Fahrgastverband PRO BAHN begrüßt zwar Verbesserungen zum Fahrplanwechsel am 11.12.2016 auf den Nebenbahnen Mittelhessens und Osthessens, jedoch werden vor Jahren weggefallene Fahrten wieder hergestellt, ohne dass man darauf hinweist.

Bahnhof Fulda - Gleise 35 bis 38 - LINT-Nahverkehrstriebwagen der Hessischen Landesbahn (HLB) für die Vogelsbergbahn.

Bahnhof Fulda – Gleise 35 bis 38 – LINT-Nahverkehrstriebwagen der Hessischen Landesbahn (HLB) für die Vogelsbergbahn.

Die Regionalverbände Mittelhessens und Osthessens begrüßen die zum Fahrplanwechsel greifenden Ergänzungen im Fahrplan auf den Nebenbahnen der Region, welche insbesondere in den Tagesrandlagen nun Verdichtungen und Ergänzungen gegenüber dem seitherigen Fahrplanjahr mit sich bringen. Warum nur der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) nicht zugebe, dass es sich um Fahrten handele, die in gleicher Form bis vor einigen Jahren bestanden haben, diese Frage stelle sich im Rahmen einer ehrlichen Öffentlichkeitsarbeit schon.

Die Kürzungspolitik der 2000er Jahre in Hessen, als das Land die Mittel für die Verkehrsverbünde deckelte, letztlich die Weltwirtschaftskrise und die sinkenden Steuereinnahmen führten zu Angebotsreduzierungen zwischen 2003 und 2010. PRO BAHN habe schon damals Kritik geübt und die Wegnahme von Spätverbindungen als nicht hinnehmbar bezeichnet. Insbesondere Teilzeitbeschäftigte in der Dienstleistungsbranche, hier schwerpunktmäßig im Einzelhandel mit den immer flexibleren Arbeitszeiten, sie seien auf den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) angewiesen. In den Oberzentren Gießen, Fulda, Marburg und Wetzlar sei bezahlbarer Wohnraum kaum noch zu haben, so dass die Menschen zum regionalen Pendeln gezwungen seinen.

Nun stehen wieder etwas mehr Finanzmittel zur Verfügung, da muss es die Folge sein, dass man weg gekürzte Zugfahrten wieder anbiete, so PRO BAHN. Der sog. „Schienenergänzungsverkehr“ auf der Vogelsbergbahn sei eben früher mal ein regulärer Zug gewesen. Dass nun auch am Wochenende ein Stundentakt gefahren werde, bedeute überhaupt erstmal eine angemessene Erschließung des gesamten Vogelsbergkreises. Dies seien Mindestanforderungen, wenn man denn wirklich eine Verkehrswende herbeiführen wolle. Dennoch bleibt die Reisezeit ein Problem, denn fast zwei Stunden von Gießen bis Fulda, das ist einfach zu lang und kann nur durch Streckenausbauten behoben werden. Der Stundentakt zwischen Gießen und Hungen an Wochenenden ist ebenfalls zu begrüßen, sichert es doch eine Erschließung weiter Teile des Landkreises Gießen.

Viel Bedarf sieht der Fahrgastverband auf der Rhönbahn Fulda-Gersfeld, wo nun ebenfalls die Wiederherstellung eines Stundentakts zu diversen Zeiten erfolgt. Dennoch seien die Probleme in den Hauptlastzeiten nicht behoben, gerade im Schülerverkehr. Die Fahrzeugumläufe würden nicht optimiert, es werde weiterhin oft in Einfachtraktion gefahren. PRO BAHN Osthessen fordert auf der Rhönbahn seit Jahren die Wiederherstellung mindestens einer Fahrt nach 21:23 Uhr, was jedoch bislang unberücksichtigt blieb.

Später los geht es in Einzelfällen im Marburger Land, später als in den letzten Jahren ab Marburg Richtung Frankenberg-Korbach und Richtung Biedenkopf, auch eine erfreuliche Botschaft, so PRO BAHN, ebenso die Einzelergänzung auf der Lahntalbahn zwischen Gießen und Limburg. Was man auf letzterer Strecke weiterhin nicht in Ordnung finde ist der verbleibende Status Quo der Fahrzeugbestückung. Die eingesetzten Triebwagen sind zu klein und nicht für einen starken Freizeitverkehr geeignet. Der Lahntaltourismus und die Lahntalbahn seien zwei Komponenten, die auch weiterhin nicht aufeinander passten. Hier müsse mehr Flexibilität geschaffen werden, um die zahlreichen Menschen an schönen Tagen, insbesondere an Wochenenden, wo diese mit ihren Fahrrädern unterwegs sind, abtransportiert zu bekommen. Systeme aus anderen Regionen Deutschlands können da beispielgebend sein.

Die PRO BAHN Regionalverbände Mittelhessen und Osthessen nennen die Veränderungen im Regionalzugangebot des RMV ab dem 11.12.2016 einen Schritt in die richtige Richtung. Es bedarf nur noch weiterer deutlicherer Verbesserungen, so die beiden PRO BAHN Regionalverbände.

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