Fahrgastverband PRO BAHN kritisiert die von reinen Partikularinteressen gelenkten, in weiten Teilen falschen Aussagen der Interessengruppe „BAHNANE“ zum Ausbau der Main-Weser-Bahn, die diese nur als „Ausbau der S 6“ betitelt.

Die S 6 auf dem Weg nach Friedberg an in die Jahre gekommenen, nicht behindertengerechten Bahnsteigen und mit schnelleren Zügen im Nacken auf gleichem Gleis.

Die S 6 auf dem Weg nach Friedberg an in die Jahre gekommenen, nicht behindertengerechten Bahnsteigen und mit schnelleren Zügen im Nacken auf gleichem Gleis.

Der PRO BAHN Landesverband Hessen sowie die Regionalverbände Großraum Frankfurt und Mittelhessen widersprechen der Behauptung der Interessengruppe “Bahnane“, es gebe keinen Bedarf für den Ausbau der Main-Weser-Bahn zwischen Frankfurt-West und Bad Vilbel bzw. Friedberg von zwei auf vier Gleise.

Als „vorsätzliche Falschberichterstattung“ bezeichnet der PRO BAHN Landesvorsitzende Thomas Kraft die einseitig und nur auf Partikularinteressen fixierte unlautere Meinungsmache. Die Interessengruppe „Bahnane“ gibt einseitige Presseerklärungen ab, so nur die Darstellung, dass es sich um einen „Ausbau der S 6“ handelt. Das ist nachweislich falsch, denn es handelt sich um einen Ausbau der gesamten Main-Weser-Bahn in diesem Abschnitt, auf dem neben der S-Bahn auf gleichem Gleis noch Regionalbahnen (RB), Stadtexpresszüge (SE), Regionalexpresszüge (RE) und Intercity-Züge (IC) verkehren.

Täglich pendeln viele tausend Menschen aus Nord- und Mittelhessen nach Frankfurt und andere Städte im Rhein-Main-Gebiet. Die Fahrzeit der Regional- und Fernzüge aus Richtung Gießen und Friedberg ist länger als nötig, weil sie regelmäßig auf S-Bahnen, die erst vor der Station Frankfurt-West auf die eigenen S-Bahn-Gleise wechseln, warten müssen. Die Main-Weser-Bahn ist auf diesem Abschnitt durch die von Glauburg-Stockheim und Nidderau auf Frankfurt zulaufenden Züge zusätzlich belastet. Umgekehrt stehen S-Bahnen einige Zeit auf den Ausweichgleisen, um die Regional-Express-Züge passieren zu lassen. Ein großes Einzugsgebiet von Frankfurt, der gesamte Wetteraukreis, hat mit der S6 keinen zuverlässigen Fahrplan, so der Landesvorsitzende Thomas Kraft.

Dass es nach dem Ausbau keine Kapazitätserweiterungen gebe, diese Aussage von „Bahnane“ ist auch wissentlich falsch. Der bisher alle zwei Stunden verkehrende Regional-Express Kassel-Gießen-Frankfurt soll künftig als „Hessen-Express HE 3“ stündlich verkehren. Zudem ist eine neue Intercity-Linie (IC) von Münster über Hagen, Siegen und Wetzlar nach Frankfurt geplant. Die kleineren Zwischenhalte der Main-Weser-Bahn brauchen in den Hauptverkehrszeiten dringend weitere Verbindungen in die Mainmetropole, die heute bei zwei Gleisen nicht möglich sind.

Auch für die geplante Haltestelle Ginnheim gibt es weiterhin Bedarf, die U-Bahn mit den Linien U1 und U9 hat Bahnsteige namens “Niddapark”, die man gut mit einem Bahnsteig der S-Bahn verbinden kann. Beide Verkehrsmittel, S-Bahn und U-Bahn werden dadurch aufgewertet.

Erhält die S-Bahn in Frankfurt keine eigenen Gleise, dann wird auch ein barrerefreier Ausbau so nicht möglich sein, damit man ohne Stufe in die S-Bahn-Züge einsteigen kann, da die anderen Züge allesamt einen niedrigeren Einstieg haben.

