Stellwerkschaden legt Teile des S-Bahn-Verkehrs im Rhein-Main-Gebiet lahm – PRO BAHN fordert schnelle Stabilisierung

Der beschädigte Stellwerksbereich rund um den Frankfurter Hauptbahnhof sorgt aktuell für massive Einschränkungen im S-Bahnverkehr des Rhein-Main-Gebiets. Betroffen sind insbesondere die Linien S1, S2, S5, S8 und S9. Nach Angaben der Deutschen Bahn werden die Einschränkungen voraussichtlich noch bis Freitag andauern.

Für tausende Pendlerinnen und Pendler bedeutet dies erneut erhebliche Probleme im täglichen Berufs- und Ausbildungsverkehr. Zugausfälle, ausgedünnte Takte, fehlende Anschlüsse und überfüllte Bahnsteige prägen derzeit die Situation im gesamten Rhein-Main-Gebiet.

Hinzu kommt, dass mit dem bevorstehenden Feiertag und dem verlängerten Wochenende zusätzlich viele Freizeit- und Fernreisende auf die betroffenen Strecken angewiesen sein werden. Gerade die Flughafenanbindung sowie die wichtigen Achsen zwischen Wiesbaden, Frankfurt, Offenbach und Hanau dürften dadurch zusätzlich belastet werden.

Dr. Barbara Grassel, Vorsitzende des PRO BAHN Regionalverbands Frankfurt/Rhein-Main, erklärt:
„Die aktuellen Einschränkungen zeigen erneut, wie empfindlich und überlastet das gesamte S-Bahn-System im Rhein-Main-Gebiet inzwischen geworden ist. Wenn ein einzelner technischer Schaden derart weitreichende Folgen über mehrere Tage auslöst, zeigt das deutlich den Handlungsbedarf bei Infrastruktur, Redundanzen und Krisenmanagement.“

Besonders kritisch sieht PRO BAHN die Auswirkungen auf den Berufs-, Pendler- und Reiseverkehr rund um Frankfurt. Viele Fahrgäste müssten derzeit deutlich längere Reisezeiten, überfüllte Züge und unzuverlässige Anschlüsse in Kauf nehmen. Völlig unverständlich ist zudem, dass die Fahrgastinformationen am Bahnsteig, in der RMVgo-App und im DB-Navigator teilweise widersprüchlich und unzureichend waren. Fahrgäste wurden mit unterschiedlichen Angaben zu Halten, Zugläufen und Ersatzverbindungen konfrontiert. Teilweise wurden Züge angezeigt, die nicht kamen, während andere Züge kurzfristig einfuhren, ohne zuvor korrekt angekündigt worden zu sein. Erst durch Durchsagen im Zug erfuhren Fahrgäste teilweise den tatsächlichen Laufweg. Gerade in einer solchen Störungslage braucht es aber schnelle, verlässliche und einheitliche Informationen über alle Kanäle hinweg

Klaus Zecher, stellvertretender Landesvorsitzender von PRO BAHN Hessen, fordert deshalb eine bessere Vorbereitung auf solche Störungsfälle:
„Fahrgäste brauchen in solchen Situationen vor allem schnelle, verständliche und verlässliche Informationen. Gleichzeitig muss das System widerstandsfähiger werden. Gerade im hochbelasteten Rhein-Main-Gebiet darf der Ausfall einzelner Anlagen nicht tagelang große Teile des Netzes massiv beeinträchtigen – insbesondere nicht vor einem langen Feiertagswochenende mit zusätzlich hohem Reiseaufkommen.“

PRO BAHN Hessen begrüßt ausdrücklich die laufenden Reparaturarbeiten, fordert aber zugleich zusätzliche Maßnahmen zur Stabilisierung des Betriebs. Dazu zählen aus Sicht des Fahrgastverbands insbesondere bessere Ausweichkonzepte, zusätzliche Reserven im Netz sowie eine stärkere Priorisierung der Betriebsstabilität bei zukünftigen Infrastrukturmaßnahmen.

„Die Menschen im Rhein-Main-Gebiet sind auf einen funktionierenden öffentlichen Verkehr und auf rechtzeitige und korrekte Fahrgastinformationen angewiesen. Solche Situationen dürfen nicht zum neuen Normalzustand werden“, so Grassel abschließend.
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Klaus Zecher und Dr. Barbara Grassel

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