Der PRO BAHN Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main und der PRO BAHN Landesverband Hessen trauern um Klaus Oesterling

Ehemaliger Frankfurter Verkehrsdezernent und PRO BAHN-Mitglied verstorben.

Der frühere Frankfurter Verkehrsdezernent, das ehemalige Regionalvorstandsmitglied des PRO-BAHN-Regionalverbands Frankfurt/Rhein-Main, Klaus Oesterling, ist im Alter von 74 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben. Mit Klaus Oesterling verliert Frankfurt einen profilierten Verkehrspolitiker – und der Fahrgastverband PRO BAHN in Hessen verliert ein geschätztes Mitglied, einen langjährigen Mitstreiter.

Klaus Oesterlings Leidenschaft für den öffentlichen Verkehr begleitete ihn über Jahrzehnte. U-Bahn, Straßenbahn und Eisenbahn waren für ihn nicht nur Verkehrsmittel, sondern wesentliche Bestandteile einer lebenswerten Stadt und einer funktionierenden Region. Diese Überzeugung verband seine kommunalpolitische Arbeit mit seinem Engagement für die Interessen der Fahrgäste.

Bevor er 2016 Frankfurter Verkehrsdezernent wurde, gehörte Oesterling viele Jahre der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung an und war zehn Jahre Vorsitzender der SPD-Fraktion im Römer. Auch PRO BAHN war er über viele Jahre verbunden. Als Mitglied und Vorstandsmitglied bis zum Frühjahr 2026 im PRO BAHN Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main brachte er seine große verkehrspolitische Erfahrung und seine detaillierte Kenntnis des Frankfurter Nahverkehrs ein.

In seine Amtszeit als Verkehrsdezernent der Stadt Frankfurt fielen wichtige Projekte wie die Umsetzung der Verlängerung der U5 ins Europaviertel und die Planung für die U5 in den Rebstock sowie über Preungesheim hinaus bis zum Frankfurter Berg. Die laufenden Planungen für die Verlängerung der U2 in Bad Homburg, der U4 über die Bockenheimer Warte hinaus bis nach Ginnheim sowie die rund 50 km lange Regionaltangente West tragen ebenfalls seine Handschrift.

Mit seinem Namen wird auch die Optimierung des Straßenbahnnetzes verbunden. Für die chronisch überlastete Achse durch die Innenstadt und auf der Mainzer Landstraße ließ er kurzfristig die Linie 14 über Dom/Römer, den Hauptbahnhof und die Mainzer Landstraße in den Galluspark umlegen, schuf so neben den Linien 11 und 12 bzw. 21 in dem Streckenabschnitt eine Leistungssteigerung um 30%. Auf dem alten Linienast der Linie 14 über Südbahnhof-Sachsenhausen nach Louisa fährt seither die verlängerte Linie 18. Seine Vorstellungen gingen darüber hinaus und sind in dem aktuellen Lokalen Nahverkehrsplan der Stadt Frankfurt niedergeschrieben. Dazu gehören die Reaktivierung der Strecke in der Schlossstraße zum Industriehof in Bockenheim sowie ins Gutleutviertel mit einer neuen Linie 13 und den Bau einer Ringstraßenbahn als verlängerte Linie 21 um die Innenstadt herum im Nordend bis nach Bornheim. Auch die Verlängerung der Linie 11 in Frankfurt-Höchst bis an den dortigen Bahnhof trieb er voran.

Dabei war Klaus Oesterling jemand, der Verkehrspolitik nicht nur aus Akten und Sitzungsunterlagen kannte. Seine persönliche Begeisterung für Busse und Bahnen war ebenso unverkennbar wie seine enorme Sachkenntnis. Bemerkenswert war auch, dass er selbst keinen Führerschein besaß.

Wer mit Klaus Oesterling über Verkehr diskutierte, traf auf einen leidenschaftlichen und streitbaren Gesprächspartner, der seine Positionen mit großer Fachkenntnis vertrat. Gerade diese Mischung aus politischer Erfahrung, Begeisterung für den öffentlichen Verkehr und genauer Kenntnis der praktischen Zusammenhänge machte ihn zu einer besonderen Stimme in der Frankfurter und hessischen Verkehrspolitik.

Viele Projekte, für die er sich über Jahre eingesetzt hat, werden Frankfurt und die Rhein-Main-Region noch lange prägen. Der PRO BAHN Landesverband Hessen und der Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main werden Klaus Oesterling zeitgeschichtlich als Teil der Verkehrspolitik im Großstadt, Region und Land auf Dauer zu schätzen wissen. Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen und seinen Weggefährten.

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