{"id":745,"date":"2013-08-14T12:31:53","date_gmt":"2013-08-14T10:31:53","guid":{"rendered":"http:\/\/pro-bahn-hessen.de\/?p=745"},"modified":"2013-08-15T14:26:49","modified_gmt":"2013-08-15T12:26:49","slug":"barrierefreier-umbau-des-bahnhofs-hochst-nur-die-halbe-wahrheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/?p=745","title":{"rendered":"Barrierefreier Umbau des Bahnhofs Frankfurt-H\u00f6chst \u2013 nur die halbe Wahrheit"},"content":{"rendered":"<p>Der Magistrat hat mit der Billigung der Finanzierungsvorlage die Weichen f\u00fcr die Umgestaltung des Bahnhofs H\u00f6chst gestellt. Die Verhandlungen zwischen der Stadt, dem Land, dem RMV und insbesondere der Bahn haben deutlich l\u00e4nger gedauert, als urspr\u00fcnglich angenommen. Nun soll das Projekt nach derzeitigem Zeitplan erst zum Fahrplanwechsel im Dezember 2016 abgeschlossen sein, wird aber zur gro\u00dfen Entt\u00e4uschung der \u00e4lteren und gehbehinderten Fahrg\u00e4ste nicht komplett barrierefrei ausgef\u00fchrt werden.<br \/>\n<div id=\"attachment_754\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Bf-H\u00f6chst-Foto-klein-300.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-754\" src=\"http:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Bf-H\u00f6chst-Foto-klein-300.jpg\" alt=\"Bhf. Frankfurt-H\u00f6chst\" width=\"300\" height=\"157\" class=\"size-full wp-image-754\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-754\" class=\"wp-caption-text\">Der Bahnhof im Frankfurter Stadtteil H\u00f6chst, t\u00e4glich von 20.000 Menschen frequentiert.<\/p><\/div><!--more--><\/p>\n<p>Die Verz\u00f6gerung f\u00fcr den Beginn der Bauarbeiten war allgemein erwartet worden. Dass es in den zus\u00e4tzlichen 12 Monaten nicht gelungen ist, eine L\u00f6sung f\u00fcr den barrierefreien Zugang zur S-Bahn zu finden, ist f\u00fcr den Fahrgastverband PRO BAHN auf keinen Fall tolerierbar. Nach den derzeit vorliegenden Entw\u00fcrfen betr\u00e4gt die Einstiegsh\u00f6he vom Bahnsteig in die S-Bahnz\u00fcge exakt 20 Zentimeter und zwischen Bahnsteigkante und Wagenkasten klafft zudem noch ein Spalt von 12 Zentimeter. \u201eDas nenne ich nicht barrierefrei\u201c, kritisiert Wilfried Staub, Pressesprecher von PRO BAHN Hessen die ungeheuerliche Stolperfalle, \u201eund dieser Zustand ist erst recht nicht bei einer Station mit \u00fcber 20.000 Ein- und Aussteigern pro Tag hinnehmbar\u201c. Das f\u00fcr Rollstuhlfahrer behelfsm\u00e4\u00dfige Auslegen der im Zug mitgef\u00fchrten mobilen Rampe durch den Lokf\u00fchrer verz\u00f6gert die Weiterfahrt um mehr als f\u00fcnf Minuten und bringt bei einer Zugfolge von f\u00fcnf bis siebeneinhalb Minuten den Fahrplan aller S-Bahnen im City-Tunnel komplett durcheinander. Die jahrelangen Bem\u00fchungen der B\u00fcrgerinitiative H\u00f6chst f\u00fcr einen uneingeschr\u00e4nkten barrierefreien Zugang zur S-Bahn werden mit F\u00fc\u00dfen getreten. <\/p>\n<p>PRO BAHN hat bereits zu Beginn der \u00dcberlegungen des Umbaus der Bahnsteiganlagen in H\u00f6chst einen Plan zur Entflechtung der Verkehre