{"id":8392,"date":"2022-04-05T19:55:40","date_gmt":"2022-04-05T17:55:40","guid":{"rendered":"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/?p=8392"},"modified":"2022-04-05T20:40:47","modified_gmt":"2022-04-05T18:40:47","slug":"die-praesentation-von-verklaerungen-geht-durch-landesverkehrsminister-al-wazir-und-rmv-chef-ringat-geht-weiter-seit-langem-geplante-investitionen-werden-erneut-als-neuerungen-dargestellt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/?p=8392","title":{"rendered":"Die Pr\u00e4sentation von Verkl\u00e4rungen durch Landesverkehrsminister Al-Wazir und RMV-Chef Ringat geht weiter. Seit langem geplante Investitionen werden erneut als Neuerungen dargestellt"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_5421\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/DSC02812-klein-300.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5421\" src=\"https:\/\/pro-bahn-hessen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/DSC02812-klein-300-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" class=\"size-medium wp-image-5421\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-5421\" class=\"wp-caption-text\">Ein Bahnsteig der Main-Weser-Bahn in Mittelhessen. F\u00fcr relativ viel Geld die Oberfl\u00e4che erneuert, jedoch nicht auf 55 cm angehoben, um in die bis in die 2040er Jahre verkehrenden Z\u00fcge einzusteigen.<\/p><\/div>\n<p>Erneut laden der Hessische Verkehrsminister Al-Wazir und der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV), Ringat zur Pr\u00e4sentation ein und stellen die Fakten v\u00f6llig verkl\u00e4rend dar. Weshalb die beiden Verkehrsvertreter im Bundesland Hessen fortw\u00e4hrend die Investition in die Schienenverkehrsinfrastruktur mit dem aus dem Handel bekannten Format der Werbeveranstaltung missbrauchen, diese Frage stellt der Fahrgastverband PRO BAHN schon seit mehreren Jahren. Unter den Vorg\u00e4ngern beider Herren war solch eine Vorgehensweise nicht bekannt und in anderen Bundesl\u00e4ndern werde so auch nicht agiert. <!--more--><\/p>\n<p>Die Situation der Investition in die Schiene sei vielmehr katastrophal bis desastr\u00f6s, was an einigen Beispielrn aufgezeigt werden k\u00f6nne. Bei dem Start des Ausbaus der Bahnstrecke Frankfurt-West-Bad Vilbel Ende 2016 wurde vorausgesagt, dass mit Ende des 1. Abschnitts unmittelbar der 2. Abschnitt Bad Vilbel-Friedberg zur Baureife gebracht sei und die Gesamtstrecke Ende 2027 in Betrieb gehen k\u00f6nne. Nun ist festzustellen, dass der 1. Abschnitt erst Ende 2023 fertig wird und nach aktuellem Stand die Bauzeit f\u00fcr den 2. Abschnitt von 2025 bis 2032 vorgesehen ist. Noch dramatischer ist die Lage, wenn man bedenkt, dass der Ausbau urspr\u00fcnglich im Jahr 2000 abgeschlossen sein sollte.<\/p>\n<p>Der Ausbau der Achse zwischen Frankfurt Stadion und Frankfurt Hbf. kommt nun auch mit einigen Jahrzehnten Verz\u00f6gerung. Um Investitionskosten langfristig zu senken, m\u00fcssten gerade im Bereich Frankfurt-Stadion viel mehr Bauvorleistungen erbracht werden, welche in der aktuellen Planung keine Ber\u00fccksichtigung finden.<\/p>\n<p>Mangelhaftes politisches Management wirft der PRO BAHN Landesverband Hessen insbesondere bei der Reaktivierung von Bahnstrecken vor. Al-Wazir stellt seit Jahren die Situation so dar, als seien erst in seiner Amtszeit seit 2014 die Reaktivierungsprojekte der Horlofftalbahn (W\u00f6lfersheim-Hungen) und Lumdatalbahn (Lollar-Londorf) entstanden. Fakt ist, es handelt sich um Ladenh\u00fcter, welche teils seit 40 Jahren durch B\u00fcrgerinitiativen offensiv eingefordert werden. Vielmehr kommt es fortw\u00e4hrend zu Verz\u00f6gerungen. Eine urspr\u00fcnglich f\u00fcr um das Jahr 2020 ins Auge gefasste Inbetriebnahme beider Strecken sagt aktuell fr\u00fchestens das Jahr 2026 f\u00fcr die Horlofftalbahn und das Jahr 2029 f\u00fcr die Lumdatalbahn voraus. Eine Finanzierungsabsicherung ist bislang nicht gew\u00e4hrleistet. Die 2015 als bislang einziges durchg\u00e4ngiges Reaktivierungsprojekt au\u00dferhalb des S-Bahn-Netzes er\u00f6ffnete Bahnstrecke Korbach-Frankenberg hatte Al-Wazir von seinem Vorg\u00e4nger geerbt.