMainplus hinaus weitere Knotenoptimierungen erfolgen. Daher \u00fcbte sich PRO BAHN Hessen mit dem PRO BAHN Regionalverband Gro\u00dfraum Frankfurt zun\u00e4chst in Zur\u00fcckhaltung und man stellt nun das erarbeitete Standpunktepapier der \u00d6ffentlichkeit vor.<!--more--><\/p>\n<p>Hinsichtlich der m\u00f6glichen Streckenf\u00fchrung war anfangs nicht mehr bekannt, als dass man auf einer Landkarte einen geraden Strich zwischen den beiden Endpunkten eingezeichnet hat. Das bedeutet eine L\u00e4nge inklusive Rampen von etwa neun Kilometern.<\/p>\n<p>Die in Deutschland mit der Planung solcher Gro\u00dfprojekte befassten Stellen haben offensichtlich die in der Schweiz bew\u00e4hrte Vorgehensweise nun auch f\u00fcr hier \u00fcbernommen und erstellen zun\u00e4chst einen (Takt-) Fahrplan, in diesem Fall den Deutschland-Takt 2030plus, und pr\u00fcfen danach, wo bei vorhandenem bzw. in der Planung befindlichem Streckenverlauf Handlungsbedarf zur Verwirklichung der gesteckten Fahrplanziele auftritt. Bekanntlich besteht f\u00fcr eine Optimierung der Umsteigebeziehungen nach dem Stand des derzeitigen geplanten Streckenausbaus sowohl zwischen Frankfurt und Fulda als auch zwischen Frankfurt und W\u00fcrzburg ein Fahrzeitmanko von einigen Minuten!<\/p>\n<p>Inzwischen ist bekannt geworden, dass acht DB-Fernverkehrslinien (FV-Linien) durch den Tunnel gef\u00fchrt werden sollen. Das w\u00fcrde gerade einmal ein Verkehrsaufkommen von f\u00fcnf Z\u00fcgen pro Richtung und Stunde bedeuten.<\/p>\n<p>Da der geplante Fernverkehrs-Tiefbahnhof aus betrieblichen Gr\u00fcnden je Richtung zwei Bahnsteigkanten aufweisen muss, k\u00f6nnte die Kapazit\u00e4t bis auf fahrplanstabile zehn Z\u00fcge je Richtung und Stunde gesteigert werden. Das Bundesministerium f\u00fcr Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) geht sogar von \u201emehr als zw\u00f6lf Zugbewegungen pro Stunde und Richtung\u201c aus. Diese Annahme ist aus Sicht von PRO BAHN Hessen realit\u00e4tsfremd, denn sie setzt einen absolut st\u00f6rungsfreien Betrieb ohne die geringsten Versp\u00e4tungen auch nur einzelner Z\u00fcge voraus.<\/p>\n<p>Den mittleren Fahrzeitgewinn durch den Tunnel beziffert das BMVI auf acht Minuten (90 Sekunden im westlichen und 180 Sekunden im \u00f6stlichen Zulauf, zuz\u00fcglich des Gewinns an Gesamtreisezeit durch die Verk\u00fcrzung des Aufenthalts in Frankfurt auf unrealistische 180 Sekunden.<\/p>\n<div id=\"attachment_2246\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2246\" class=\"size-medium wp-image-2246\" src=\"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/DSC09493-klein-600-300x225.jpg\" alt=\"Unter dem Main hindurch, das ist die am meisten diskutierte Variante, die mit der Projektidee verbunden wird, einen Fernbahntunnel in Ost-West-Richtung durch Frankfurt zu bauen.\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/DSC09493-klein-600-300x225.jpg 300w, https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/DSC09493-klein-600.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-2246\" class=\"wp-caption-text\">Unter dem Main hindurch, das ist die am meisten diskutierte Variante, die mit der Projektidee verbunden wird, einen Fernbahntunnel in Ost-West-Richtung durch Frankfurt zu bauen.<\/p><\/div>\n<p>Aus Sicht des PRO BAHN Landesverbandes Hessen sind f\u00fcnf Minuten Aufenthalt &#8211; bei im Extremfall 350 Aus- und genauso vielen Einsteigern \u2013 jedoch das absolute Minimum f\u00fcr eine stressfreie Umsteigezeit, insbesondere, wenn man wie derzeit den Halt auch f\u00fcr den Personalwechsel nutzen will. Damit verk\u00fcrzt sich der mittlere Fahrtzeitgewinn auf f\u00fcnf bis maximal sechs Minuten<\/p>\n<p>Lediglich wenige Parameter liegen bis dato auf dem Tisch. Somit geh\u00f6ren alle weiteren \u00dcberlegungen derzeit in das Reich der Spekulationen. Eine erste kritische Bewertung des Projektes ist aus der Sicht von PRO BAHN Hessen damit erst dann m\u00f6glich und auch erst dann sinnvoll, wenn das, was derzeit als \u201eProjektskizze\u201c gehandelt wird, als erster Detailentwurf der \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sentiert worden ist.