PRO BAHN Hessen zum GDL-Streik, der 8. Arbeitsniederlegung in der laufenden Tarifrunde vom 05.05.-10.05.2015

Der PRO BAHN Landesverband Hessen hofft auf die Einsicht der Beteiligten, dass der angedrohte einwöchige Streik bei der Deutschen Bahn doch noch abgewendet wird. Die Fahrgäste sind die Leidtragenden. Es stellt sich für alle die Frage: „Wie lange soll denn der Tarifkonflikt noch andauern?“ DSC01297 klein 600 PRO BAHN Hessen forderte bereits in seiner letzten Pressemitteilung die einvernehmliche Einschaltung von zwei Schlichtern. Dieser freiwillige Schritt Die Situation ist festgefahren, die Verhandlungsführer Weselsky und Weber befinden sich in einer inneren Blockade, die so zu keinem Ergebnis führen wird. Als Schlichter kämen aus Sicht von PRO BAHN Hessen die ehem. EKD-Ratsvorsitzenden Nikolaus Schneider und Margot Käßmann ebenso in Betracht wie die ehemaligen politischen Akteure Björn Engholm (SPD), Norbert Rüttgers (CDU) und Rupert von Plottnitz (Grüne). Im Anbetracht der aktuellen Situation, dass sich die Bahn mehr konkurrierenden Angeboten stellen muss, ist der nachhaltige Schaden eines solchen Streiks schlimmer als in früherer Zeit.

Dass der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky jedwede externe Einbindung ablehnt, ist nicht nachzuvollziehen. Eine Moderation durch zwei neutrale gestandene Persönlichkeiten sollte zumindest zugelassen werden. Das Streikrecht wird nicht infrage gestellt, durch die Umwandlung der Deutschen Bahn in ein privatrechtliches Unternehmen muss man damit einverstanden sein, dass die Bediensteten für ein angemessenes Gehalt und akzeptable Arbeitsbedingungen in die Tarifauseinandersetzung gehen. Nur ist nach gut einem Jahr des Tarifkonflikts ist ein Punkt erreicht, in dem andere Lösungen gesucht werden müssen, so der Landesvorsitzende von PRO BAHN Hessen, Thomas Kraft in verschiedenen Interviews mit Medienvertretern.

Menschen mit niedrigen Einkommen können sich in den Ballungsräumen wie Frankfurt am Main und das Rhein-Main-Gebiet keine Wohnung mehr leisten, fahren oft weite Strecken mit dem Schienennahverkehr, müssen im Falle von Streik und Unwetter vielfach Urlaub nehmen. Daher gilt die Aufforderung an beide Parteien im Tarifkonflikt, aufgrund der festgefahrenen Situation nach einer Lösung unter externer Mitwirkung zu suchen.

Den Fahrgästen rät der Fahrgastverband PRO BAHN, falls man ein Ticket für den Fernverkehr erworben hat, dieses im Falle einer Zugbindung hierfür aufheben zu lassen. Wenn man im Rahmen des Notfahrplans eine längere Reisezeit hat, kann dies im Servicecenter Fahrgastrechte, 60647 Frankfurt/Main eine teilweise Fahrpreiserstattung geltend gemacht werden.

Nicht akzeptabel ist die Situation im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Da in 80% der Regionen Deutschlands die Verkehrsverbünde die Aufgabe des Preissystems von Gesetzeswegen übernommen haben, gelten hierzu unterschiedliche Bestimmungen. Insbesondere für Zeitkarteninhaber bzw. Pendler gibt es keine oder nur eine unzureichende Erstattung, z.B. von 1,50 Euro pro Tag, vielfach auch nichts. So wie der Gesetzgeber im Fernverkehr der Deutschen Bahn tätig geworden ist, fordert PRO BAHN Hessen eine bundesweit einheitliche Regelung für Fahrpreiserstattungen im ÖPNV aber auch für Fernbusse.

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