<\/p>\n<p>Es warten dar\u00fcber hinaus noch 20-30 weitere reaktivierungsf\u00e4hige Bahntrassen auf ein Planungsverfahren, wovon noch kein einziges Projekt seit 2014 in eine weitergehende Phase getreten ist. Vielmehr hat der schwarz-gr\u00fcne Koalitionsvertrag die grunds\u00e4tzlichen Entscheidungen den Landkreisen und Kommunen \u00fcbertragen. <\/p>\n<p>Als Zwischenfazit stellt PRO BAHN Hessen fest, dass fehlende Kompetenz von Politik und Verwaltung sowie mangelnde Kenntnisse der verkehrspolitischen Neuzeit, vor Ort dazu f\u00fchren, dass Reaktivierungsideen zerredet werden, teilweise in Gef\u00e4lligkeitsgutachten nach v\u00f6llig \u00fcberalterten Kriterien niedergerungen werden. Das Landesverkehrsministerium schweigt, anstatt durch Rechts\u00e4nderungen das Thema des Ausbaus des Schienennahverkehrs komplett zur L\u00e4ndersache zu machen.<\/p>\n<p>Auch im Bestandsnetz sieht es d\u00fcster aus. Weiterhin belegt Hessen im Ranking der Barrierefreiheit den Platz 14 aller 16 Bundesl\u00e4nder. Als S\u00fcnde an mobilit\u00e4tseingeschr\u00e4nkten Menschen bezeichnet PRO BAHN, dass H\u00f6henunterschiede von 21 cm zwischen Fahrzeug und Bahnsteigkante als barrierefrei bezeichnet werden, um so die Prozentzahl barrierefreier Bahnh\u00f6fe zu manipulieren und den Menschen vors\u00e4tzlich ein falsches Bild zu verkaufen. Seit 2011 ausgebaute Bahnstationen in Hessen verf\u00fcgen zu mehr als der H\u00e4lfe \u00fcber diese Mangelerscheinung. Unterschiedliche Bahnsteigh\u00f6hen neu ausgebauter Stationen in unmittelbarer Nachbarschaft sind \u00fcberall in Hessen Realit\u00e4t.  Hinzu kommt, dass aktuell Planungen umgesetzt werden, welche heute im Jahr 2022 nach Bemessungen von vor 20-15 Jahren erfolgen. Netzentwicklungen der Neuzeit sind f\u00fcr einige dieser im Ausbau befindlichen Stationen in keiner Weise ber\u00fccksichtigt. Stationen, welche t\u00e4glich unter 1.000 Fahrg\u00e4ste aufweisen, sie sind ganz d\u00fcster dran. Nur ein Anteil von gut 20% dieser Stationen k\u00f6nnen erwarten, dass in den n\u00e4chsten 20 Jahren ein Ausbau erfolgt. Wer also auf dem Land lebt und mobilit\u00e4tseingeschr\u00e4nkt ist, diese Menschen sind auf Hilfe von Nachbarschaft und Angeh\u00f6rigen wohl auch in den n\u00e4chsten Jahrzehnten in Hessen angewiesen. <\/p>\n<p>Leider hat Minister Al-Wazir in seinem Denken fast nur den sog. \u201eFrankfurter Bogen\u201c und nicht das ganze Bundesland Hessen im Blick. Selbst im Ballungsraum gibt es Verz\u00f6gerungen und teils keine optimalen Projektumsetzungen. Die Regionaltangente West (RTW) um Frankfurt herum wird voraussichtlich fr\u00fchestens 2030 voll umf\u00e4nglich befahrbar sein. Die Details der RTW im n\u00f6rdlichen Bereich sind immer noch nicht final gekl\u00e4rt. Die Nordmainische S-Bahn ist seit 50 Jahren geplant, wurde den Menschen f\u00fcr die 1990er Jahre angek\u00fcndigt. Auch diese wird nach \u00fcber 60 Jahren fr\u00fchestens in den 2030er Jahren Realit\u00e4t werden, sofern nicht das Frankfurter Fernbahntunnelprojekt nicht noch mehr Verz\u00f6gerungen f\u00fcr die S-Bahn im Frankfurter Osten, Maintal und Hanau mit sich bringt.<\/p>\n<p>Fazit: Minister Al-Wazir und RMV-Chef Ringat lassen sich seit Jahren mit alten Projekten und abgegriffenen Floskeln in der \u00d6ffentlichkeit feiern. Es ist bedauerlich, dass die \u00d6ffentlichkeit und die Medien diese Verkl\u00e4rungen nicht in erforderlichem Umfang wahrnehmen bzw. darstellen. Der Fahrgastverband PRO BAHN fordert die Hessische Landesregierung, den Rhein-Main-Verkehrsverbund und die Deutsche Bahn dazu auf, endlich mit wahrhaftigen Darstellungen an die \u00d6ffentlichkeit zu treten. Durch transparente, mit haltbaren Terminen ver\u00f6ffentlichte Projektbeschreibungen k\u00f6nnen die Verantwortlichen ihre Bereitschaft zu signalisieren, mit gesellschaftspolitischen Vertreterinnen und Vertretern, mit den B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern, den Fahrg\u00e4sten endlich in einen guten Dialog einzutreten, so wie das viele andere Bundesl\u00e4nder und das europ\u00e4ische Ausland vormachen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erneut laden der Hessische Verkehrsminister Al-Wazir und der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV), Ringat zur Pr\u00e4sentation ein und stellen die Fakten v\u00f6llig verkl\u00e4rend dar. 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