Chaotische Zustände auf der März-Baustelle Main-Weser-Bahn nach Halbzeit – Durchgängige Züge mit teilweise mehr als zwei Stunden Verspätung

PRO BAHN bestärkt den NVV in seiner deutlichen Kritik an dem Infrastrukturbetreiber DB InfraGO

Der Bahnhof Stadtallendorf und die alte Stellwerkstechnik. 2028 sollen sie ausgedient haben, wenn alle Kabel verlegt sind. Aktuell sorgt u.a. die Baustelle hierfür bei tiefem Frust von Fahrgästen und Aufgabenträger.

Der Bahnhof Stadtallendorf und die alte Stellwerkstechnik. 2028 sollen sie ausgedient haben, wenn alle Kabel verlegt sind. Aktuell sorgt u.a. die Baustelle hierfür bei tiefem Frust von Fahrgästen und Aufgabenträger.

Seit dem 6. März laufen die umfangreichen Bauarbeiten auf der Main-Weser-Bahn auf ihrem gesamten Abschnitt zwischen Frankfurt und Kassel. Gleich drei längere eingleisige Bauabschnitte erschweren ein Durchkommen, einer in Nordhessen im Bereich Wabern, der zweite zwischen Treysa und Kirchhain zum Aufbau des künftigen elektronischen Stellwerks Stadtallendorf und dann noch ein weiterer zwischen Butzbach und Bad Nauheim. PRO BAHN Hessen hat das Drama vorausgesehen. An den meisten Tagen ist der Schienenpersonenverkehr völlig aus dem Tritt gekommen.

Die Doppelstockzüge des RE30, welche eigentlich im 2-Stunden-Takt zwischen Kassel, Gießen, Marburg und Kassel verkehren, hatten in den letzten Tagen oftmals mehr als zwei Stunden Verpätung. Auch die RE98 hatten ähnliche Ausfälle. Die Züge konnten in Gießen nicht mit dem RE99 aus Siegen/Wetzlar kommend gekoppelt werden. Weil der RE98 völlig aus dem Ruder läuft, wurden und werden die RE99 als Solozug von Gießen nach Frankfurt geschickt, wodurch auf dem Rückweg des stark belasteten Abschnitts zwischen Frankfurt und Gießen die Stadler Flirt als Einzelzug völlig überfüllt sind.

In Kassel kommt ein großer Teil der im Fahrplan stehenden Zugverbindungen der RE30 und RE98 erst überhaupt nicht an. Man lässt bei übergroßer Verspätung die Züge einfach in Wabern wenden. Die Menschen wollen jedoch nur zum geringeren Teil in die Orte im Schwalm-Eder-Kreis wie eben Wabern. Die meisten Fahrgäste wollen aus Mittelhessen und dem Rhein-Main-Gebiet kommend, wenn sie nördlich von Marburg unterwegs sind, bis nach Kassel durchfahren, um z.B. in Kassel-Wilhelmshöhe in den Fernverkehr nach Hamburg, Berlin oder andere Ziele weiterzufahren. Nun lässt man die Menschen bereits in Wabern zurück und hunderte Menschen müssen sich in die kleinen Dieseltriebwagen des Modells Siemens Desiro (Baureihe 642) zwängen, welche als RB39 die Linie Bad Wildungen-Wabern-Kassel fahren. Auch in umgekehrter Richtung müssen gestrandene Fahrgäste dann auch die Weiterfahrt zunächst mit dem viel zu kleinen Dieseltriebwagen der RB39 nehmen, um vielleicht in Wabern einen verspäteten RE30 oder RE98 zu erreichen.

Wenn man nur nördlich von Marburg die brisante Situation auf der Main-Weser-Bahn hätte. Der viel stärker frequentierte südlichere Baustellenabschnitt zwischen Butzbach und Bad Nauheim hebelt final fast den Rest an Stabiliät aus. Die Züge erreichen viel zu spät die jeweiligen Endpunkte des Baustellenabschnitts in Bad Nauheim bzw. Butzbach dadurch ist die im Baustellenfahrplan vorgesehene Durchfahrt so bei weitem nicht mehr gegeben. Die Fahrdienstleitung muss individuell entscheiden, wann welcher Zug durch das Nadelöhr gelassen wird. Nicht selten bildeten sich in den letzten Tagen in den dahinter liegenden Blockabschnitten der Bahnstrecke Rückstaus von einer Mehrzahl von Zügen.

Der PRO BAHN Landesverband Hessen sowie die PRO BAHN Regionalverbände Mittelhessen und Nordhessen bestärken den Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV) in seiner deutlichen Kritik, welche dieser in einer Pressemitteilung am heutigen 17.03. herausgegeben hat. Diese ist zu finden unter:

Pressemitteilung des Nordhessischen Verkehrsverbundes zum aktuellen Chaos auf der Main-Weser-Bahn

Für die verbliebene Zeit der aktuellen Baustellensituation auf der Main-Weser-Bahn rät PRO BAHN für alle Fahrgäste, welche nicht auf längerer Distanz auf der Main-Weser-Bahn unterwegs sind, nicht die langsgtreckigen Linien RE30, RE98 und RE99 zu nutzen, sondern z.B. die S-Bahn S6 zwischen Frankfurt und Friedberg, die kurzstreckigen RB41, welche nur zwischen Marburg und Gießen verkehren. Hier ist die Chance etwas größer, dass sie etwas pünktlicher sind.

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