PRO BAHN Hessen kritisiert Mittelkürzung für die Verbraucherzentrale Hessen durch das Land

Es droht die Schließung von drei der sieben Beratungsstellen

Die Landesregierung plant die Kürzung der Zuschüsse für den Verbraucherschutz um 600.000 € jährlich und dies schon ab dem aktuellen Haushalt 2025. Diese massive Kürzung kann die Verbraucherzentrale Hessen nicht so ohne Weiteres kompensieren und muss, wenn es bei der Reduzierung bleibt, drei der sieben Beratungsstellen schließen. Ein heftiger Schlag, denn die Beratungsstellen Wiesbaden, Darmstadt und Gießen stehen vor dem aus. Es würden noch die Beratungsstellen Kassel, Fulda, Frankfurt und Rüsselsheim verbleiben, bei diesen sollen die Öffnungszeiten eingeschränkt werden.

Der PRO BAHN Landesverband Hessen, selbst gemeinnütziger Verbraucherverband und Mitglied bei der Verbraucherzentrale Hessen, übt sehr deutliche Kritik an den Kürzungsplänen der Hessischen Landesregierung. Es offenbare sich, dass die Landesregierung für Hessen keine Konzepte hat, wie man das Finanzproblem der öffentlichen Hand auf Landes- und Kommunalebene wirklich lösen wolle. Das beweise man nun auch bei dem Verbraucherschutz. Angesichts des weithin viel undurchsichtigeren Internethandels, von immer knapperen Ressourcen stehen die Menschen, welche sie nach Verkauf und Vertragsabschluss erlebten, immer öfter mit ihren Problemen vor quasi unüberwindbaren Herausforderungen.

Keine der sieben Beratungsstellen sei überflüssig, im Gegenteil. Die 100.000 Fälle sind es, mit denen sich die Bürgerinnen und Bürger im Jahr 2025 in Hessen an die Verbraucherzentrale haben, noch einmal 10% mehr als ein Jahr zuvor. Besonders hart würde es Mittelhessen treffen, wo dann auf weiten Distanzen keine Beratungsstelle mehr vorhanden sei. Die Wahrheit sei, so die Verbraucher-zentrale Hessen, dass selbst mit den 600.000 € kein auskömmlicher Betrieb möglich sei. 10% der Vollzeitstellen müssten gestrichen werden.

Der PRO BAHN Landesverband Hessen fordert die Hessische Landesregierung und den Hessischen Landtag auf, die Kürzungspläne für den Verbraucherschutz umgehend zurückzunehmen. Man solidarisiere sich mit der Verbraucherzentrale. Die Landespolitik sei gefordert, das Einnahmeproblem der öffentlichen Hand endlich anzugehen. Der Staat verzichte seit Jahrzehnten auf Einnahmen, nur weil Mehrheiten in den Parlamenten nicht gegeben seien, um das Steuersystem gerechter zu gestalten, so dass starke Schultern mehr tragen müssen. Die Lösung könne nicht sein, dass stets Daseinsvorsorge, Infrastruktur und wichtige Einrichtungen für die Menschen immer mehr zurückgebaut werden. Nun sei ein aktuelles Opfer der Verbraucherschutz. Dies könne nicht so weitergehen.
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Werner Filzinger, Landesvorstandsmitglied und Fachreferent Verbraucherschutz
Thomas Kraft, Landesvorsitzender

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