Eröffnung des umgebauten Bahnhofs in Wetzlar – PRO BAHN sagt: Für das aktuelle Zugaufkommen in Ausstattung, Funktionalität und Optik gelungen – jedoch Ausbau und nennenswerte Kapazitätserweiterung unmöglich

Eröffnung Bahnhof Wetzlar 2013

Eröffnung des Bahnhofs Wetzlar, im Hintergrund das Dach über dem Gleisdurchgang. Von links: H. Semler (Baustadtrat Wetzlar), H.J. Irmer (Landtagsabgeordneter), K.P. Güttler (Geschäftsführer Rhein-Main-Verkehrsverbund), F. Rentsch (Verkehrsminister Hessen), W. Dette (Oberbürgermeister Wetzlar), M. Öztürk (Landtagsabgeordnete),
S. Kosinsky (Deutsche Bahn), M. Büger (MdL), U. Volk (Stadtverordnetenvorsteher Wetzlar), M. Wagner (Bürgermeister Wetzlar), N. Kortlüke (Umweltstadtrat Wetzlar), M. A. Roll (Planungsbüro), Foto T. Kraft

PRO BAHN hält den Umbau des Wetzlarer Bahnhofs für das aktuelle Personenzugaufkommen für gelungen, der Landesvorsitzende PRO BAHN Hessen, sagten Thomas Kraft und Landesvorstandsmitglied Werner Filzinger am Rande der Feierlichkeiten zur Eröffnung des neuen Bahnhofs gegenüber Vertretern des Hessischen Rundfunks und der Lokalpresse. Die optische Gestaltung ist ansprechend, notwendige Einrichtungen wie Fahrkartenautomaten, Fahrradabstellplätze, Fahrplanaushänge und kurze Wege zum neu gestalteten Busbahnhof haben Wetzlar im Ranking unter den Bahnhöfen stark nach oben gestiegen. Besonders zu begrüßen ist das neue Angebot eines Kiosk. Viele Jahre lang gab es keine direkte Einkaufsmöglichkeit für den schnellen Einkauf, z.B. ein belegtes Brötchen für die Zugfahrt.

Der Bahnhof Wetzlar ist jedoch nur für das aktuelle Aufkommen ausgelegt. Sehr bedauerlich ist, dass die Fläche der früheren Gleise 1 und 2 zum großen Teil für den Busbahnhof zum Opfer gefallen sind. Das bedeutet, dass gerade auf der Lahntalbahn keine weitreichende Fahrplanaufstockung mehr möglich sein wird. Züge können nicht mehr über eine längere Zeit bereitgestellt werden, da es sich nur noch um Durchgangsgleise handelt. Auch wenn man bei dem bisherigen Fahrplanangebot die Gleise 1 und 2 nicht braucht, so wäre es dringend geboten gewesen, entsprechende Freiflächen zu belassen, so dass ein künftiger Kapazitätsausbau des Bahnhofs Wetzlar noch möglich wäre. Wetzlar hat im Moment keinen Fernverkehr. Wenn Intercity z.B. über Wetzlar nach Nordrhein-Westfalen, kann es schnell zu Kapazitäten mit dem Schienennahverkehr kommen, denen in Wetzlar nicht mehr Rechnung getragen werden kann.

Die Lahntalbahn muss aber aus dem touristischen Nebenstreckendasein heraus, wenn man die Region um Wetzlar und Weilburg weiterentwickeln möchte. Bedenklich auch die deutliche Kürzung der Bahnsteige für die Gleise 3 und 4. Mit aktuellem Wagenmaterial sind sie zwar lang genug. Nur lokgespannte Züge mit Waggons, da wird der Bahnsteig schnell zu kurz.

Sehr positiv ist die Entwicklung der Bahnhof-Nordseite, für die die Stadt Wetzlar verantwortlich ist. Neben breiter Treppe und funktionaler Rampe befinden sich auf der Nordseite die Pendlerparkplätze. Damit ist der Stadtbezirk Niedergirmes direkt an den Bahnhof angebunden. Dass an den nördlichen und südlichen Ausgängen anstelle von Aufzügen Rampen zur Barrierefreiheit gebaut wurden zeigt die Weitsichtigkeit, da Aufzüge oft durch Vandalismus und witterungsbedingte Schäden außer Betrieb sind.

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