{"id":6903,"date":"2020-01-21T01:27:17","date_gmt":"2020-01-20T23:27:17","guid":{"rendered":"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/?p=6903"},"modified":"2020-01-21T01:27:44","modified_gmt":"2020-01-20T23:27:44","slug":"die-staendigen-stoerungen-im-s-bahn-verkehr-des-rmv-sind-nicht-laenger-hinnehmbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/?p=6903","title":{"rendered":"PRO BAHN Frankfurt: Die st\u00e4ndigen St\u00f6rungen im S-Bahn-Verkehr des RMV sind nicht l\u00e4nger hinnehmbar"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/20140511_171917-ohne-K\u00f6pfe-klein-600.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/20140511_171917-ohne-K\u00f6pfe-klein-600-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" class=\"alignleft size-medium wp-image-4677\" srcset=\"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/20140511_171917-ohne-K\u00f6pfe-klein-600-300x225.jpg 300w, https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/20140511_171917-ohne-K\u00f6pfe-klein-600.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die St\u00f6rungen im S-Bahn-Verkehr des RMV h\u00e4ufen sich derzeit massiv, die Presse berichtet fast t\u00e4glich. Gerade ver\u00f6ffentlichte der RMV seine P\u00fcnktlichkeitsstatistik, nach der nur 92% der S-Bahnen p\u00fcnktlich waren. Dabei klingt selbst das noch besser als die Situation tats\u00e4chlich ist: Nur S-Bahnen mit einer Versp\u00e4tung von mehr als 6 Minuten z\u00e4hlen als versp\u00e4tet, ausgefallene Bahnen gehen \u00fcberhaupt nicht in die Versp\u00e4tungsstatistik ein. Dazu kommt: Die Zeiten des Berufsverkehrs sind besonders anf\u00e4llig f\u00fcr Versp\u00e4tungen, und in diesen Zeiten betreffen die Versp\u00e4tungen besonders viele Fahrg\u00e4ste. Alleine im S-Bahn-Ticker der Frankfurter Neuen Presse finden sich im Schnitt t\u00e4glich mehrere gravierende St\u00f6rungsmeldungen.<!--more--><\/p>\n<p>Diese Zust\u00e4nde sind nicht l\u00e4nger hinnehmbar, sagt Kristine Schaal, stellvertretende Vorsitzende des Regionalverbandes Frankfurt von PRO BAHN.<\/p>\n<p>Zuallererst fordert PRO BAHN eine ehrliche Bestandsaufnahme. Neben der vorhandenen Statistik der Versp\u00e4tungen muss der RMV nach dem Vorbild der Schweiz Auskunft geben \u00fcber die Anzahl der ausgefallenen Z\u00fcge, sowie dar\u00fcber, wie sich Versp\u00e4tungen und Zugausf\u00e4lle auf Haupt- und andere Verkehrszeiten verteilen. Die Ursachen f\u00fcr die Versp\u00e4tungen sind vielf\u00e4ltig. An erster Stelle steht eine \u00fcberlastete und marode Infrastruktur. Kleinste Verz\u00f6gerungen bringen schnell den ganzen Fahrplan durcheinander, weil das Schienennetz an den Grenzen seiner Belastung ist. Fast t\u00e4glich liest man von Weichen-, Signal-, Oberleitungs- oder Zugst\u00f6rungen. Es mangelt bei solchen St\u00f6rungen h\u00e4ufig an Ausweichgleisen und Strecken mit Gleiswechselbetrieb. <\/p>\n<p>Viele S-Bahnen sind im Berufsverkehr extrem voll. Wenn sehr viele Reisende gleichzeitig ein- und aussteigen oder versuchen, in eine bereits \u00fcberf\u00fcllte S-Bahn hineinzukommen, f\u00fchrt das unweigerlich zu \u201eVerz\u00f6gerungen im Betriebsablauf\u201c. <\/p>\n<p>Die geplanten Ma\u00dfnahmen zum Ausbau des Schienennetzes sind hinl\u00e4nglich bekannt: Der viergleisige Ausbau bis Friedberg, die nordmainische S-Bahn, die Entflechtung der Verkehre im Gleisvorfeld des Frankfurter und Hanauer Hauptbahnhofs, etc. Deren Umsetzung wird aber noch Jahre brauchen. Umso dringender sind kurzfristig umsetzbare Ma\u00dfnahmen: Weichen, Signalen, Oberleitungen, etc. m\u00fcssen schneller repariert und besser gewartet werden, das ist eine der Forderungen von PRO BAHN. Der RMV macht es sich aber zu einfach, wenn er mit dem Finger auf die Bahn zeigt. Einiges kann er n\u00e4mlich auch selbst zu Verbesserung der Situation beitragen:<\/p>\n<p>Es gibt zu wenig S-Bahn-Z\u00fcge, so dass bei Werkstattaufenthalten au\u00dfer der Reihe Sitzplatzkapazit\u00e4ten fehlen: Es kommt immer wieder vor, dass S-Bahnen mit nur zwei an Stelle von drei Einheiten unterwegs sind. Wer einmal miterlebt hat, was passiert, wenn gegen acht Uhr morgens die S8 Richtung Flughafen als Vollzug (zwei Einheiten) verkehrt, wundert sich nicht mehr, dass die S8 unangefochtener Spitzenreiter in der Versp\u00e4tungsstatistik ist.