Eckenheimer Landstraße in Frankfurt am Main weiterhin dicht – Barrierefreier Ausbau des oberirdischen Abschnitts der U-Bahn-Linie U 5 dauert an

Wer in den August-Tagen in Frankfurt sich im Nordend aufhielt und in der Eckenheimer Landstraße zwischen der Eschenheimer Anlage und der Nibelungen/Adickesallee einen Spaziergang unternommen hat, konnte seit Anfang April 2016 eine umfassende Baustelle wahrnehmen. Das seit Jahrzehnten erwünschte Vorhaben, die Stationen Musterschule und Glauburgstraße der U5 in einen barrierefreien/behindertengerechten Zustand zu versetzen, sollte endlich Wirklichkeit werden.

Dass es hier nicht innerhalb von 12 Tagen fertig sein kann, das konnte man am 14.08.2016 bereits ausmachen. Die künftige Haltestelle Musterschule in der Eckenheimer Landstraße als Momentaufnahme.

Dass es hier nicht innerhalb von 12 Tagen fertig sein kann, das konnte man am 14.08.2016 bereits ausmachen. Die künftige Haltestelle Musterschule in der Eckenheimer Landstraße als Momentaufnahme.


Ursprünglich sollte auch dieser Streckenabschnitt mal unter die Erde verlegt werden, dementsprechend ist die Rampe in der Eschenheimer Anlage auch nur in provisorischer Bauausführung erstellt worden. Die Finanzen der Stadt haben dies jedoch nicht zugelassen. Jahrzehntelang wurde dann gerungen, inwiefern eine oberirdische Lösung realisierbar erscheint. Insbesondere direkte Anwohner und Geschäftsleute befürchteten massive Nachteile, gerade wegen Sichtbehinderung und wegfallender Parkplätze.

Nun hatte man sich im Jahr 2015 endlich durchgerungen, die Haltestellen Musterschule und Glauburgstraße behindertengerecht auszubauen, womit man auch im Frühjahr 2016 begann. Die insgesamt vier Bahnsteige beider Haltestellen erhalten jedoch keine durchgängige Barrierefreiheit auf der gesamten Bahnsteiglänge. Lediglich der mittlere der künftig drei neuen U-Bahn-Wagen der U5 wird ohne Stufe begeh- bzw. befahrbar sein. Dazu wird es entsprechende Hinweise im laufenden Betrieb geben. Dies war wohl der Kompromiss, um überhaupt eine Barrierefreiheit herzustellen.

Hier kann man sehr gut erkennen, dass künftig nur der mittlere Teil der Stadtbahn-Traktion der barrierefreie Ausstieg möglich sein wird. Vorn und hinten ist weiterhin eine Stufe vorhanden.

Hier kann man sehr gut erkennen, dass künftig nur der mittlere Teil der Stadtbahn-Traktion der barrierefreie Ausstieg möglich sein wird. Vorn und hinten ist weiterhin eine Stufe vorhanden.

Seitens der Verantwortungsträger Stadt Frankfurt sowie Verkehrsgesellschaft Frankfurt (vgf) wollte man aber in jedem Fall den Linienweg der U5 durch die Eckenheimer Landstraße beibehalten, auch mit dem Ziel anstelle der seitherigen Künftig Hochflur-Triebwagen des Modells „U5 Bombardier Flexity“ einzusetzen. Bislang fahren auf der U5 die PtB-Triebwagen aus den 1970er Jahren, welche in umgebauter Variante sowohl für den Tunnelbetrieb als auch für den Straßenbahntrieb einsetzbar sind, um einen Einstieg ohne Bahnsteigkante zu ermöglichen. Nun erhält die U5 in ihrer Haltestellenausstattung auch im oberirdischen Abschnitt U-Bahn-Niveau. In einigen Jahren wird sie an ihrem westlichen Ende über den Hauptbahnhof hinaus in neue Europaviertel teilweise unterirdisch, teilweise oberirdisch, verlängert werden. Eine weitere Verlängerung ist am anderen Ende in Preungesheim bis zur S-Bahn-Station Frankfurter Berg geplant, um dort einen Umstieg in die S6 zu ermöglichen.

Ursprünglich war geplant, die neuen Haltestellenanlagen im Frankfurter Nordend (Musterschule, Glauburgstraße) zum Ende der Sommerferien am 27.08.2016 wieder zu eröffnen. Aus dem Termin wurde nichts.Was sich seit Frühjahr getan hat, das ist ein richtiges Abenteuer. Man fand an unerwarteten Stellen Ver- und Entsorgungsleitungen im Boden. Nun müssen diese erst erneuert und umgelegt werden. Wichtige Fertigbauteile der künftig deutlich höheren Bahnsteige wurden nicht vereinbarungsgemäß geliefert. Zudem entschloss man sich, noch doch die Schienenkreuzung an der Einmündung Eckenheimer Landstraße/Glauburgstraße zu erneuern. Hier geht eine zweigleisige Strecke ab, welche über die Glauburgstraße eine mit der Straßenbahnstrecke (Linien 12 und 18) in der parallel verlaufenden Friedberger Landstraße herstellt. Dies alles bedeutet Bauverzögerung. Nun soll die U5 erst wieder zum 10.10. durch die Eckenheimer Landstraße fahren.

Für die Fahrgäste bedeutet dies weitere Wochen des Umleitungsverkehrs. Es gibt für den stillgelegten Streckenabschnitt der U5 zwischen Konstablerwache und Marbachweg/Preungesheim einen Schienenersatzverkehr mit Bussen. Zudem ist es möglich, die rund 400 m parallel verlaufenden Straßenbahnen der Linien 12 und 18 zu nutzen sowie den im Anlagenring verkehrenden Bus der Linie 32. Es ist auf jeden Fall mit deutlichem Mehraufwand für die Fahrgäste verbunden.

Der Fahrgastverband PRO BAHN fragt in dem Gesamtzusammenhang natürlich: „Wäre dies nicht vorhersehbar und besser planbar gewesen?“ Die Zeitverzögerung vom 27.08. bis 10.10. ist doch beträchtlich und es wäre wünschenswert, dass bei anderen Um- und Ausbauvorhaben im Schienennetz der Stadt Frankfurt eine bessere Zeitplanung im Vorfeld greifen würde.

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