Für die Erhaltung des Naturerholungsgebietes an der Nidda ist es besser, wenn die Menschen, die aus Nord-, aus Mittelhessen und der Wetterau nach Frankfurt und das Rhein-Mein-Gebiet pendeln oder aus anderen Gründen unterwegs sind, mit der Eisenbahn fahren. Die Verlärmung und Luftverschmutzung hat in jüngster Zeit besonders seit dem Bau der neuen B 3 und den neuen Anschlüssen von der Autobahn A 661 zum Riedberg und nach Heddernheim erheblich zugenommen. Die A 5 hat mit der täglichen Verkehrsmenge die Kapazitätsgrenze mit den vorhandenen Fahrspuren erreicht. Mit dem viergleisigen Ausbau gehen eine ganze Reihe naturschutzrechtlicher Ausgleichsmaßnahmen einher.

Eine vorbeifahrende S-Bahn ersetzt etwa 1.000 vorbeifahrende Kraftfahrzeuge. Deshalb sind
Baumaßnahmen, die den Schienenverkehr flüssiger und attraktiver machen, notwendig und unbedingt zu fördern.

Wenn auf den Ausbau der Main-Weser-Bahn verzichtet würde, dann wäre damit zu rechnen, dass der Druck des Zuzugs auf die Mainmetropole weiter zunimmt und in großen Teilen Hessens der Bevölkerungsrückgang noch drastischere Formen annimmt. Die Menschen, für die die „Bürgerinitiative 2 statt 4 Niddatal“ nach ihrer Aussage eintritt, würden die ersten Leittragenden sein, weil sie durch noch weiter steigende Mieten ihre Wohnungen in Frankfurt nicht mehr bezahlen können. Die Bürgerinitiative verfolgt reine Partikularinteressen.

Der Fahrgastverband PRO BAHN warnt jedoch davor, dass je nach Ausführungsart der Planungen und späteren Ausnutzung einer viergleisigen Trasse, einige gewünschte Verbesserungen des Schienenverkehrs nicht zu erreichen sind. Es stehen längere Fahrzeiten der S-Bahn zwischen Friedberg und Frankfurt-West im Raum. Hier bedarf es bei der Planung der Schienenknoten Bad Vilbel und Friedberg einer optimierten Ausgestaltung, um an diesen Stellen nicht unnötige Zeitverluste herbeizuführen.

Mit einer viergleisigen Main-Weser-Bahn zwischen Friedberg und Frankfurt wird eine Region von 1 Million Menschen, welche in Mittelhessen leben, zukunftsfähig an das Schienennetz in Deutschland angeschlossen, so Thomas Kraft. Die Traktionen der heutigen Fahrten reichen vielfach nicht aus, zusätzliche Züge von Gießen nach Frankfurt können montags bis freitags nicht mehr auf die Strecke gebracht werden, obwohl eine deutliche Bedarfserweiterung indiziert ist. Die zukunftsfähige Ausrichtung der Regionen, hier Mittelhessen und Teile Nordhessens, muss im Blickpunkt der Gesamtbetrachtung stehen. So steht im Grundgesetz, dass überall in Deutschland gleiche Lebensverhältnisse zu gewährleisten sind. Aus diesem Grund kann nicht eine Region mit der Bevölkerungsgröße Kölns von der Zukunft abgehängt werden.

Der Fahrgastverband PRO BAHN ist erleichtert darüber, dass die Verfahrensschritte zum Ausbau der Main-Weser-Bahn soweit voran geschritten sind, dass die Abwägung von Bedenken, wie von der Interessengruppe gefordert, längst erfolgt sind. Nach der langen Verfahrensdauer und dem Verlauf der verschiedenen Einsprüche und Prozesse muss auch anerkannt werden, dass zuletzt verbindliche Entscheidungen getroffen werden, so der hessische Landesvorsitzende Thomas Kraft Fahrgastverband PRO BAHN.

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