<\/p>\n<p>Daher fordert PRO BAHN, die Reserve bei den S-Bahn-Wagen auszubauen. Au\u00dferdem setzt der RMV noch nicht \u00fcberall Langz\u00fcge (Z\u00fcge mit drei Einheiten) ein. So herrschen in der S4 zwischen Hauptbahnhof und Eschborn S\u00fcd seit Jahren untragbare Zust\u00e4nde. Sie ist im Berufsverkehr hoffnungslos \u00fcberf\u00fcllt, da sie nur mit zwei Einheiten verkehrt. Wegen der kurzen Wendezeit in Langen w\u00e4re zur Verl\u00e4ngerung der S4-Z\u00fcge zus\u00e4tzliches Personal zur Einf\u00fchrung einer \u00fcberschlagenden Triebfahrzeugf\u00fchrerwende erforderlich. Aber auch das ist ein l\u00f6sbares Problem und muss sofort angegangen werden.<\/p>\n<p>Der RMV muss au\u00dferdem weitere Ma\u00dfnahmen kurzfristig umzusetzen, fordert PRO BAHN:<\/p>\n<p>Anschl\u00fcsse m\u00fcssen besser aufeinander abgestimmt und gesichert werden, denn wenn man einen Anschluss verpasst, summiert sich die Versp\u00e4tung f\u00fcr den Fahrgast schnell auf 30 Minuten. Bei Versp\u00e4tung einer S-Bahn k\u00f6nnten Busse oft zumindest einige Minuten warten. Die M\u00f6glichkeiten, die Busfahrer entsprechend anzuweisen, sind technisch \u00fcber rechnergest\u00fctzte Betriebsleitsysteme (RBL) leicht umsetzbar. Dagegen steht ein ungl\u00fcckliches System von Einzeloptimierungen: Auch die Unternehmen, die die Buslinien betreiben, m\u00fcssen P\u00fcnktlichkeitsstandards einhalten und P\u00f6nalen zahlen, wenn sie mehr als f\u00fcnf Minuten versp\u00e4tet sind. Daher warten sie im Eigeninteresse nicht auf eine versp\u00e4tete Bahn. Dieses System muss der RMV als Auftraggeber auf eine Gesamtoptimierung im Sinne der Fahrg\u00e4ste optimieren.<\/p>\n<p>Der RMV muss die Information im Fall einer St\u00f6rung dringend verbessern. In der Regel wird nur dar\u00fcber informiert, dass eine St\u00f6rung eingetreten ist, selten jedoch \u00fcber die voraussichtliche Dauer (was allerdings auch h\u00e4ufig schwer einzusch\u00e4tzen ist) und leider \u00fcberhaupt nicht \u00fcber Ausweichm\u00f6glichkeiten. Gerade im Stadtgebiet von Frankfurt gibt es etliche M\u00f6glichkeiten, auf Busse, Stra\u00dfen- oder U-Bahnen auszuweichen. \u00dcber diese muss der RMV die Fahrg\u00e4ste informieren.<br \/>\nAu\u00dferdem kann er weitr\u00e4umig \u00fcber St\u00f6rungen informieren, und zwar \u00fcbergreifend \u00fcber alle Verkehrsmittel. Wer am Hauptbahnhof schon wei\u00df, dass ein U-Bahn-Anschluss ab Hauptwache nicht f\u00e4hrt, kann vielleicht schon dort auf eine Alternative ausweichen. <\/p>\n<p>Einen Schienenersatzverkehr mit Bussen bietet der RMV in der Regel nicht an. Dieser wird meistens nur bei planm\u00e4\u00dfigen Ausf\u00e4llen, z.B. bei Bauarbeiten organisiert. Bei St\u00f6rungen, die sich auch mal \u00fcber Stunden hinziehen, muss der RMV in der Lage sein, auch kurzfristig einen Ersatzverkehr mit Bussen einzurichten.<\/p>\n<p>Die Fahrgastzahlen im \u00d6PNV haben sich in den letzten Jahren erfreulich entwickelt. Damit dieser im Sinne der Umwelt positive Trend weiter anh\u00e4lt und sich die Menschen nicht frustriert wieder dem Auto zuwenden, muss auch die Politik aktiver werden. PRO BAHN fordert insbesondere die Landespolitik auf, aktiv zu werden und zusammen mit RMV und Bahn nach L\u00f6sungen zur Verbesserung der Situation zu suchen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die St\u00f6rungen im S-Bahn-Verkehr des RMV h\u00e4ufen sich derzeit massiv, die Presse berichtet fast t\u00e4glich. Gerade ver\u00f6ffentlichte der RMV seine P\u00fcnktlichkeitsstatistik, nach der nur 92% der S-Bahnen p\u00fcnktlich waren. 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