<\/p>\n<p>Dennoch sollte es bereits in diesem Stadium gestattet sein, eine erste Bewertung vorzunehmen und bestimmte Forderungen als Zielvoraussetzung und in Bezug auf den parallel vorgesehenen Ma\u00dfnahmenkatalog zur Ert\u00fcchtigung des Eisenbahnknotens Frankfurt aufzustellen.<\/p>\n<p>Das Projekt \u201eneuer Fernverkehrstunnel Frankfurt\u201c ist absolut nicht vergleichbar mit dem, was seinerzeit im Jahr 1996 unter dem Schlagwort Frankfurt 21 vorgestellt und 2001 wegen un\u00fcberwindlicher Hindernisse (H\u00f6he der Kosten, Baugrund, u.\u00e4.) sang- und klanglos eingestampft wurde. Die neuerliche Variante in einer abgespeckten Form bringt f\u00fcr den Knoten Frankfurt zweifelsohne zahlreiche Vorteile, u. a. was die Entflechtung von Fern-, Regional- und Nahverkehr und somit die Steigerung der P\u00fcnktlichkeit betrifft, und schafft zudem Spielraum f\u00fcr eine bedarfsangepasste und zwingend erforderliche Verdichtung bestehender und die Etablierung zus\u00e4tzlicher Fahrten im lokalen und regionalen Pendlerverkehr auf der Schiene.<br \/>\nDas Projekt Fernbahntunnel Frankfurt darf folgende im Bau bzw. in der Planungsphase befindlichen Ma\u00dfnahmen im Rahmen von FrankfurtRheinMainplus, dem Nachfolgeprojekt von Frankfurt 21, weder zeitlich noch finanziell gef\u00e4hrden oder einschr\u00e4nken:<\/p>\n<p>A) Homburger Damm,<\/p>\n<p>B) sechsgleisiger Ausbau Frankfurt Hauptbahnhof \u2013 Frankfurt Stadion,<\/p>\n<p>C) zweigleisiger Ausbau der Umfahrungsspange F-Louisa,<\/p>\n<p>D) viergleisiger Ausbau Frankfurt Hauptbahnhof \u2013 Friedberg (dreigleisig weiter bis Gie\u00dfen),<\/p>\n<p>E) viergleisiger Ausbau Frankfurt Hauptbahnhof \u2013 Hanau Hauptbahnhof \u2013 Wolfgang,<\/p>\n<p>F) das bereits im weitergehenden Verfahren befindliche Projekt \u201eRegionaltangente West\u201c<\/p>\n<p>G) Entflechtung Gleisvorfeld Frankfurt Hauptbahnhof,<\/p>\n<p>H) Modernisierung und Erweiterung der Stationen Frankfurt (M) S\u00fcdbahnhof und Stadion,<\/p>\n<p>I) Ert\u00fcchtigung des Korridors zwischen Frankfurt am Main (Stadion \/ Flughafen) und Mainz<br \/>\nzur Fahrplanstabilisierung,<\/p>\n<p>J) Sanierung und Neugestaltung der B-Ebene des Frankfurter Hauptbahnhofs, um mehr Platz<br \/>\ninsbesondere f\u00fcr Umsteiger von \/ nach den S- und U-Bahnen zu schaffen,<\/p>\n<p>K) schlie\u00dflich muss der Betrieb im Hauptbahnhof Frankfurt (M) und der der S- und U-Bahnen<br \/>\nw\u00e4hrend der Bauphase des Fernbahntunnels ohne Einschr\u00e4nkungen aufrechterhalten<br \/>\nwerden,<\/p>\n<p>L) die Projektstudien f\u00fcr eine Regionaltangente Ost und die S\u00fcdtangente sollen mit Nachdruck<br \/>\nweiterverfolgt werden. M\u00f6gliche Streckenf\u00fchrungen d\u00fcrfen nicht verbaut werden.<\/p>\n<p>Betrachtungen zum Gro\u00dfprojekt selbst:<\/p>\n<p>Es bedarf aber auch bereits heute weitergehender \u00dcberlegungen, als die der uneingeschr\u00e4nkten weiteren Umsetzung von regionalen Schienenprojekten. Auf solch ein Gro\u00dfprojekt m\u00fcssen sich spezielle Blicke richten.<\/p>\n<p>1.) Aufwand und Risiken eines Tunnelbaus sind immens, die Dauer der Bauarbeiten nicht mit letzter<br \/>\nSicherheit kalkulierbar. Diese Parameter sollten bei umsichtiger Vorgehensweise beherrschbar<br \/>\nsein.