PRO BAHN Regionalverband Nordhessen bezeichnet die Erreichbarkeit des 58. Hessentags in Korbach mit der Bahn als völlig unzureichend – Verkehrschaos an großen Veranstaltungstagen wird die Folge sein

Beförderungsgarantie kann es wegen zu kleiner Züge nicht geben

Bahnhof Korbach

Bahnhof Korbach

Am 25. Mai startet bis einschließlich dem 3. Juni 2018 der 58. Hessentag in der Kreisstadt Korbach in Nordhessen. Der Fahrgastverband PRO BAHN bezeichnet die vom Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV) beauftragte Nahverkehrsleistung über den Schienennahverkehr als völlig unzureichend. Die Hessentagsstadt 2018 sei nur durch eingleisige Bahnstrecken erschlossen und es werde mit den gleichen Triebwagen wie im sonstigen Alltagsbetrieb, nämlich vom Typ Siemens Desiro gefahren. So könne man selbst bei Mehrfachtraktion nicht die eigentlich zu erwartenden Fahrgastzahlen abwickeln.

Insbesondere die Hauptachse der RB 42 Marburg-Frankenberg-Korbach-Brilon wurde in der Fahrplangestaltung völlig vernachlässigt. Der PRO BAHN Regionalverband Nordhessen hat schon frühzeitig gefordert, auf der RB 42 im Abschnitt Marburg-Korbach Doppelstockzüge einzusetzen, die z.B. wegen des Brückentags in anderen Regionen nicht unbedingt benötigt werden.

Nur mit ausreichend Kapazitäten kann man dem Fahrgast auch wirklich garantieren, dass er mit der Bahn sein Ziel auch erreicht. Im Programm des jährlich stattfindenden Hessentags werden über alle Tage auch Veranstaltungen angeboten, zu denen man mehrere tausend wenn nicht gar zehntausend Besucherinnen und Besucher erwarten kann. Da es sich zum weitestgehenden Teil um Freizeitaktivitäten handelt, weswegen man den Hessentag besucht und dabei auch die nötige Geselligkeit nicht zu kurz kommen soll, wird die An- und Abreise auch von Menschen in Erwägung gezogen, die ansonsten das ganze Jahr nicht mit Bahnen und Bussen unterwegs sind.

Der PRO BAHN Landesverband Hessen und der PRO BAHN Regionalverband Nordhessen erwarten den Zusammenbruch der Hessentags-Fahrpläne im Schienenpersonennahverkehr.

Ergänzend zur Bahn hätten angesichts der Schieneninfrastruktursituation im Landkreis Waldeck-Frankenberg auch ergänzende Buskonzepte über weitere Strecken ausgearbeitet werden müssen. Im Fahrplan der RB 42 finde man lediglich zusätzliche Verbindungen in den Nachtstunden vor, den Stundentakt wie er nun auch am Hessentag tagsüber angeboten werde, den gebe es ja bereits, so die Fahrgastvertreter.

Der Fahrgastverband PRO BAHN fordert von der Hessischen Landesregierung, bei der Festlegung künftiger Hessentage darauf zu achten, dass die Verkehrsinfrastruktur auch auf dem Schienenwege ausreichend vorhanden ist. Orte welche nur eingleisig angebunden seien, könnten angesichts der Veranstaltungsgröße, die der Hessentag nun einmal darstellt, nicht die wirklichen Rahmenbedingungen für das Fest der Hessen bieten. Eine zweigleisige Bahnstrecke sowie Abstell- und Wendemöglichkeiten für größere Zuggarnituren sollten schon vorhanden sein.

Die Probleme des Massentransports im Öffentlichen Nahverkehr während des Hessentags zeigten sich schon in den letzten Jahrzehnten, das Land Hessen ignoriere fortwährend die Tatsachen, auch wohl weil die politischen bzw. ministeriellen Verantwortungsträger quasi nie mit der Bahn zum Hessentag anreisen.

Für den 58. Hessentag in Korbach sei die Chance vertan. Es gelte nun, auf die Landespolitik so einzuwirken, dass die entsprechenden Finanzen zur Verfügung gestellt werden, um ein leistungsfähigeres angemessenes Bahnangebot für 2019 in Bad Hersfeld, 2020 in Bad Vilbel, 2021 in Fulda und 2022 in Haiger durch die Aufgabenträger und die Verkehrsunternehmen planen lassen zu können.

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