PRO BAHN Hessen kritisiert viel zu späte Vorbereitungen und Ankündigungen für die baubedingten Einschränkungen auf der Main-Weser-Bahn Frankfurt-Gießen-Marburg-Kassel

Ein Zug der Linie RB41 Treysa-Stadtallendorf-Kirchhain-Marburg-Gießen-Butzbach-Bad Nauheim-Friedberg-Frankfurt am Main, welche unter normalem Fahrplan mit der RB40 gekoppelt und geflügelt wird und von der Hessischen Landesbahn (HLB) betrieben wird.

Ein Zug der Linie RB41 Treysa-Stadtallendorf-Kirchhain-Marburg-Gießen-Butzbach-Bad Nauheim-Friedberg-Frankfurt am Main, welche unter normalem Fahrplan mit der RB40 gekoppelt und geflügelt wird und von der Hessischen Landesbahn (HLB) betrieben wird.

Bahnstrecke wird im März abschnittsweise gesperrt oder steht nur eingeschränkt zur Verfügung

Auf verschiedene Weise und über mehrere Streckenabschnitte plant der Infrastrukturbetreiber DBInfraGO auf der hessischen Hauptstrecke Frankfurt-Friedberg-Gießen-Marburg-Kassel zwischen dem 06.03. und dem 27.03.2026 Bauarbeiten mit massiven Auswirkungen auf den Bahnverkehr der Strecke mitten durch Hessen.

Völlig unverständlich ist, dass er Umfang dieser Arbeiten in den regelmäßigen Ankündigungen der Deutschen Bahn (DB) für den Zeitraum des 1. Halbjahres 2026 nicht gelistet war. Lediglich Bauarbeiten im Streckenabschnitt zwischen Kirchhain und Treysa zum Bau des neuen elektronischen Stellwerks in Stadtallendorf waren angekündigt. Nun werden Bauarbeiten sowohl im Streckenabschnitt Gießen-Friedberg als auch im weitaus größeren Abschnitt von rund 100 km zwischen Marburg, Kirchhain, Stadtallendorf, Treysa bis nach Kassel durchgeführt.

Wie der PRO BAHN Landesverband Hessen erfahren hat, sind die beiden zuständigen Verkehrsverbünde, der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) nicht im erforderlichen Maß zum nötigen Zeitpunkt über den Umfang der Bauarbeiten auf der Main-Weser-Bahn unterrichtet worden. Ebenso haben die auf diesen Gleisen fahrenden Bahnverkehrsunternehmen DB Regio, die Kurhessenbahn und vor allem die Hessische Landesbahn nicht die ausreichende Kenntnis erhalten.

Erst am 27.02.2026 um 13:30 Uhr hat die Deutsche Bahn eine erste Pressemitteilung herausgegeben. Diese hat folgenden Text in der Überschrift: „Für eine robustere Schiene: DB bündelt im März Bauarbeiten auf der Main-Weser-Bahn“. Selbst darin ist der Hinweis mit folgendem unklaren Wortlaut enthalten: „Die Ersatzverkehrskonzepte befinden sich aktuell noch in Bearbeitung“.
Die zu späten Handlungen werden zu diesem Zeitpunkt mit dieser Schlagzeile noch bestätigt.

Für den Fahrgastverband PRO BAHN ist diese Vorgehensweise seitens der Deutschen Bahn absolut nicht in Ordnung. Nur eine Woche vor dem Start der weitreichenden Bauarbeiten wissen die Fahrgäste, insbesondere die regelmäßigen Nutzerinnen und Nutzer der stark ausgelasteten Bahnstrecke immer noch nicht, wann eine Woche später die Züge verkehren. Es wird so sein, dass frühestens 3-4 Tage vor Baustart alle Ersatz-Zugfahrpläne sowie Pläne über einen teilweise Schienen-Ersatz-Verkehr mit Bussen vorliegen werden. Botschaften aus dem Verkehrswesen zeigen offenkundig, dass auch die Verkehrsverbünde und die Bahnverkehrsunternehmen überrascht, ja verärgert sind.

So müssen binnen weniger Tage Ersatzverkehre bestellt, insbesondere Busunternehmen gefunden werden, die auf teils langen Distanzen Busse und Fahrerinnen/Fahrer bereitstellen können. Die Probleme sind noch weitreichender. Die Bahnhöfe Friedberg, Marburg und insbesondere Gießen haben mehrere Zulaufstrecken mit zum Teil größeren Fahrgastaufkommen. Es sind zum nicht unerheblichen Teil Umsteigerinnen und Umsteiger in Verkehrsmittel der Main-Weser-Bahn. Auch diese Fahrgäste müssen sich wie vor dem Kopf gestoßen fühlen.

Es mag Sinn machen, die Bauarbeiten auf der Hauptstrecke Frankfurt-Friedberg-Gießen-Marburg-Kassel im März 2026 zu bündeln. Schließlich soll diese Bahnlinie in den kommenden Jahren jeweils für einige Monate als Umleitungs- und Ausweichstrecke für mit einigem Abstand parallel führende Hauptstrecken dienen, vorrangig für die Güterverkehrsumleitung, wenn diese in die Generalsanierung gebracht werden. Diese mutmaßlichen Grundgedanken kann der PRO BAHN Landesverband Hessen durchaus nachvollziehen.

Jedoch sieht der Fahrgastverband PRO BAHN die Notwendigkeit, dass solch umfassenden Baustellen lange vorher mit ihren Sperrpausen festgelegt werden, mit den Verkehrsverbünden und Bahnverkehrsunternehmen abgestimmt und vorbereitet werden, so dass vier bis sechs Monate im Voraus alle Fahrgäste die Möglichkeit haben, sich über die geänderten Fahrpläne in komplettem Umfang zu informieren, ihren täglichen Reiseweg oder eine Fernreise auf sicherer Grundlage planen zu können.
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Thomas Kraft, Landesvorsitzender
Werner Filzinger, Landesvorstandsmitglied

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