Main-Weser-Bahn: Starke Schwierigkeiten im Baustellen- und Umleitungsverkehr während der Osterferien 2018

Nicht so ganz positiv wie die Bilanz der S-Bahn-Tunnelsperrung in Frankfurt fällt im Rückblick auf die Osterferien der Baustellen- und Umleitungsverkehr auf der Main-Weser-Bahn aus.

Der viergleisige Ausbau der Main-Weser-Bahn hat begonnen. Im Bild links ist das Baufeld, wo nun zwei weitere Gleise für den Durchgangsverkehr angebaut werden. Ein Doppelstock-Zug der Linie RE 30 (Frankfurt-Gießen-Marburg-Kassel) ist gerade auf dem Weg Richtung Norden.

Der viergleisige Ausbau der Main-Weser-Bahn hat begonnen. Im Bild links ist das Baufeld, wo nun zwei weitere Gleise für den Durchgangsverkehr angebaut werden. Ein Doppelstock-Zug der Linie RE 30 (Frankfurt-Gießen-Marburg-Kassel) ist gerade auf dem Weg Richtung Norden.

Wie ist die Ausgangssituation? Die zahlreichen Nutzerinnen und Nutzer der Strecke, so z.B. aus dem Wetteraukreis und der Region Gießen-Marburg-Wetzlar mit ihren mittelhessischen Landkreisen müssen sich für die nächsten Jahre, voraussichtlich bis 2028 auf derartigen Baustellen- und Umleitungsverkehr gewöhnen müssen, denn die Strecke soll zwischen Frankfurt (Main)-West und Friedberg von zwei auf vier Gleise erweitert werden, um die S-Bahn (S 6) auf eigenen Gleisen fahren zu lassen und damit den Regionalzugverkehr deutlich zu optimieren.

Was war nun in den Osterferien los? Die Verstärkerfahrten des Berufsverkehrs wurden allesamt nicht angeboten. Die Linien des Mittelhessen-Express (RB 40 und RB 41) wurden von Friedberg ausgehend, in beide Richtungen über Nidderau und Hanau Hbf. sowie die nordmainische Strecke über Frankfurt-Ost, Frankfurt-Süd nach Frankfurt-Stadion umgeleitet. Diese Verbindung lief, wenn es denn nicht Verwerfungen im Fahrplan von Hanau (Strecken von Fulda und Aschaffenburg kommend) gegeben hätte.

Jedoch hat man die Strecke zwischen Bad Vilbel und Frankfurt nicht komplett gesperrt, sondern hat die Regionalexpresslinien auf eingleisigem Verkehr durch die Baustelle hindurch geleitet. Genau hier setzt unser Kritikpunkt an. Dass die RE-Linien RE 30 (Kassel Hbf./DB Regio) sowie RE 99 (Siegen Hbf./HLB) und RE 98 (Kassel Hbf./HLB) durch die störungsanfällige Baustelle fuhren, hatten fast alle RE eine deutliche Verspätung von 30 bis 60 Minuten. Nicht nur dass die für die gesamte Region wichtigsten Linien, welche im Normalfahrplan auch Umsteigezeiten mit Taktfahrplan und durchgängiger Reisekette angeboten haben, in sich selbst ihre Verwürfe hatten, nein es hatte auch Auswirkungen in den Knoten Gießen und Marburg mit Anschlüssen an die RB 46 (Lahn-Kinzig-Bahn), RB 45 (Vogelsbergbahn), RB 94 (Obere Lahntalbahn) und RB 42 (Burgwaldbahn). Betroffen sind aber auch in andere Bundesländer hineinragende Strecken.

Zeitweise trat das Fiasko auf, dass die Züge der RE 30, RE 98 und RE 99 ihre Ziele in Kassel-Wilhelmshöhe, Kassel Hbf. und Siegen Hbf. überhaupt nicht erreicht haben. Aufgrund der „Verspätung aus vorheriger Fahrt“ hat man die Züge einfach im Verlauf der Strecke (z.B. Stadtallendorf, Treysa) umkehren lassen. An einem wichtigsten Tage des Jahres war auf diese Weise sogar die letzte Fahrt (22:29 Uhr bzw. 22:10 Uhr) von Kassel nach Marburg und Gießen, bzw. Frankfurt, in Kassel-Wilhelmshöhe als Komplettausbau gebucht. Die Fahrgäste aus den ICE aus Bremen, Hamburg, Berlin usw. waren „gestrandet“. Letztlich bedeutete das, alle strömten auf den letzten ICE nach Frankfurt, um von dort aus Mittelhessen anzusteuern. Dies waren nicht nur Fahrgäste mit Fernzugtickets, sondern auch mit Hessentickets und diversen anderen Nahverkehrsfahrkarten unterwegs. Nachvollziehbar unter den Umständen, dass man ansonsten unvorbereitet über Nacht in Kassel hätte bleiben müssen.

Alles in allem konnte man mit dem Ersatzkonzept nicht glänzen. Hier wäre ein Stab aus mehreren Verbänden, so wie dieser an anderer Stelle auch funktioniert, sehr sehr sinnvoll. Das Verfahren ist seitens des Eigentümers Deutsche Bahn für die nächste Baustelle deutlich zu optimieren.

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