Neues Fernverkehrskonzept der Deutschen Bahn – wie wertet es PRO BAHN bundesweit – was ist in Hessen geplant? Wetzlar freut sich.

PRO BAHN Regionalverband Mittelhessen hat sich in Gießen getroffen und mit dem Thema befasst.

Es gleicht schon einem kleinen Sensation, was die Deutsche Bahn am 18.03.2015 in Berlin der Öffentlichkeit präsentierte. Positionen, die der Fahrgastverband PRO BAHN wenige Tage zuvor in Bremen in einem Eckpunktepapier Fernverkehr beschloss, diese fanden sich da wieder. Da sei in Bezug auf die Absichtserklärungen der Deutschen Bahn ein Lob gezollt. Nun müssen den Absichtserklärungen auch Taten, Ausführungen, Umsetzungen folgen. Da stehen, auch aufgrund der langen Umsetzungsphase von 15 Jahren bis zum Jahr 2030 noch dann aktuelle Einflüsse entgegen, die heute noch nicht komplett abzuschätzen sind.

Das ist die Zukunft des Intercity-Verkehrs (IC), ein Prototyp des Doppelstock-Zuges, mit dem die Deutsche Bahn mittelfristig alle IC-Linien bedienen will.

Das ist die Zukunft des Intercity-Verkehrs (IC), ein Prototyp des Doppelstock-Zuges, mit dem die Deutsche Bahn mittelfristig alle IC-Linien bedienen will.

Viele hatten im Vorfeld des 18.03.2015, welcher lange angekündigt war, mit anderen Entwicklungen gerechnet. Die Ausdehnung des Intercity-Fernbus und der Bahntochter BerlinLinienBus machte wochenlang die Runde. Das wäre verheerend, wenn die Bahn mit gleichen Mitteln antwortet, wie die ungesteuerte Konkurrenz Fernbus.

Für Hessen ergeben sich nach diesem Plan in Bezug auf die ICE- und IC-Strecken folgende Veränderungen:
a) Schon ab Ende 2015 wird es neben der stündlichen ICE-Linie ab Frankfurt über Fulda, Kassel, Göttingen, Hildesheim, Braunschweig nach Berlin, eine weitere, stündlich verkehrende ICE-Linie von Frankfurt über Fulda, Eisenach, Erfurt und Halle nach Berlin geben.
b) Die auf wenige Fahrten reduzierte ICE-Verbindung Düsseldorf-Hagen-Kassel-Bebra-Eisenach-Erfurt-Leipzig-Dresden wird künftig leider nur noch eine IC-Linie, dafür aber im Zwei-Stunden-Takt verkehren.
c) Die zweistündige IC-Linie Karlsruhe-Heidelberg-Darmstadt-Frankfurt-Gießen-Marburg-Kassel-Göttingen-Hannover-Hamburg ist in ihrem Bestand, auch auf dem angestammten Linienweg, wohl gesichert.
d) Bis 2002 gab es noch eine Interregio (IR)-Linie Frankfurt-Gießen-Wetzlar-Siegen-Hagen-Münster. Von Gießen, also der Region Mittelhessen nach Nordrhein-Westfalen über Siegen gibt es seither nur noch Regionalzugverkehr mit Umsteigezwang in Siegen und unattraktiven Reisezeiten. Nun soll ab Ende 2019 wieder im Zwei-Stunden-Takt Fernverkehr auf der alten IR-Strecke angeboten werden und zwar als Intercity-Linie. Gießen dürfte als Haltepunkt entfallen, ebenso auch Siegen selbst, als Ersatz dafür Siegen-Weidenau, um nicht mehrfach die Fahrtrichtung des Zuges wechseln zu müssen und dadurch die Reisezeit zwischen dem Ruhrgebiet und dem Rhein-Main-Gebiet zu beschleunigen.

Wenn es so kommt, so wird das Konzept seitens PRO BAHN Hessen grundsätzlich begrüßt und die inhaltlich-thematische Begleitung im Sinne von Verbesserungen für die Fahrgäste wird zugesagt.

Als Wehrmutstropfen sieht PRO BAHN Hessen, dass das Produkt „Intercity (IC)“ künftig nur noch mit Doppelstockwagen gefahren werden soll. Es mögen sich gegenüber den seit rund 20 Jahren im gesamten Bundesgebiet und ursprünglich in der DDR entwickelten Zügen in der Ausstattung Fortentwicklungen und Verbesserungen ergeben haben. Nur das große Problem, man konnte den Doppelstock-IC bei der Innotrans-Fachmesse im September 2014 in Augenschein nehmen, wo bringen die Fahrgäste ihr Gepäck unter. Die Doppelstock-Regionalexpress (RE), welche auf Strecken mit langem Linienweg fahren, haben bereits heute das Problem, weil es in diesen Zügen viele Fernreisende mit IC- oder ICE-Anschluss gibt. Kommt eine Reisegruppe in den Zug, sind alle Flächen, inkl. des Gangs, zugestellt. Das droht nun auch beim Intercity (IC).

Die größte Freude nach der Veröffentlichung am 18.03.2015 in Berlin im Bahntower am Potsdamer Platz war zumindest in Hessen im gleichen Moment in Wetzlar aufgekommen. Wetzlar hat einen neu gestalteten Bahnhof mit klasse entwickelten Umfeld. Im Rathaus war in dem Moment die Freude grenzenlos.

Gegenüber der Wetzlarer Neuen Zeitung wurden zur aktuellen Berichterstattung die nachstehenden Zeilen mitgeteilt.

Der Fahrgastverband PRO BAHN begrüßt außerordentlich die Entscheidung, auf der Ruhr-Sieg-Strecke und der Dillstrecke wieder Fernzugverkehr anzubieten. Es ist schon lange eine Forderung von PRO BAHN, dass die Region Mittelhessen wieder bessere Anbindungen nach Nordrhein-Westfalen erhält. Dass man dann wieder umsteigefrei ins Ruhrgebiet kommt, ist ein Meilenstein in die richtige Richtung. Wenn es wieder Intercityverkehr im Lahn-Dill-Kreis gibt, steigert dies die Qualität als Wirtschaftsstandort und Wohmort Dass man heute vier Stunden unterwegs ist, um von Mittelhessen ins Ruhrgebiet im Nahverkehr mit Umstieg in Siegen zu kommen, das ist untragbar. Die Strecke Hagen-Siegen-Wetzlar-Frankfurt hat bereits heute einen Ausbaustandard, welcher in das Fernzugangebot eingebunden gehört. Die Alternative ist heute, den Umweg über Köln zu nehmen, um vom östlichen Ruhrgebiet ins Rhein-Main-Gebiet zu gelangen. Die Fahrt über die Schnellfahrstrecke Köln-Frankfurt ist mit höheren Fahrpreisen verbunden, wodurch der billigere Intercity über Siegen und Wetzlar eine Alternative ist und sicherlich auch gut genutzt wird. wenn er in einen integralen Taktfahrplan eingebunden ist.

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