<\/p>\n<p>2.) Wir sehen es als bedenklich an, den Fernbahntunnel ausschlie\u00dflich in der Gemarkung Kaiserlei<br \/>\nan das Bestandsnetz anzuschlie\u00dfen . Die s\u00fcdmainische Bahnstrecke \u00fcber Offenbach nach<br \/>\nHanau ist bereits derzeit \u00fcberlastet. Daher sollten auch \u00dcberlegungen angestellt werden, die<br \/>\nnordmainische Strecke mit einzubeziehen. Dies k\u00f6nnte entweder durch eine zus\u00e4tzliche<br \/>\nAusf\u00e4delung als Ausweichverbindung zur s\u00fcdmainischen Streckenf\u00fchrung geschehen. Eine<br \/>\nandere Variante w\u00e4re, den Fernbahntunnel ausschlie\u00dflich im Bereich Frankfurt-Ost\/<br \/>\nFechenheim auf die nordmainische Strecke einzuf\u00e4deln.<\/p>\n<p>3.) Der Fernverkehrstunnel darf hinsichtlich seiner Streckenf\u00fchrung den Bau eines weiteren Tunnels<br \/>\nf\u00fcr den Lokal- und Regionalverkehr mit einer Bahnsteigh\u00f6he von 76 cm f\u00fcr die F\u00fchrung der S7<br \/>\nund m\u00f6glicherweise der elektrifizierten K\u00f6nigsteiner Bahn, Odenwaldbahn und Dreieichbahn<br \/>\nsowie weiterer Strecken indes nicht ausschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>4.) Die Umsteigebedingungen und Wegstrecken zwischen den Gleisen 201 bis 204 des neuen<br \/>\nFernverkehrs-Tiefbahnhofs und den Gleisen 1a bis 24 sowie 101 bis 104 m\u00fcssen auch f\u00fcr<br \/>\nReisende mit mehreren Gep\u00e4ckst\u00fccken oder Personen mit Behinderung zutr\u00e4glich und vom<br \/>\nZeitaufwand und der Entfernung her zumutbar gestaltet sein.<\/p>\n<p>5.) Die Planungen f\u00fcr den Fernverkehrstunnel m\u00fcssen mit zeitgleichen baulichen Ver\u00e4nderungen des<br \/>\nGleisvorfelds und der Verkehrsstation Hanau Hbf. einhergehen, mit dem Ziel, auch dort eine<br \/>\nEntflechtung der Verkehre und eine Erh\u00f6hung der Geschwindigkeiten (Reisezeitgewinn) zu<br \/>\nerziehen.<\/p>\n<p>PRO BAHN Hessen begr\u00fc\u00dft ausdr\u00fccklich, dass nunmehr zus\u00e4tzliche Bundesmittel mit betr\u00e4chtlichem Umfang auch in die Finanzierung von hessischen Vorhaben zur Ert\u00fcchtigung des Schienenverkehrsknotens Frankfurt am Main flie\u00dfen sollen.<\/p>\n<p>PRO BAHN Hessen bef\u00fcrwortet die Umsetzung jeder technisch machbaren und finanzierbaren Variante eines Fernbahntunnels in Frankfurt am Main, der als Ziel hat, durch einen Infrastrukturausbau die betrieblichen Voraussetzungen zu schaffen, den f\u00fcr die Zeit nach 2030 vorgesehenen Deutschlandtakt der Bahn zu realisieren. Der neu zu errichtende unterirdische Fernbahnhof (unter bzw. neben dem Hauptbahnhof) macht dringend ben\u00f6tigte oberirdische Trassen und derzeit nicht verf\u00fcgbare Bahnsteigkanten frei f\u00fcr die Aufnahme zus\u00e4tzlicher Nah- und Regionalverkehrsz\u00fcge, ohne die der prognostizierte rasante Zuwachs des Personenverkehrs auf der Schiene in der Metropolregion Rhein-Main nicht bew\u00e4ltigt werden kann. Kein anderes denkbares Modell bietet so vielf\u00e4ltige M\u00f6glichkeiten, den auf den Frankfurter Hauptbahnhof zulaufenden Regional- und Nahverkehr bedarfsgerecht und zukunftssicher auszubauen<\/p>\n<p>Der PRO BAHN Landesverband Hessen sieht in dem geplanten Fernbahntunnel eine Ma\u00dfnahme mit viel Potential erg\u00e4nzend zum verabschiedeten Infrastrukturprojekt FrankfurtRheinMainplus. Beide Vorhaben zusammen k\u00f6nnen einen nennenswerten Beitrag zum Erreichen der der gesteckten Ziele zum Klimaschutz leisten.<\/p>\n<p><strong>Hier finden Sie das Positionspapier:<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Positionspapier-Fernbahntunnel-Frankfurt-LV-Hessen-2019-05-01.pdf\">Positionspapier Fernbahntunnel Frankfurt &#8211; LV Hessen und RV Frankfurt &#8211; 01.05.2019<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Standpunktepapier Projektidee Fernbahntunnel Frankfurt &#8211; PRO BAHN Hessen und PRO BAHN Frankfurt &#8211; 01.05.2019 Der PRO BAHN Landesverband Hessen verfolgt seit der Bekanntgabe der Projektidee am 06.11.2018 die Diskussion um einen Fernbahntunnel unter der Frankfurter Innenstadt mit Interesse. 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