PRO BAHN Hessen überrascht über Fehler mit massiven Auswirkungen für Fahrgäste
Sehr überrascht zeigt sich der PRO BAHN Landesverband Hessen, dass sich eine Veränderung in der Fahrgastinformation seit dem 14.12.2025 ausschließlich als Eingabefehler herausstellt. Dieser Eingabefehler verursacht bei regelmäßigen wie unbedarften Fahrgästen für deutliche Verwirrung.
Seit fast 20 Jahren verkehren die Züge des „Mittelhessen-Express“ nach dem gleichen System. Ein zunächst ab Frankfurt (Main) Hbf mit zwei Teilen gekoppelter Zug fährt zunächst als RE-System bis Gießen, hält unterwegs lediglich in Frankfurt (Main) West, Friedberg, Bad Nauheim und Butzbach. In Gießen wird der Zug geteilt und hält im weiteren Verlauf an allen Unterwegsstationen. Der eine Teil fährt als RB40 über Wetzlar und Herborn bis Dillenburg, der andere Teil als RB41 bis Marburg, die meisten Züge jedoch bis Kirchhain, einige Fahrten darüber hinaus über Stadtallendorf nach Treysa.
Es gab immer mal wieder, insbesondere nach Fahrplanwechseln oder nach Sperrpausen aufgrund längerer Baustellen wie dem viergleisigen Ausbau zwischen Frankfurt und Bad Vilbel anschließend Schwierigkeiten, die Einstellungen in der Fahrgastinformation wieder auf die zufriedenstellende Variante zurückzustellen. Was sich nun seit dem 14.12.2025 ergeben hat, stiftet völlige Verwirrung. In dem Abschnitt zwischen Frankfurt (Main) Hbf und Gießen werden die Zugverbindungen der RB40 und RB41 so angezeigt, als wenn sie nur noch bis Gießen fahren. Zwar steht auf den stationären Anzeigern eine Laufzeile oben mit kleiner schnell laufender Schrift der weitere Fahrtverlauf. Hier kann man jedoch immer nur Teilsegmente des gesamten durchlaufenden Hinweises spontan lesen. Dies ist insbesondere für sehbehinderte Menschen und Personen mit anderen Einschränkungen nicht wahrnehmbar. Auf den größeren Anzeigentafeln in den Haupthallen der Bahnhöfe steht dieser Hinweis nicht, dort steht nur Gießen.
Das Problem stellt sich auch für die umgekehrte Fahrtrichtung. Die Züge starten in Dillenburg (RB40), Treysa, Kirchhain oder Marburg (RB41). An den blauen stationären Anzeigern in Wetzlar und Marburg steht als Zielbahnhof Gießen und nur in der kleinen Laufzeile steht, dass der Zug weiter nach Frankfurt fährt. Diese läuft jedoch so schnell durch, dass sie in der Bahnhofshektik, insbesondere in Frankfurt, nicht wahrgenommen wird.
Bis vor kurzem war auch das Display an den Nahverkehrstriebwagen entsprechend eingestellt. Außen wie innen stand es so, als wenn der Zug nur bis Gießen fährt. In Gießen fuhren die Züge aus Frankfurt, Dillenburg und Marburg kommend ein und hatten auf der Anzeige stehen „Bitte nicht einsteigen“ bzw. „Der Zug endet hier“.
Seit dem Fahrplanwechsel haben die Abschnitte Frankfurt-Gießen und Gießen-Frankfurt jeweils eigene Fahrtnummern für jede einzelne Fahrt. Diese sind unabhängig von der übrigen Strecke. Die Abschnitte Gießen-Marburg/Kirchhain/Treysa einerseits und die Gießen-Wetzlar-Dillenburg andererseits haben davon unabhängige Nummern für jede Fahrt. Früher waren die Fahrten durchgängig von Frankfurt bis Dillenburg bzw. Frankfurt bis Marburg/Treysa nummeriert. Diese Fahrtnummern sind unabhängig von den jeweiligen Liniennummern.
Aus Fahrgastsicht ist die einzelne Fahrtnummerierung egal. Wichtig sind eindeutige Informationen, wohin der Zug wirklich fährt. Das ist aktuell nicht gegeben. Die Verwirrung wird umso größer, als dass es seit Ende 2024 eine weitere RB-Linie auf der Main-Weser-Bahn gibt, welche Ende 2025 auf einen 60-Minuten-Takt verstärkt wurde. Die Linie RB37 verkehrt wirklich nur zwischen Frankfurt und Gießen und nimmt zwischen Friedberg und Gießen alle Unterwegshalte mit, während die RB40 und RB41 in dem Abschnitt nur in Bad Nauheim und Butzbach halten.
Das Problem in den Zügen und Nahverkehrstriebwagen scheint inzwischen behoben zu sein. Dort steht inzwischen wieder Dillenburg, Marburg, Kirchhain und Treysa sowie Frankfurt (Main) Hbf in die andere Richtung.
Zwischenzeitlich hat sich auch die Hessische Landesbahn gemeldet. Sie spricht offen von einer Panne bei der Dateneingabe. Das ist wenigstens ehrlich und Ehrlichkeit zeichnet sich meistens aus. Man möchte die Datenpanne so schnell als möglich beheben. Nach der Veränderung ist jedoch vor der Veränderung. Die Generalsanierungen der nächsten Jahre, bei welchen mehrere parallel führende Strecken nacheinander für einige Monate gesperrt werden, müssen Züge über die Main-Weser-Bahn und die Dillstrecke umgeleitet werden, wodurch Bestandszüge auf der Main-Weser-Bahn herausgenommen werden müssen. Man darf gespannt sein, was dann bei diesen Datenkorrekturen vielleicht an Pannen in der Fahrgastinformation passieren. Es bleibt zu hoffen, dass mal keine Fehler in der Dateneingabe passieren.
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Thomas Kraft, Landesvorsitzender
Klaus Zecher, Stellv. Landesvorsitzender







