Lumdatalbahn – Initiativen und Verbände kritisieren kollektiv die rückwärtsgewandten Gedanken der lokalen CDU

Nach Veröffentlichung des CDU-Ortsverbandes Allendorf (Lumda) mit der Zurückweisung und Tatsachenverdrehung zur Lumdatalbahn hagelt es Kritik an negativer Einstellung zur Reaktivierung der Lumdatalbahn – breiter gesellschaftlicher Konsens pro Reaktivierung ist hingegen feststellbar.

Ein VT 628 auf der Lumdatalbahn an einem Bahnübergang bei Mainzlar. (Bild: Lumdatalbahn e.V.)

Ein VT 628 auf der Lumdatalbahn an einem Bahnübergang bei Mainzlar. (Bild: Lumdatalbahn e.V.)

Als verfehlte und rückwärts gewandte Politik aus der Mottenkiste der 1970er Jahre bezeichnen mehrere Vereinigungen die Verlautbarungen der CDU Allendorf (Lumda) gegen die Reaktivierung der Lumdatalbahn. Laut dem PRO BAHN Regionalverband Mittelhessen, dem VCD Kreisverband Gießen und dem Deutschen Bahnkundenverband mit seinem Mitgliedsverein Lumdatalbahn e.V. zeigen die Christdemokraten in Allendorf ein völlig veraltetes verkehrspolitisches Bewusstsein.

Es gibt zahlreiche Beispiele in anderen Bundesländern, wie alte Bahnstrecken auch in ländlichen Regionen für den Personenverkehr reaktiviert werden konnten. Die Personen sind nicht ohne weiteres bereit, in langsam fahrende Linienbusse einzusteigen, welche gerade im östlichen Landkreis Gießen durch Umwegfahrten mit zahlreichen Haltestellen eine enorme Zeit in Anspruch nehmen. Sobald wieder ein Zug fährt ist festzustellen, dass sich die Menschen umstellen, um z.B. zur Arbeitsstelle zu kommen. Verdoppelungen von Nutzerzahlen von vormals Bus auf die Zukunft Bahn zeigen offen, welche Prioritäten die Menschen setzen.

Die CDU will nicht erkennen oder akzeptieren, dass das Gutachten pro Lumdatalbahn auch den Bus für die Feinerschließung zulässt. Die Lumdatalbahn wird weder jeden Gewerbestandort noch jede Arztpraxis erschließen, sie schafft aber neue Verbindungen in einer bis jetzt nicht gekannten Qualität. Von Allendorf zur Uni nach Gießen oder zu den hochwertigen Arbeitsplätzen im Rhein-Main-Gebiet in konkurrenzfähigen Fahrtzeiten, das schafft innerhalb des Systems ÖPNV nur die Bahn und nicht der Bus. Die Lumdatalbahn bietet ein enormes Potential, dies zeigen Gutachten und Bewertungen von fachlicher Seite in verschiedenster Weise. Außerdem kann man nicht von der Stärkung der Ortszentren sprechen und dann ausschließlich die Gewerbeansiedlung weit draußen forcieren.

Die Aussagen der CDU Allendorf sind nur Nebelkerzen ohne jedweden Beleg einer belastbaren Grundlage. Die Parteigliederung mahnt fehlende konkrete Zahlen als Entscheidungsgrundlage an, meint aber schon jetzt die Lumdatalbahn wegen angeblich zu hoher Kosten für alle Zeiten abschreiben zu müssen. Das ist unlogisch für die Vereins- und Verbandsvertreter des Bündnisses pro Lumdatalbahn. Sie empfehlen der Allendorfer CDU eine Exkursion in verschiedene christdemokratisch regierte Kommunen und Landkreise anderer Bundesländer, welche erkannt haben, dass die Zukunft nicht vorrangig dem individuellen Auto gehört. Die Allendorfer Christdemokraten blasen leider in das gleiche Horn wie der ehemalige Regierungspräsident Schmied mit seinem fehlerhaften Bericht vor gut zwei Jahren, als er von „Bahnbussen im Lumdatal“ sprach. Bahnbusse gibt es seit 1994 nicht mehr.

Der Fahrgastverband PRO BAHN: „Manche Christdemokraten leben in der Vergangenheit, denken das Leben werde auch für künftige Generationen so wie in den letzten sieben Jahrzehnten weiterlaufen. Der Klimawandel, die zunehmende Umweltbelastung, Rohstoffknappheit, das sind alles Stichworte, die dazu führen, dass man Streckenreaktivierungen unbedingt forcieren muss. Hessen hinkt bei dem Thema deutlich hinterher, andere Bundesländer, auch christdemokratisch regiert, haben hier die 5-6-fache Leistung vorgelegt“.

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