Auch der Bundesverbandstag (BVT) 2015 positioniert sich zum Fernbus und versteht sich als Interessenvertretung aller Fahrgäste, ob Bahn (Fernverkehr, Nahverkehr), ÖPNV oder Fernbus.

Arbeitsgruppe Fernbus sowie die Landesverbände Berlin/Brandenburg, Schleswig-Holstein/Hamburg, Hessen und Rheinland-Pfalz/Saarland setzen Zeichen beim höchsten PRO BAHN-Gremium

Über den Fernbus und seine willkürliche eigenwirtschaftliche Betriebsweise haben wir in voran gegangenen Berichten einiges geschrieben. Nun hat nach dem Bundesausschuss am 18.01.2015 nun auch der BVT am 14.03.2015 eindeutig Position bezogen. PRO BAHN steht hinter den Fahrgästen des Fernbus. Öffentliche Verkehrsmittel sind immer besser als mehr und mehr private PKW auf unseren Straßen. Während die Fahrgäste bei der Bahn deutlich wissen, wie sie bei Nichteinhaltung der Leistung ihre Rechte geltend machen können, sind beim Fernbus keinerlei grundsätzliche Regeln zu finden. Es liegt allein im Ermessen des Unternehmens, hier Zugeständnisse an die Fahrgäste zu machen.

Frankfurt Hbf. Südseite Mannheimer Str. - hier halten in der Mainmetropole die Fernbusse.

Frankfurt Hbf. Südseite Mannheimer Str. – hier halten in der Mainmetropole die Fernbusse.

Hier jedoch nochmals die Stichworte der Resolution Fernbus, so wie sie beim BVT 2015 beschlossen wurde:

Der Fahrgastverband PRO BAHN fordert:

a) gleiche Regeln und gleiche Wettbewerbsbedingungen für die öffentlichen
Fernverkehrsmittel in Deutschland und damit neue Rechtsgrundlagen für den
Fernbus,

b) flächendeckende Einführung von Maut und Stationspreisen für Fernbusse,

c) gleiche Fahrgastrechte im Fernbus wie bei der Eisenbahn, so z.B. bei
Ticketrückgabe, Entschädigung bei Verspätungen, etc.,

d) einheitliche und stufige Bezeichnungen für Fernbushalteanlagen,

e) gleiche Informationssysteme für die Fahrgäste im Fernbussystem so wie
es bei der Bahn Pflicht sind , z.B. Pflicht zur Aufstellung einer
Dynamischen Fahrgastinformation an „allen“ Fernbushalteanlagen,

f) angemessene Arbeitsbedingungen für das gesamte Personal der Fernbusse,
d.h. tarifvertragliche Bindungen (ang. Lohntarifvertrag, u. Manteltarifvertrag),

g) die Bundesregierung dringend auf, unverzüglich eine Fachkonferenz aller
Beteiligten, d.h. einschließlich der Fahrgastverbände und Gewerkschaften,
einzuberufen.

Dies sind alles Kernforderungen, welche eigentlich eine Selbstverständlichkeit sind. Was ergeht nun aus dem Beschluss der Delegierten des BVT vom 14.03.2015? Auch hierzu gibt es Handlungsaufträge und Kernaussagen:

Es bedarf einer Fachkonferenz, um dort über die Zukunft im Fernverkehrssektor zu sprechen, damit faire Regelungen für alle Marktteilnehmer auf den Weg gebracht werden können.

Der Fahrgastverband PRO BAHN will mit diesem öffentlichen Aufruf endlich Bewegung in das Thema bringen, die Verantwortungsträger im Bund und in den Ländern, in der Politik, der Wirtschaft und der Fachebene müssen in den nächsten Monaten zu einem runden Tisch zusammenkommen.

Der Fahrgastverband PRO BAHN ist als Fachverband zur Diskussion am runden Tisch bereit.

Dem Verkehrsmittel, für welches seit vielen Legislaturperioden fast alle politischen Parteien in ihren Bundestagswahlprogrammen stehen haben – den Ausbau und die Stärkung des Systems Eisenbahn – ihm wurde bislang nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt, ihm wird seit Januar 2013 zusätzlich Konkurrenz gemacht. Wettbewerb kann an manchen Stellen nützlich sein aber der Eisenbahn wird in weiten Teilen die Existenzgrundlage entzogen. Sie sieht sich selbst zwar starker und teilweise auch erforderlicher Regulierungen gegenüber, auf der anderen Seite kann ein Marktradikalismus, nämlich der Fernbus, beinahe tun und lassen was er möchte. Es muss gehandelt werden, bevor es zu spät ist und schwindende Fahrgeldeinnahmen den Betrieb von Bahnlinien trotz staatlicher Zuwendung unmöglich machen. Wir dürfen nicht in die Situation anderer europäischer und außereuropäischer Staaten kommen, in denen es kaum noch Bahnverkehr aber dafür ein nicht überschaubares Angebot von Fernbusverkehr gibt, der sich nur am Markt und an Renditen orientiert. So werden viele Regionen letztlich überhaupt nicht mehr bedient.

„Endlich handeln, endlich ein runder Tisch zum Thema Eisenbahn und Fernbus für ganz Deutschland und in den Bundesländern“.

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