vorgelegt, der zudem noch den Vorteil hat, dass er preiswerter zu realisieren ist und es dabei zu keinen betrieblichen Einschr\u00e4nkungen w\u00e4hrend der Bauphase kommen wird. Das Konzept sieht vor, dass die G\u00fcterz\u00fcge \u00fcber die bahnsteiglosen Gleise 6 und 9 gef\u00fchrt werden. Die Regionalexpressz\u00fcge der Linie 10 von\/nach Wiesbaden\/Rheingau und der Linie 20 von\/nach Limburg halten zuk\u00fcnftig ausnahmslos am derzeit stillgelegten Bahnsteig 4, der als erster ert\u00fcchtigt wird. Danach werden die S-Bahnen Richtung Wiesbaden und Niedernhausen auf Gleis 5 und sp\u00e4ter die S-Bahnen Richtung Innenstadt auf die Gleise 3 und 4 mit jeweils 96 Zentimeter hoher Bahnsteigkante verschwenkt. Diese Vorgehensweise hat zudem den Charme, dass die Bauarbeiten bereits beginnen k\u00f6nnen, bevor die endg\u00fcltige Entscheidung \u00fcber die tats\u00e4chliche Realisierung der RTW gefallen ist und dass der Bahnsteig 1 f\u00fcr eine zuk\u00fcnftige Verl\u00e4ngerung der Stra\u00dfenbahn 11 in den Bahnhof H\u00f6chst freigehalten wird. <\/p>\n<p>Die Entscheidungstr\u00e4ger sind zwangsl\u00e4ufig darauf angewiesen, der Aussage der Bahn blind zu vertrauen, die da lautet, dass das Betriebskonzept keine andere L\u00f6sung als einen Mischbetrieb an den S-Bahnsteigen zul\u00e4sst. Diese Behauptung entspricht jedoch nicht der ganzen Wahrheit. Ein fahrzeugreiner Betrieb ist in H\u00f6chst durchaus umsetzbar. <\/p>\n<p>Hierzu m\u00fcssten lediglich f\u00fcnf zus\u00e4tzliche Weichen und eine entsprechende signaltechnische Absicherung zwischen den Stationen Farbwerke und H\u00f6chst installiert werden. Die Kosten hierf\u00fcr in H\u00f6he von etwa 2,7 Millionen Euro m\u00fcsste allerdings die Bahn aus ihrem Konzerngewinn von rund 2,7 Milliarden Euro selbst aufbringen. <\/p>\n<p>Noch haben der Ortsbeirat 6 und die Stadtverordneten das letzte Wort nicht gesprochen und somit verbleibt eine letzte Chance, bei den Planern von DB Netze bzw. DB Station &#038; Service die Umsetzbarkeit des Vorschlages von PRO BAHN kritisch zu hinterfragen. Die vorgeschlagene Umplanung h\u00e4tte zudem keinen Einfluss auf die Einhaltung des neuen Zeitplans. Diese zu erwartende Antwort seitens der Bahn entbehrt jeder Grundlage. Der bald 100 Jahre alte Bahnhof H\u00f6chst wird erfreulicherweise nun endlich, und zwar f\u00fcr die n\u00e4chsten 100 Jahre umgestaltet. \u201eEs gilt jetzt, keine halben Sachen zu machen und mit Sinn und Sachverstand in die Zukunft zu investieren\u201c, diesen dringenden Appell richtet PRO BAHN im Interesse der Fahrg\u00e4ste an alle Verantwortlichen. <\/p>\n<p>Wilfried Staub<br \/>\nStellv. Landesvorsitzender<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Magistrat hat mit der Billigung der Finanzierungsvorlage die Weichen f\u00fcr die Umgestaltung des Bahnhofs H\u00f6chst gestellt. Die Verhandlungen zwischen der Stadt, dem Land, dem RMV und insbesondere der Bahn haben deutlich l\u00e4nger gedauert, als urspr\u00fcnglich angenommen. 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