PRO BAHN Nordhessen unterstützt Forderung nach zeitnahem Ausbau des Bahnhofs Treysa

Der Bahnhof der 19.000-Einwohner-Stadt Schwalmstadt hat als Knotenpunkt des südlichen Schwalm-Eder-Kreises eine zeitgemäße und barrierefreie Verkehrsstation mehr als verdient. PRO BAHN schreibt Brief an die Deutsche Bahn zum Thema.

Es läuft einiges schief in Sachen Ausbau von Verkehrsstationen in Hessen. Alle paar Jahre werden von Politik, der Deutschen Bahn und Verkehrsunternehmen Listen veröffentlicht, welche Stationen man beabsichtigt, in diversen Zeiträumen auszubauen. Man darf an der Stelle nicht unerwähnt lassen, dass auch Bahnhöfe/Stationen in Hessen in den vergangenen Jahren ausgebaut wurden, dies mehr oder weniger optimal. Nur gibt es noch eine lange Liste und diverse Zeitachsen sind meist nicht eingehalten worden. So auch im Fall von Treysa.

Der Bahnhof Treysa. Auf Gleis 2 ein Doppelstockzug der Linie RE 30 von Frankfurt über Gießen und Marburg nach Kassel sowie auf Gleis 3 ein Mittelhessen-Express an seiner Endstation. Auf dem Bild rechts ist das Gleis 1 und das Empfangsgebäude.

Der Bahnhof Treysa. Auf Gleis 2 ein Doppelstockzug der Linie RE 30 von Frankfurt über Gießen und Marburg nach Kassel sowie auf Gleis 3 ein Mittelhessen-Express an seiner Endstation. Auf dem Bild rechts ist das Gleis 1 und das Empfangsgebäude.

Vor vielen Jahren gab es bereits einen Bericht über einen Rollstuhlfahrer aus Treysa, der um nach Kassel zu kommen, nicht den Bahnsteig erreichen kann, weil es in Treysa weder Aufzüge noch Rampen gibt. Stattdessen fahre er zunächst ab Gleis 1 (Hausbahnsteig) zunächst von Treysa bis ins 10 km südlich gelegene Neustadt, wo ein Mittelbahnsteig besteht, um dort auf den Gegenzug zu warten, um nach Norden, an Treysa vorbei, bis nach Kassel, z.B, zum Arzt, zu fahren. Ob dieser schwerbehinderte Mitbürger heute noch lebt, ist nicht bekannt.

Dass dieser nicht hinnehmbare Zustand nicht noch Jahre so bleiben kann, dies unterstreicht der PRO BAHN Regionalverband Nordhessen und unterstützt die Initiative, welche sich für den schnellen Ausbau des Bahnhofs Treysa einsetzt und am Donnerstag (14.07.2016) zu einer Demonstration vor dem Rathaus von Schwalmstadt aufgerufen. Die HNA berichtete darüber:


HNA-Bericht vom 15.07.2016 zum Ausbau des Bahnhofs Treysa.

Barrierefreiheit sei maßgeblich und für den öffentlichen Raum inzwischen vorgeschrieben. Umso mehr fordert PRO BAHN dazu auf, endlich das Blockadedenken aufzugeben und den ÖPNV in weiten Teilen als freiwillige Leistung anzusehen, wodurch Investitionen in den Haushalten vielfach erst nachrangig behandelt werden.

Fakt sei, dass es sowohl eine bauleitplanerische Absicherung für den Ausbau des Bahnhofs Treysa gebe als auch eine komplette, gut durchdachte Gesamtplanung. Für beide neu zu bauende Mittelbahnsteige gebe es dann Rampen zur barrierefreien Zuwegung. Man sei auch erfreut, so der PRO BAHN-Landesvorsitzende Thomas Kraft, dass die komplette Bahnanlage erhalten bzw. aus- und umgebaut werden soll und so auch der zweite Mittelbahnsteig, vornehmlich für die Andienung über Gleis 4, erhalten bleiben soll. Dies sei optimal, um den Reaktivierungsdedanken für die Kanonenbahn Treysa-Homberg (Efze)-(Malsfeld) Vorschub zu leisten. Der Fahrgastverband PRO BAHN verfolgt intensiv dieses noch in den Kinderschuhen steckende Einzelprojekt.

Das derzeitige Baurecht für den Bahnhof Treysa, so Kraft weiter, sei bei einem Hinauszögern in Gefahr. Dann müssen die ganzen Instanzen, einschließlich der Beschlüsse in den Gremien, nochmals durchlaufen werden. Letztlich könne das bedeuten, dass nicht 2019 die ersten Bagger rollen, sondern noch Jahre später erst der Spatenstich erfolgt. Vielleicht verfolge man ja die Idee, mit einer neuen Planung eine deutlich abgespeckte Variante, z.B. durch den Verzicht des zweiten Mittelbahnsteigs, durchzusetzen. Für den Fall kündigt der Fahrgastverband PRO BAHN bereits heute seinen Widerstand an.

Es gelte nun, alle progressiven Kräfte vor Ort und andere Unterstützer, wie z.B. PRO BAHN zu bündeln und gemeinsam für eine zeitnahe Umsetzung der Maßnahme zu kämpfen. Der Fahrgastverband PRO BAHN ist dazu bereit, so Thomas Kraft abschließend.

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